20. Juni 2007, 10:44 Uhr

Kein Hehl aus Lustreisen gemacht

Im VW-Skandal haben sich einige Beteiligte wenig Mühe gemacht, ihre Vergnügungen zu kaschieren: In Spesenrechnungen ist eindeutig erkennbar, dass Spesen für Schmuck, Parfum und Bordellbesuche gemacht wurden, berichtet der stern.

Klaus-Joachim Gebauer war doch nicht so vorsichtig, wie angenommen©

In der VW-Affäre um Lustreisen und Prostituierte auf Firmenkosten sind neue Details zur Praxis der Abrechnung entsprechender Ausgaben bekannt geworden. Wie der stern berichtet, hat der damalige VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer bei seinen Abrechnungen Bordellkosten und Ausgaben für Schmuckkäufe weit weniger vertuscht als bisher angenommen. In vielen Fällen reichte er Original-Kreditkartenbelege ein, aus denen sich der Verwendungszweck bei Volkswagen leicht hätte ablesen lassen können.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hatte im Auftrag von VW alle Reiseabrechnungen Gebauers, die dieser zwischen 2001 und 2005 eingereicht hatte, sortiert und versucht, den Zweck der Ausgaben nachzuvollziehen. Das war in vielen Fällen nicht gelungen, weil Gebauer auch sogenannte Eigenbelege nutzte, aus denen Empfänger und Zweck der Zahlungen nicht ersichtlich waren.

Tausende Euros für Schmuck und Parfüm

Wie nun bekannt wird, fanden die Prüfer in den Abrechnungsunterlagen allerdings auch Quittungen aus dem Prager Bordell K5, die nur notdürftig als Bewirtungsaufwendungen getarnt waren. Belege über mehrere tausend Euro für Schmuck, Antiquitäten und Parfüm wurden sogar unverblümt von Gebauer eingereicht und ohne Beanstandung von VW beglichen.

Der frühere VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz hatte die Kontrolle der Spesen, die über seine Kostenstelle liefen und über die Gebauer stets abgerechnet hatte, immer mehr ausgehöhlt. Die Staatsanwaltschaft stützt sich in ihrer Anklage gegen den ehemaligen Betriebsratschef Klaus Volkert und gegen Gebauer nun auf die Abrechnungszusammenstellung der KPMG.

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
weda_kong (20.06.2007, 13:36 Uhr)
Peter Hartz hatte die Spesenkontrolle!?
Na prima, das passt doch in das Bild ...
... und mir bleibt die Klappe offen stehen angesichts dieser Dreistigkeit. Dieses nach diesem "Un"ehrenmann benannte Verarmungsprogramm hat mir bei meinen 2 Krankenhausaufenthalten von meiner fürstlichen Summe von 209 Euro "Hartz IV" noch die Selbstbeteiligung für die Krankenhauskosten abgezogen. Begründung: Da ich nicht zu Hause war habe ich keine Heizung verbraucht und auch im Krankenhaus gegessen." Wahrscheinlich dachten die Herrschaften der Arge dass ich aus lauter Langeweile ins Krankenhaus gegangen bin.
Aber natürlich sind wir selber schuld. Mein Mann hätte wirklich - auch Ende November - auf die glorreiche Idee kommen sollen, nur jeden 2. Tag die Heizkörper aufzudrehen. Denn wie die Arge so schön feststellte: Ich war ja im Krankenhaus und habe dementsprechend zu Hause keine Heizung verbraucht! Dummerweise hat aber meine Familie dreisterweise jeden Tag die Heizung aufgedreht. Sie wollten halt nicht am A* frieren! Für mich gleich mit! Natürlich hat sich die Arge das Geld zurückgeholt. Mein Widerspruch, der seit Januar läuft, ist noch nicht einmal bearbeitet!
Und SO ein Mensch wie dieser Freund eines Ex-Kanzlers winkt viele tausend Euros für Schmuck und Nutten einfach durch?!
Großer Gott, in welchem Land leben wir!? Das von rot-grün-schwarz-gelb geschaffene und nach Peter Hartz benannte staatliche Verarmungsprogramm wurde nach einem Menschen benannt der Bordellbesuche für Mitarbeiter abzeichnete ...
Nein, ich habe den Glauben an dieses Land verloren!
 
 
 
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