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Geschenke-Shopping auf den letzten Drücker

Der Handel rechnet mit einem guten Weihnachtsgeschäft - schließlich ist das Konsumklima gut. Doch vieles hängt von der Ausgabenfreude der Deutschen in den letzten Tagen des Jahres ab.

  Weihnachtsgeschenke kaufen die Deutschen offenbar gerne kurz vorm Fest.

Weihnachtsgeschenke kaufen die Deutschen offenbar gerne kurz vorm Fest.

Endspurt im Weihnachtstrubel: Wenige Tage vor dem Fest drängen sich in vielen Innenstädten die Kauflustigen. "Das Geschäft hat in den letzten Tagen noch einmal spürbar angezogen", berichtet Kai Falk vom Handelsverband Deutschland (HDE). "Viele Verbraucher nutzen diese Woche für das Weihnachts-Shopping."

Obwohl das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr nur langsam in Fahrt kam, geht der Verband nach wie vor davon aus, dass die Bundesbürger deutlich mehr Geld für das Weihnachtsfest ausgeben werden als im Vorjahr. Rund 86,7 Milliarden Euro sollen es werden, zwei Prozent mehr als 2014.

"Last-minute-Geschenke" boomen

Gestützt wird der Optimismus des Verbandes auch von der am Dienstag veröffentlichten aktuellen Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Danach hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland nach einer Schwächephase gerade rechtzeitig zum Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts wieder aufgehellt.


Dennoch wird sich wohl erst in den letzten Tagen des Jahres entscheiden, ob die Weihnachtswünsche des Handels in Erfüllung gehen. Denn immer häufiger werden die Geschenke erst unmittelbar vor Weihnachten oder sogar erst nach den Festtagen mit Gutscheinen und geschenktem Geld gekauft, wie Metro-Chef Olaf Koch, zu dessen Firmenimperium auch die Elektronikketten Media Markt und Saturn gehören, erst kürzlich betonte. Obwohl das Fest zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr als eine Woche entfernt war, meinte der Manager: "Etwa 70 Prozent des Volumens stehen noch vor uns."

Textilhandel ist Verlierer

Fest stehen aber wohl jetzt schon die großen Gewinner und Verlierer dieser Weihnachtssaison. Die Gewinner: der boomende Internet-Handel und stationäre Händler mit starkem Online-Standbein. Verlierer: der Textilhandel.

Der Modehandel litt im November und Dezember massiv unter der lauwarmen Witterung, die kein Interesse an Winterbekleidung aufkommen ließ. "Von Weihnachtsgeschäft keine Spur", fasste das Branchenblatt "Textilwirtschaft" die Situation in Boutiquen, Kaufhäusern und Textilhandelsketten in den vergangenen Wochen zusammen. Kein Wunder also, dass inzwischen viele Bekleidungsgeschäfte die Kunden mit einem vorgezogenen Schlussverkauf in die Läden locken wollen und mit Rabatten zwischen 30 und 50 Prozent werben. Das hilft - vielleicht - dem Umsatz, aber ganz sicher nicht dem Gewinn.

Lebensmittel und Spielzeug brummen

Besser sieht es laut HDE in anderen Branchen aus. Das Geschäft mit Spielwaren laufe gut - und auch Haushaltswaren, Uhren, Schmuck und Bücher seien Renner, betonte der HDE. Der Lebensmittelhandel berichte ebenfalls von starken Umsätzen.

Weiter im Aufwind sind aber vor allem die Online-Händler. Sie erzielten allein im Oktober und November nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) ein Umsatzplus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch stationärer Handel profitiert

Neben dem Online-Giganten Amazon profitieren nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI dabei immer stärker stationäre Händler mit gut ausgebauten Online-Angeboten von der Lust der Bundesbürger am Einkaufen im Internet. Denn sie können den Kunden das beste aus beiden Welten liefern: Die Bequemlichkeit und die riesige Auswahl des Internets, aber auch persönliche Beratung und einen greifbaren Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt. 

kg/DPA
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