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Exportsperren für Wiesenhof-Hähnchen

Neue Aufregung um Wiesenhofs Schlachthof in Möckern: Nach stern-Recherchen wurden mehrfach Exportsperren wegen Salmonellen verhängt. Dabei betont das Unternehmen, die Hähnchen aus Möckern seien frei davon.

Tiefkühl-Hähnchen von Wiesenhof sind entgegen eigener Angaben des Unternehmens in der Vergangenheit wiederholt wegen Salmonellen für den Export gesperrt worden. Das berichtet der stern in seiner neuen, am Mittwoch erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf interne Unterlagen der Hygieneaufsicht des Landes Sachsen-Anhalt.

Betroffen ist der Wiesenhof-Schlachtbetrieb in Möckern bei Magdeburg, in dem Deutschlands größter Geflügelproduzent jährlich rund 40 Millionen Hühnchen verarbeitet – meist zu Tiefkühlware. In Möckern hatten die Aufsichtsbehörden des Landes zuletzt wiederholt gravierende Hygienemängel beanstandet: etwa eine unzureichende Kühlung der Schlachtkörper, Schimmelbefall an der Decke der Fertigungshalle sowie die Verschmutzung von Tierkörpern beim Ausnehmen mit Fäkalien. Die Zulassung des Betriebs wurde im August 2010 an strenge Auflagen und Bedingungen geknüpft.

Wiesenhof rühmt sich, seine Produkte aus dem Schlachthof seien "nachweisbar frei von Salmonellen". Den Papieren zufolge wurden allerdings seit 2008 in mindestens drei Fällen Exportsperren gegen Wiesenhof in Möckern verhängt. Zuletzt stoppte Russland im März 2011 die Lieferung. In einem behördeninternen Schreiben des zuständigen Veterinäramtes heißt es dazu: "Neben der jetzigen Sperre durch die Russische Föderation wegen Nachweises von Salmonellen gab es in der Vergangenheit (August 2008 bis Februar 2009) bereits analoge Feststellungen und Sperrungen - ebenfalls Russische Föderation und Dänemark."

Die Null-Toleranz-Sperre

Der Salmonellen-Befund in einer Lieferung an Aldi in Dänemark von Januar 2009 zeigt zudem die Gepflogenheiten der Branche auf. Wiesenhof gibt an, in skandinavischen Ländern herrsche "Null-Toleranz bei Salmonellen". Der Dänemark-Fall zeigt nun, dass alle anderen Abnehmer, die nicht unter die Null-Toleranz-Sperre fallen, offenbar auch geschlachtete Tiere erhalten können, wenn diese positiv auf die Keime getestet wurden. Aldi Dansk trat ausweislich der Dokumente erst im Februar 2009 der Salmonellen-Sperre bei. "Daher", so heißt es in einem Schreiben der Veterinäre, aus dem der stern zitiert, seien "auch Tierkörper aus positiven Herden geliefert" worden.

Die Tiere waren Ende November bei Wiesenhof in Möckern verarbeitet worden. "An diesen Tagen wurden 150.000 Tiere geschlachtet", so das Veterinärsschreiben, "von denen 120.000 Tiere" bereits in einem Test beim Mäster "Salmonellen positiv waren".

jr/ben/print
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