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US-Banker kassieren wieder Rekordgehälter

Als wäre nichts gewesen: Banker an der Wall Street können sich trotz Boni-Debatte auf eine fürstliche Entlohnung freuen. Offenbar wollen die Top-Banken ihren Angestellten in diesem Jahr insgesamt 140 Milliarden Dollar zahlen - soviel wie noch nie.

Die führenden US-Banken planen in diesem Jahr offensichtlich Rekordgehälter - aller Aufregung um maßlose Bonuszahlungen zum Trotz. Insgesamt 140 Milliarden Dollar (derzeit 94 Milliarden Euro) wollen die 23 Top-Finanzinstitute der Wall Street ihren Mitarbeitern an Vergütungen zahlen, wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch auf Grundlage eigener Berechnungen berichtet.

Die Rekordsumme wäre ein Gehaltsplus von rund 20 Prozent zum Vorjahr, als die Immobilienkrise den Bankensektor erschütterte. Sie läge auch deutlich über dem bisherigen Spitzenjahr 2007 mit insgesamt 130 Milliarden Dollar an Vergütungen, Prämien und Boni. Im Schnitt, so das "Journal", bekäme jeder Banker für das laufende Jahr 143.400 Dollar.

Sturm der Entrüstung verhallt

Zu den Banken mit den Rekordgehältern zählen dem Bericht zufolge nicht nur vergleichsweise gut dastehende Häuser wie J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs. Auch die mit jeweils 45 Milliarden Dollar vom Staat gestützten Konzerne Citigroup und Bank of America sind dabei. Mit besonderer Spannung werden daher die neuesten Quartalszahlen der Banken erwartet, die in dieser Woche auf den Tisch kommen.

Im Frühjahr hatten millionenschwere Bonuszahlungen an Manager des Versicherungskonzerns AIG, den die US-Regierung mit Steuergeldern vor dem Kollaps bewahren musste, weltweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Als Lehre aus der Finanzkrise hatte US-Präsident Barack Obama unter anderem überhöhten Manager-Bonuszahlungen den Kampf angesagt. Bereits in den nächsten Tagen soll ein von Obama eingesetzter Gehaltsbeauftragter über die Vergütung bei staatlich gestützten Unternehmen entscheiden. Auf dem internationalen Parkett versuchen die einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer (G 20), die Bonuszahlungen für Finanzmanager auf eine einheitliche Grundlage zu stellen. Hier macht besonders Deutschland Druck.

Ex-Lehman-Banker fordern 100 Millionen Dollar

Und noch ein Fall dürfte für Aufregung sorgen. Wie das "Journal" berichtet, fordern neun ehemalige Manager der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers von ihrem ehemaligen Arbeitgeber mehr als 100 Millionen Dollar, die ihnen vertraglich zustehen. Die Beiträge zur Altersvorsorge und Aktienoptionen seien ihnen bereits bis zu fünf Jahre vor dem Kollaps der Bank im vergangenen September zugesagt worden. Forderungen geltend gemacht haben der Zeitung zufolge unter anderem die ehemaligen Ko-Chefs der Bank für Europa und den Nahen Osten, Riccardo Banchetti und Christian Meissner. Sie fordern demnach über 26 beziehungsweise 17 Millionen Dollar von der Pleitebank.

DPA/AFP/DPA

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