Barclays-Bank soll Fiskus schwer geschädigt haben

22. Juni 2013, 13:46 Uhr

Der Verdacht wiegt schwer: Die englische Barclays Bank soll 280 Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust haben - jährlich. Möglich war das wohl durch trickreiche Aktiengeschäfte.

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Die Barclays Bank wies alle Andeutungen von Fehlverhalten entschieden zurück.©

Die britische Großbank Barclays soll einem Zeitungsbericht zufolge mit Handelspartnern den deutschen Fiskus über Aktiengeschäfte jahrelang um hohe Millionenbeträge geprellt haben. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Samstag unter Berufung auf ein bislang nicht öffentlich bekanntes Schreiben des Finanzministeriums an die Obersten Finanzbehörden der Bundesländer, dabei gehe es um Summen von bis zu 280 Millionen Euro jährlich. In dem Schreiben vom 8. Mai 2012 heißt es demnach, die Länder sollten prüfen, ob ein "hinreichender Anfangsverdacht für eine Steuerhinterziehung" bestehe.

Bisher soll es dem Zeitungsbericht zufolge keine staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Bank-Mitarbeiter geben, sondern lediglich ein Prüfverfahren der Finanzbehörden. Diese untersuchten, ob das Kreditinstitut mögliche Schäden erstatten müsse. Bei den Geschäften gehe es um Aktiendeals kurz vor und nach der Auszahlung der Dividenden. Durch eine schnelle und komplizierte Abfolge von Aktiengeschäften könne erreicht werden, dass die Finanzämter mehr Steuer erstatteten, als zuvor gezahlt worden sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf interne Strategiepapiere.

Barclays erklärte dem Blatt zufolge, zur Geschäftspolitik gehöre uneingeschränkte Transparenz und Offenheit den Steuerbehörden weltweit gegenüber. Das Institut habe in Einklang mit den Gesetzen gehandelt und weise alle Andeutungen von Fehlverhalten entschieden zurück.

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