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Verzockte Boris Becker sich mit Ölquellen in Nigeria?

Seitdem ein Londoner Gericht die Geldengpässe von Boris Becker offenlegte, rückt dessen fragwürdiges Finanzgebahren in den Fokus der Öffentlichkeit. Der "Spiegel" berichtet nun über zwielichtige Geschäftspartner und geheime Rohstoffgeschäfte in Nigeria.

Dass nicht besonders gut mit Geld umgehen kann, ist in den vergangenen Wochen offensichtlich geworden. Am 21. Juni erklärte eine Londoner Richterin das Tennisidol nach britischem Recht für bankrott, weil er seine Schulden bei einer britischen Privatbank nicht beglichen hatte. Seitdem ist Beckers Finanzgebaren insgesamt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Es gibt Berichte über gescheiterte Investitionen und geprellte Geschäftspartner. Da ist das andauernde Drama um die Mallorca-Finca, die sich nicht zum geforderten Preis verkaufen lässt. Und da ist der Schweizer Unternehmer Hans-Dieter Cleven, der gerichtlich versucht, eine Forderung von 36,5 Millionen Euro gegen Becker durchzusetzen.

Und über allem steht die Frage: Wo sind die 150 Millionen Euro geblieben, die Becker schätzungsweise mit Tennis und Werbung verdient hat? Hat er sich von zwielichtigen Personen über den Tisch ziehen lassen? Einen neuen Puzzlestein zur Beantwortung dieser Frage liefert der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Das Nachrichtenmagazin hat Dokumente der Enthüllungsplattform "Football Leaks" zugespielt bekommen, die Geschäftsbeziehung zur Sportmarketingagentur Doyen Global aufzeigt.

Boris Beckers zwielichtige Geschäftspartner

Hinter Doyen steht laut Spiegel eine kasachische Familie mit Beziehungen zu Recep Erdogan und Donald Trump. Die Fußballstars David Beckham und Neymar sollen dort unter Vertrag gestanden haben. An Becker trat Doyen heran, um die "Tennispräsenz auszubauen" und ihn als "Türöffner für uns in bestimmten Kreisen" zu nutzen, zitiert der Spiegel aus Mails von Doyen-Managern.

Doyen vermittelte Becker bezahlte Auftritte bei Empfängen und Abendessen und versuchte im Gegenzug über ihn an potenzielle Geschäftspartner heranzukommen. Aus den Mails geht hervor, dass sich die Agentur vor allem für Beckers Kontakte zu Akteuren des afrikanischen und asiatischen Rohstoffmarktes interessierte.

Dem "Spiegel"-Bericht zufolge hat Becker auch den ghanaischen Präsidenten und den indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal besucht. Zu einem ATP-Turnier in London lud er einen Diplomaten aus Mosambik und den gabunischen Präsidentensohn ein. Laut "Spiegel" hat ein nigerianischer Mitarbeiter Beckers ein Geschäft vorbereitet, in dem mindestens zehn Millionen Dollar in nigerianische Ölquellen investiert werden sollten.

Ob das Geschäft tatsächlich zustande kam und ob es Becker Profit oder Verlust brachte, ist laut "Spiegel" nicht bekannt. Fest steht nur, dass Becker die Zusammenarbeit mit Doyen Ende 2015 wieder beendete. "Boris ist leider nicht mehr mit der Performance von Doyen Marketing zufrieden", notierte eine Assistentin der Doyen-Manager. Becker habe das Gefühl bei Doyen nicht mehr höchste Priorität zu genießen. 

bak

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