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Versandhändler fürchten Imageverlust

Während Mitarbeiter erstmals streiken wollen, wächst in der Branche der Unmut über Amazon. Die Kritik an den Arbeitsbedingungen werfe ein schlechtes Licht auf den Versandhandel.

  Arbeitsbedingungen bei Amazon in der Kritik: Nach Mitarbeitern und Gewerkschaft äußern nun auch andere Versandhändler ihren Unmut

Arbeitsbedingungen bei Amazon in der Kritik: Nach Mitarbeitern und Gewerkschaft äußern nun auch andere Versandhändler ihren Unmut

Die Vorwürfe gegen Amazon und der anstehende Streik in einem Versandzentrum des Onlinehändlers sorgen für Unmut in der Branche. "Es ist misslich, dass durch ein einzelnes Unternehmen ein Eindruck entsteht, unter dem die ganze Branche leiden könnte", sagte die Sprecherin des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (BVH), Christin Schmidt, der "Oberhessischen Presse". Amazon war im Februar wegen schlechter Behandlung von Leiharbeitern massiv in die Kritik geraten.

Im BVH sind große Versandhändler wie Otto und Weltbild, aber auch kleinere Händler organisiert. Amazon ist nicht dabei. Laut Schmid habe eine Umfrage unter den Mitgliedern ergeben, dass sich der Umgang mit den Beschäftigten grundlegend von den Praktiken unterscheide, die in der Berichterstattung über Amazon kritisiert würden. Das entstandene Bild sei demnach "nicht das, was die Branche korrekt wieder gibt".

Im Februar hatte eine ARD-Fernsehreportage über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Leiharbeitern am Standort in Bad Hersfeld scharfe Kritik an Amazon ausgelöst. Die Saisonarbeiter sollen dem Bericht zufolge von privaten Sicherheitsdiensten schikaniert worden sein. Amazon kündigte der Sicherheitsfirma daraufhin.

Verdi will höhere Bezahlung erreichen

In Leipzig droht dem Online-Versandhändler erstmals ein Streik in Deutschland. Bei einer Urabstimmung im dortigen Logistikzentrum sprachen sich 97 Prozent der Verdi-Mitglieder für Arbeitsniederlegungen aus. Das Ergebnis wertete Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago als "sehr eindeutiges Votum für die Entschlossenheit der Beschäftigten". Die Gewerkschaft plant demnach eintägige und auch mehrtägige Streiks. Wann die Arbeitsniederlegungen beginnen werden, blieb zunächst offen. In Leipzig arbeiten rund 800 befristet eingestellte Beschäftigte und 1200 Festangestellte. Rund 540 davon sind den Angaben zufolge Gewerkschaftsmitglieder.

Verdi will eine höhere Bezahlung erreichen, die dem Branchentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels entspricht. Bisher gibt es in den deutschen Amazon-Standorten keine Tarifbindung. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten in Leipzig unter anderem eine Lohnuntergrenze von 10,66 Euro sowie ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld. "Wir werden nicht locker lassen, bis wir einen vernünftigen Tarifabschluss haben", so Lauenroth-Mago. Auch am Amazon-Standort in Bad Hersfeld schloss Verdi eine Streik-Urabstimmung zur Durchsetzung von höheren Löhnen nicht aus.

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, die Mitarbeiter der deutschen Logistikzentren lägen "mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist". Im ersten Jahr erhielten sie 9,30 Euro pro Stunde, nach einem Jahr über zehn Euro. Darüber hinaus bekämen alle Logistikmitarbeiter zusätzlich einen Bonus und nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit Aktienanteile, erklärte die Sprecherin in München. Zu den möglichen Auswirkungen eines Streiks auf das Kundengeschäft wollte sie sich nicht äußern.

cjf/DPA/AFP/DPA

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