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Deutsche sollen zwei Wochen weniger Urlaub machen

Der Vorstoß dürfte viele Arbeitnehmer auf die Palme bringen: Der Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft fordert, den Jahresurlaub um zwei Wochen zu kürzen. Begründung: Vier Wochen reichen völlig aus und helfen dem Aufschwung.

Deutsche Arbeitnehmer sollen nach dem Willen des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft künftig zwei Wochen Urlaub weniger pro Jahr machen. Sechs Wochen seien zuviel, sagte die Vorstandsvorsitzende Ursula Frerichs der "Bild"-Zeitung. Vier Wochen reichten völlig aus.

Urlaubstage im Vergleich (Stand 2009, lt. Mercer-Studie)

Finnland

30 Tage

Brasilien

30 Tage

Frankreich

30 Tage

Großbritannien

28 Tage

Schweden

25 Tage

Deutschland

24 Tage

Malta

24 Tage

USA

15 Tage

Kanada

10 Tage

China

10 Tage

Frerichs begründete die Forderung damit, dass Deutschland bei den Urlaubstagen weltweit an der Spitze läge und die Beschäftigten im Verhältnis zu anderen Ländern immer noch doppelt so viele freie Tage hätten. Zudem könnte eine Urlaubskürzung die aktuelle positive konjunkturelle Entwicklung unterstützen. "Wir müssen unsere Besitzstände zurückschrauben, könnten die Vier-Wochen-Regelung 2011 auf Probe einführen, um den Aufschwung zu unterstützen", sagte Frerichs. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Firmen Zeitarbeitskräfte einstellen müssten, "während der eine oder andere Angestellte in seiner Urlaubszeit schwarz arbeitet".

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) will, dass die Deutschen mehr arbeiten. Eine zeitweise Absenkung des Urlaubsanspruchs auf fünf Wochen sei auch wegen des akuten Fachkräftemangels erforderlich, sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven. "Der Mittelstand hat jetzt wieder volle Auftragsbücher, da wird jeder gebraucht. Deshalb sollte zur Sicherung des Aufschwungs der bezahlte Urlaub momentan auf fünf Wochen beschränkt bleiben." Darüber hinausgehende Ansprüche könnten auf einem Arbeitszeitkonto geparkt und zum Beispiel bei schlechter Auftragslage abgegolten werden.

mad/AFP/AFP
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