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Tchibo will mit Geheimprojekt Nespresso kopieren

Tchibo will mit einer Kapselkaffeemaschine den Branchenprimus Nespresso kopieren. Die Geräte sollen mit dem Smartphone gesteuert werden können - und deutlich billiger sein. Tchibo will sich zu den Plänen nicht äußern. 

Tchibo kopiert Nespresso

Tchibo will Nespresso angreifen: Mit einem Geheimprojekt kopiert der Hamburger Kaffeekonzern das System von Nestlé

Tchibo greift mit einem Geheimprojekt Nestlés Erfolgsmodell Nespresso an, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Der Hamburger Kaffeehändler hat eine Kapselmaschine entwickelt, die die Vorzüge eines Vollautomaten mit technischen Innovationen wie der Steuerung per Smartphone verbinden und preislich unter vergleichbaren Nespresso-Geräten liegen soll.

Aber nicht nur das Produkt, auch das Vertriebsmodell erinnert an ein bekanntes Vorbild: Nach Informationen der "Lebensmittelzeitung" will Tchibo die Maschine unter der Marke QBO in eigens errichteten Filialen sowie im Internet verkaufen. Dies ersten Filialen sollen in Wien und Berlin eröffnet werden. Der Start des Projekt war zuletzt verschoben worden, nun soll es Ende März an den zwei Standorten losgehen.

Tchibo äußert sich nicht

Tchibo hat sich bislang nicht zu den Plänen geäußert. Auch auf der Webseite von QBO taucht Tchibo selbst nicht auf. Die Entwicklung der Maschine ist Aufgabe der 2009 gegründeten Luna Technology Systems LTS GmbH mit Sitz in Wallisellen bei Zürich. Seit Mitte 2015 trägt die Gesellschaft den Namen QBO Coffee GmbH. Als Geschäftsführer fungieren der frühere Vorwerk-Manager Friedrich Kross und Hamid Dastmalchian, der parallel für Tchibos Kaffeesystem Cafissimo zuständig ist.

Kapseln sind lukrativ

Tchibo nimmt mit dem Projekt offenbar den lukrativen Kapselmarkt ins Visier und will so expandieren. Das Unternehmen steht derzeit unter Druck, das kriselnde Kerngeschäft wird allerdings durch diesen Schritt nicht reformiert oder ersetzt. Der Konzern hat mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Nach Informationen der "Lebensmittelzeitung" musste das Unternehmen im vergangenen Jahr ein leichtes Minus hinnehmen, das sich unter einem Prozent bewegt. Stärker als erwartet hat das Ebit gelitten. Lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern 2014 noch bei 191 Millionen Euro, so ist es dem Vernehmen nach im vergangenen Jahr unter die Marke von 100 Millionen Euro gesunken.

kg
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