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Apotheken am Pranger

Sensible Informationen im Angebot: Ein Rechenzentrum für Apotheken soll unzureichend verschlüsselte Patientendaten an Marktforschungsunternehmen verkaufen.

  Abrechnungszentrum für Apotheken am Pranger: Marktforschungsunternehmen können offenbar unzureichend verschlüsselten Patientendaten erwerben

Abrechnungszentrum für Apotheken am Pranger: Marktforschungsunternehmen können offenbar unzureichend verschlüsselten Patientendaten erwerben

Zahlreiche Ärzte und Patienten in Deutschland werden offenbar ausgespäht, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Das Apothekenrechenzentrum VSA aus München verkaufe Daten aus Rezepten in unzureichend anonymisierter Form an Marktforschungsunternehmen. Zu den Kunden gehöre auch der US-Konzern IMS Health, berichtet das Magazin unter Hinweis auf vertrauliche Dokumente. Dem Magazin liegt demnach ein Angebot aus dem Jahr 2012 vor, mit dem IMS Health wiederum dem Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis Informationen aus Insulinrezepten verkaufen wollte.

IMS Health verfolge nach eigenen Angaben die Krankheiten von 42 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland, so der "Spiegel". Die Rezeptdaten des Apothekenrechenzentrums würden dabei nur durch einen 64-stelligen Code verschlüsselt, von dem sich leicht auf die jeweilige Versichertennummer schließen ließe. Zudem würden auch Alter und Geschlecht der Patienten weitergegeben. Pro Rezeptdatensatz zahle IMS Health dem VSA teils weniger als 1,5 Cent.

Dank der unzureichenden Verschlüsselung hätten Pharmaunternehmen möglicherweise nachvollziehen können, welche Praxen welche Medikamente verschrieben hätten. Damit ließen sich etwa Vertriebsmaßnahmen evaluieren und verbessern. Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig Holstein spricht laut "Spiegel" von "einem der größten Datenskandale der Nachkriegszeit". Der US-Konzern widersprach der Kritik: "Es ist zu keiner Zeit ein Rückschluss auf einzelne Ärzte oder einzelne Patienten weder bei IMS Health noch bei unseren Kunden möglich", zitiert das Hamburger Magazin aus einer Stellungnahme des Unternehmens.

cjf/AFP/AFP

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