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Online bestellen, später abholen: Rewe testet Abholstationen

Online den Einkaufskorb füllen - und dann beim Supermarkt abholen, wenn es den Kunden passt. Rewe testet in der Nähe von München Abholboxen. Für wen sich dieser Service lohnt, ist allerdings nicht ganz klar.

  Rewe testet in der Nähe von München Abholboxen. Sie sollen Kunden unabhängiger von Öffnungszeiten machen.

Rewe testet in der Nähe von München Abholboxen. Sie sollen Kunden unabhängiger von Öffnungszeiten machen.

Rund 25 Kilometer von München entfernt tüftelt ein Rewe-Markt an der Zukunft. In Fürstenfeldbruck hat die Supermarktkette eine Abholstation aufgebaut, die an diesem Mittwoch an den Start geht. Kunden können so Lebensmittel im Netz bestellen und dort abholen - ganz unabhängig von Öffnungszeiten. 

Rewe und Co. suchen die Zukunft

Deutschlands Supermärkte machen sich fit für die Zukunft. Die Discounter Aldi und Lidl polieren ihre pragmatischen Filialen mit Kundentoíletten und Kaffeestationen auf, Edeka probiert es mit besonders günstigen Preisen. Doch das reicht alles längst nicht mehr, weiß auch Rewe. Der Konzern hat schon vor einigen Jahren den Drive-in-Supermarkt erfunden, der eigene Lieferservice für Lebensmittel wird aggressiv beworben. Die Abholstation ist dennoch keine neue Konzernstrategie, sondern ein Testballon.

Rewe-Abholstation und das Ladenschlussgesetz

Bislang ist die Rewe-Abholstation bei München die einzige ihrer Art. Kunden können Montag bis Samstag während der Öffnungszeiten online den Einkaufskorb füllen- anders ist es bislang nicht zu machen, denn dieser neue Service muss sich auch an das Ladenschlussgesetz halten, schreibt die "Süddeutsche Zeitung", die vor Ort war. Danach kann der Kunde aussuchen, wann er die Box gerne abholen will. Das geht auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Insgesamt 42 gekühlte Boxen hat die Filiale im Einsatz. Zunächst soll es drei Zeitfenster pro Werktag geben, in denen Kunden ihre Box erhalten. An Sonn- und Feiertagen gibt es nur ein Zeitfenster, in dem jeweils sechs Menschen gleichzeitig an ihre Einkäufe kommen können. 

Die Preise sind nicht teurer als im Laden. Kunden zahlen lediglich zwei Euro extra für den Service. Weiterer Pluspunkt: Der Kunde muss nicht durch den ganzen Laden hetzen und in der Schlange an der Kasse anstehen. 

Rewe: Drei Säulen des Lebensmittelkaufs

In der Konzernzentrale erklärt man deutlich, dass die Abholstation nur ein Test einer einzelnen Filiale ist - und kein konzernweiter Strategieschwenk. Es ist fraglich, für wen sich dieses Angebot lohnen soll. Denn längst haben die Supermärkte in Ballungszentren und vielen ländlichen Gebieten die Öffnungszeiten verlängert. Auch in Dörfern hat der Supermarkt  bis 23 Uhr geöffnet. In den Großstädten kommt noch der Bestellservice dazu: Kunden ordern online ihren Einkauf und holen ihn entweder direkt im Supermarkt ab oder lassen sich die Einkaufstüte bis an die Wohnungstür liefern.

Ob sich die Abholboxen rechnen?

Bislang hatte das Supermarktunternehmen Real bei Abholstationen die Nase vorn. Schon seit fast sechs Jahren experimentiert Real mit neuen Einkaufsformen. Allerdings will das Unternehmen nicht verraten, wie sich das Abhol-Modell entwickelt hat und ob es sich lohnt.

Bei Rewe heißt es, der Einkauf vor Ort, der Bestellservice und die Lieferoption seien drei Säulen des Unternehmens. Ob sich die Abholbox durchsetzen kann, wird der Testlauf in Fürstenfeldbruck zeigen. 

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