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Diese Krankenkassen sind zum 1. Januar teurer geworden

59 Krankenkassen haben zum Jahreswechsel die Zusatzbeiträge erhöht - das sind zwei Drittel aller gesetzlichen Kassen. Die Erhöhung muss allein von den Arbeitnehmern geschultert werden. Nun wird über eine Reform diskutiert.

  Für Kassenpatienten wird es teurer

Für Kassenpatienten wird es teurer

Zwei Drittel der allgemein zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen haben zum Jahreswechsel ihren Beitrag angehoben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf Grundlage der vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen veröffentlichen Beitragsliste. Demnach werden 59 von 88 bundes- oder landesweit geöffneten Kassen teurer. Die Spreizung reicht nun von 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens bei der Metzinger BKK bis 16,3 Prozent bei der BKK Viactiv.

Die beiden größten Kassen, die Techniker Krankenkasse und die Barmer GEK, erhöhen den Beitrag um jeweils 0,2 Prozent. Die DAK schlägt 0,6 Prozent und die AOK Rheinland/Hamburg 0,5 Prozent drauf. Eine Übersicht über die neuen Zusatzbeiträge aller Kassen bietet der GKV-Spitzenverband auf seiner Homepage.

Debatte über Beitragsreform

Die Erhöhungen muss über Zusatzbeiträge getragen werden - und damit nicht paritätisch, also gleichteilig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sondern von den Beschäftigten allein. In der Politik ist deshalb eine Debatte über die Finanzierung der Krankenversicherung ausgebrochen.

Das Handwerk schlug vor, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Krankenversicherung durch den Staat zu finanzieren. "Das gilt vor allem für die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Peter Wollseifer, der "Passauer Neuen Presse". "Staat und Steuerzahler sollten hier die Verantwortung übernehmen."

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) forderte umfassende Änderungen. "Eine Finanzreform der GKV ist für uns ein ganz wichtiges Projekt, und wir hoffen, dass die große Koalition das jetzt noch aufgreift", sagte die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner der Deutschen Presse-Agentur. Spätestens in der kommenden Wahlperiode sollte das Thema angegangen werden.

Die Arbeitgeber sollten wieder an den Kostensteigerungen beteiligt werden. Zudem sollten die Verwaltungsräte der Krankenkassen den Beitragssatz wieder selbst festlegen können. "Und der dritte Punkt ist eine Finanzreform, die das Verhältnis der Krankenkassen untereinander betrifft", fügte die vdek-Chefin hinzu. Der heutige Mechanismus des Risikostrukturausgleichs, der die Beitragsgelder zwischen den Krankenkassen verteilt, benachteilige die Ersatzkassen.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) setzt dort an. "Wir brauchen ein Risikostrukturausgleichsystem unter den Kassen, das Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck etwas weniger berücksichtigt und die selteneren, aber teuren Krankheiten etwas mehr", sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas der dpa. Der derzeitige Ausgleich setze für die Krankenkassen keine Anreize, in die Vermeidung von Krankheiten zu investieren, sondern konterkariere solche Bemühungen sogar.


bak/DPA
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