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Lidl, Netto und Co.: Warum die Premium-Produkte enttäuschen

Zum Weihnachtsfest servieren die Discounter Premiumprodukte - zu saftigen Preisen. Doch die Luxus-Lebensmittel halten nicht, was sie versprechen, zeigt ein Test. 

Lidl, Netto und Kaufland: Warum die Premium-Produkte kaum besser sind

Weihnachten bei den Discountern: Lidl, Netto, Kaufland und Co. haben besondere Premium-Produkte im Angebot. Doch sind die wirklich besser als die üblichen Lebensmittel beim Discounter?

Ob feinster Kaffee aus Costa Rica, südamerikanisches Rinderfilet oder die mit Akazienhonig verfeinerte Delikatess Leberwurst - in schicker Verpackung servieren uns die Discounter pünktlich zum Fest Premium-Lebensmittel. Wer glaubt, nur weil er sich bei Lidl, Kaufland oder Netto befindet, ein Schnäppchen zu kaufen, wird von den "Sparratgebern" enttäuscht. Die Lebensmitteltester haben die Produkte unter die Lupe genommen - und sind von der Qualität enttäuscht. Und vom Preis entsetzt.

Premium vom Discounter

"Hier wird allein aufgrund der Verpackung und Bezeichnung kräftig aufgeschlagen", sagten Uwe Glinka und Kurt Meier von den "Sparratgebern" zu "Focus Online". Die Premium-Produkte seien nahezu identisch mit der üblichen Ware, die es das ganze Jahr über gibt. Allerdings schlagen die Discounter ordentlich beim Preis zu: Ein Plus von bis zu 218 Prozent haben die Supermärkte verlangt. Für die Tester ist diese Praxis ungerechtfertigt.

Beispiel 1: Die Leberwurst von Lidl

Schon seit November verkauft Lidl die Leberwurst von der eigenen Premiummarke "Deluxe". Die Wurst zu Weihnachten soll mit Akazienhonig verfeinert sein, die Verpackung ist deutlich edler als die Alltagsleberwurst. Dafür verlangt Lidl aber auch einen Preisaufschlag von 23 Prozent. Der Discounter Lidl setzt sich zur Wehr: In der Leberwurst würden hochwertigere Zutaten, beispielsweise Schwarzer Trüffel stecken. Dies rechtfertige einen höheren Preis, da sich die Produkte vom Standardsortiment abheben würden. Die Tester sehen das anders: Sie konnten keinen Unterschied erschmecken. Das gilt auch für den "Deluxe" Blütenhonig und den edleren Camembert, der aktuell verkauft wird.

Netto, Lidl und Kaufland rechtfertigen Preis

Beispiel 2: Orangen von Netto

Mehr als doppelt so viel verlangt der Discounter Netto für die Premium-Orangen. Statt 1,49 Euro für das Zwei-Kilo-Netz sollen Kunden 2,99 Euro zahlen, das entspricht einem Aufschlag von 101 Prozent. Auch die Ananas in Stücken ist ähnlich teuer, berichtet der "Focus Online". Laut Netto haben die Orangen einen höheren Saftgehalt und weniger Kerne, solche Qualitätsunterschiede rechtfertigen den Preis. Die "Sparratgeber" sehen das anders - sie konnten keine Unterschiede feststellen.

Beispiel 3: Gouda von Kaufland

Unglaubliche 218 Prozent Aufschlag verlangt Kaufland (gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe) für den Exquisit Gouda. Den alltäglichen Käse verkauft der Supermarkt für 50 Cent pro 100 Gramm, bei der Luxus-Version zu Weihnachten werden für 100 Gramm knapp 1,60 Euro fällig. Kaufland weist auf die hochwertigeren Produkte hin. Das funktioniert auch im Fall des getesteten Parma-Schinkens und des Parmesans: Beide Produkte reifen länger, der Schinken trage eine geschützte Ursprungsbezeichnung. All das fließt in die Preisgestaltung ein. 

Ob tatsächlich hochwertigere Zutaten in den Produkten stecken oder die Qualität wirklich deutlich besser ist, prüfen die Tester nicht. Anders als beispielsweise Stiftung Warentest, die Lebensmittel auch einem Labortest unterziehen, verlassen sich die "Sparratgeber" auf ihren Geschmack.

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