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Katar erhält deutsche Leopard-Panzer

Milliardengeschäft für die deutsche Rüstungsindustrie: Nach jahrelangen Verhandlungen bestellt das Emirat Katar Leopard-Panzer und Artilleriegeschütze. Ein Deal, der auf scharfe Kritik stößt.

Von Gerhard Hegmann, München

  Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+. 62 Exemplare des begehrten deutschen Waffensystems gehen nun nach Katar.

Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+. 62 Exemplare des begehrten deutschen Waffensystems gehen nun nach Katar.

  • Gerhard Hegmann

Für Deutschlands führende Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall ist es wirtschaftlich eine Erlösung: Endlich wieder ein Großauftrag für neue Leopard-Kampfpanzer. Diesmal nicht aus Griechenland, sondern aus dem Emirat Katar am Persischen Golf, was scharfe Kritik bei den Linken und Grünen im Bundestag auslöste. Eine Spannungsregion werde hochgerüstet, lautet eine Kritik. Bereits vor vier Jahren, 2009, noch zu Zeiten der Großen Koalition aus CDU und SPD, hatte der Bundessicherheitsrat der Lieferung von Leopard-Panzern und weitreichenden Artilleriegeschützen zugestimmt. Doch erst jetzt verkündet der Münchner Generalauftragnehmer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) endgültig den Abschluss des Geschäftes. KMW habe einen Vertrag über 62 Kampfpanzer der neuen Version Leopard 2A7 und von 24 Panzerhaubitzen 2000 erhalten. Das Gesamtvolumen einschließlich Zusatzleistungen betrage 1,89 Mrd. Euro.

Die Produktion der Panzer soll in München und Kassel erfolgen und werde sich über mehrere Jahre erstrecken, sagte ein KMW-Sprecher auf Anfrage. Derzeit gebe es keine Folgeaufträge für weitere Panzer für Katar, sagte der Sprecher zu Spekulationen aus dem vergangenen Jahr, wonach das an Saudi-Arabien angrenzende Emirat mit seinen 8500 Soldaten starken Landstreitkräften womöglich bis zu 200 Panzer bestellen will. Auch Saudi-Arabien hat Interesse am Leopard-Panzer.

Golfregion lukratives Absatzgebiet für deutsche Waffenexporte

Wie es in der Branche heißt, hat sich der deutsche Leopard-Panzer bei der Ausschreibung durch Katar gegen Konkurrenzmodelle aus Frankreich, den USA und Russland durchgesetzt. Die neuen Panzer und Geschütze sollen Zug um Zug veraltetes Material aus französischer und südafrikanischer Herkunft in Katar ersetzen, was dann verschrottet würde, heißt es in der KMW-Mitteilung. Die Golfregion und Nordafrika haben sich für die deutsche Rüstungsindustrie zu einem lukrativen Absatzgebiet entwickelt. So will beispielsweise Algerien als größter afrikanischer Staat vom KMW-Konkurrenten Rheinmetall 1200 Fuchs-Radpanzer zur Bekämpfung von Terrorismus und zur Sicherung seiner Außengrenzen bestellen.

Der Münchner Konzern, im Eigentum privater Gesellschafter, ist Generalauftragnehmer für den Leopard-Panzer. Aber auch der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern profitiert durch Zulieferungen von dem Auftrag. Dies zeigte sich auch an der Börse: Der Kurs der Rheinmetall-Aktie gewann knapp drei Prozent auf 36,22 Euro.

Scharfe Kritik von Grünen und Linken

Die Linke nahm die Vertragsunterzeichnung zum Anlass, ihre Forderung nach einem Verbot von Rüstungsexporten zu erneuern. "Merkel macht Deutschland zum Hoflieferanten des Nahen Ostens", erklärte der Außenexperte Jan van Aken. Mit Katar erhalte "ein Land, in dem Zwangsarbeit und Zensur an der Tagesordnung sind, den begehrten Kampfpanzer Leopard 2".

Auch Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Katja Keul kritisierte die Entscheidung scharf. "Die Bundesregierung setzt ihre Politik fort, die Spannungsregion am Persischen Golf hochzurüsten", erklärte sie. Die Menschenrechtslage in dem Emirat bezeichnete sie als problematisch. "1,6 Millionen Gastarbeiter arbeiten unter teils unwürdigen Bedingungen für das Wohl von gerade mal 200.000 Kataris", sagte Keul. "Menschenrechte spielen offensichtlich keine Rolle mehr bei den Exportentscheidungen unter Schwarz-Gelb."

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