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Whatsapp und Co.: Was Messenger-Apps über ihre Nutzer wissen

Täglich werden Milliarden Messages per Smartphone verschickt. Aber welche Infos greifen die App-Anbieter dabei von ihren Nutzern ab? Stiftung Warentest hat die gängigsten Anwendungen auf den Umgang mit persönlichen Daten geprüft. Branchenprimus Whatsapp liegt nur im Mittelfeld.

Die Buttons von Whatsapp, Threema und Facebook auf einem Smartphone

Wie viel wissen Messenger-Apps von uns? Stiftung Warentest hat das geprüft. 

Noch keine 25 Jahre ist die Erfindung alt - und trotzdem schon vollkommen überholt: Die SMS revolutionierte einst die Kommunikationswege. Inzwischen haben Messenger-Apps ihren Dienst übernommen. Ohne zusätzliche Kosten können Smartphonebesitzer Nachrichten verschicken. Lediglich Datenvolumen ist nötig und eventuell muss die App bezahlt werden - dann steht dem Nachrichten-Schreiben nichts mehr im Weg.

Stiftung Warentest hat sich die gängigsten neun Apps für Android und iOS genauer angesehen. Dabei untersuchten die Tester allgemeine Funktionen, beispielsweise das Versenden von größeren Dateien oder auch die Möglichkeit eines Gruppenchats. Doch auch den Umgang mit persönlichen Daten nahm Stiftung Warentest unter die Lupe: Kann die App problemlos auf alle Kontakte im Telefon zugreifen? Wie sicher werden die Nachrichten versendet? Und: Sammelt die App Daten über ihre Nutzer?

Whatsapp nur Mittelmaß

Das Testurteil ist eher mager: Keine App konnte das Gesamturteil "Sehr gut" ergattern. Der beliebte Messenger Whatsapp bekam insgesamt nur das Testurteil "Befriedigend". Die App ist im ersten Jahr kostenlos, danach werden jährlich 89 Cent fällig. Zwar sei die Handhabung bei Whatsapp super, doch bei der Sicherheit und Verschlüsselung von Nachrichten konnte die App die Tester nicht überzeugen. Außerdem bemängelten die Prüfer, dass der Nutzer viel von sich preisgeben muss: Der Online-Status ist einsehbar, andere User können sehen, ob gerade getippt wird. Das Telefonbuch synchronisiert sich ganz automatisch mit der App. 

Facebook ist auch beim Messenger eine Datenkrake

Auch der Facebook-Messenager kommt über ein "Befriedigend" nicht hinaus. Die Verschlüsselung der Nachrichten überzeugt die Tester nicht. Außerdem könne der Anbieter mitlesen. Da Facebook bekannt dafür ist, Unmengen an Kundendaten zu sammeln, gibt es hier Punktabzug im Test. Darüber hinaus lassen sich die Lesebestätigung und die Übermittlung des Onlinestatus nicht abschalten. 

Testsieger aus Deutschland

Bester Dienst ist Hoccer aus Deutschland. Hier werden wenig Daten der Nutzer eingesammelt, die Übertragung ist prima verschlüsselt und die Server stehen in Deutschland - und unterstehen so dem deutschen Datenschutzgesetz. Insgesamt gibt es dafür die Note "Gut" (1,9).

Augen auf beim Datenschutz

Allerdings ist Hoccer viel weniger verbreitet als Whatsapp. Und hier liegt das große Problem für User: Dienste, die wenig Daten abgreifen, sind meist klein und bislang kaum alltagstauglich. Doch Whatsapp und Co. haben sich durchgesetzt, viele nutzen den Dienst, doch müssen dafür laxere Schutzbestimmungen hinnehmen. Vielleicht verhilft die steigende Sensibilität der User in punkto Datensicherheit der SMS am Ende noch zu einer Renaissance. 


Den gesamten Test zu den geprüften Mesengers-Apps gibt es gegen Gebührt bei der Stiftung Warentest. 


kg

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