Hausratversicherung:
Nicht zwingend, aber günstig und hilfreich
Die Hausratversicherung gehört nicht zu den absolut notwendigen Policen, kann aber in vielen Fällen äußerst praktisch sein und ist zudem meist nicht teuer. Lesen Sie hier, worauf Sie vor dem Abschluss achten müssen, und was es mit der Unterversicherung auf sich hat.
Die Hausratversicherung ist keine Muss-Versicherung. Dennoch gehört sie zu den beliebtesten Policen und das aus einfachem Grund: Im Laufe der Jahre hat sich in den meisten Wohnungen und Häusern soviel Hausrat angesammelt, dass ein Verlust mindestens ärgerlich ist und bei wertvollen Möbeln auch teuer werden kann. Deshalb gilt: Je hochwertiger die Einrichtung, desto sinnvoller ist dieser Versicherungsschutz. Außerdem zahlt eine Hausratversicherung auch für gestohlene Kleidung, Schmuck, Bargeld, Computer, Kameras - sprich: für alles, was zum Haushalt gehört. Es ist zwar möglich, sich gegen Naturkatastrophen Überschwemmungs- oder Erdbebenschäden zu versichern. Allerdings übernimmt die Assekuranz in Regionen, wo mit solchen Schäden gerechnet werden muss, das Risiko meist nicht - oder nur zu sehr hohen Preisen.
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Die Hausrat-Police deckt den Neuanschaffungswert ab, auch wenn Einrichtungsgegenstände schon älter sind. Das gilt für Einbruch, Diebstahl und Verwüstung, sowie Brandschäden, Wasserschäden und Schäden durch Sturm und Hagel. Dass ein Schaden entstanden ist, muss der Kunde allerdings nachweisen. Deshalb lohnt es sich, Quittungen und Kaufbelege aufzubewahren und wertvolle Dinge wie Bilder oder Schmuck auch zu fotografieren. Stehen Aquarien und Wasserbetten in der Wohnung, sollten sie ausdrücklich im Vertrag aufgeführt werden. Empfehlenswert ist auch, TV-Gerät, PC oder Stereoanlage vor Überspannungsschäden bei einem Blitzschlag mitzuversichern.
Die Versicherung springt auch für Kosten ein, die entstehen, wenn Sie etwa wegen eines Brands in ihrer Wohnung im Hotel übernachten müssen oder einen Maler zwecks Renovierung kommen lassen. Ebenfalls mitversichert ist in der Regel Diebstahl aus einem Hotelzimmer an ihrem Urlaubsort.
Jede Hausrat-Police enthält die sogenannte Unterversicherungsklausel. Sie soll verhindern, dass die Kunden ihr Hab und Gut zu niedrig versichern. Wer die Versicherungssumme mit dem von den Versicherungen empfohlenen Pauschalwert von 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche berechnet, ist vor dem Vorwurf der Unterversicherung generell geschützt. Für eine 100-Quadratmeter- Wohnung ergibt sich so eine Versicherungssumme von 65.000 Euro.
Kritische Verbraucher fangen hier an zu rechnen: Das verschlissene Sofa, das durchgelegene Bett, die abgenutzte Schrankwand, der uralte Fernseher - niemals kostet ein Neukauf 65.000 Euro, und günstigerer Ersatz würde ja erst mal genügen. Doch das interessiert deutsche Hausratversicherer überhaupt nicht. Zwar ist es ebenfalls möglich, das Inventar individuell aufzulisten, doch das hat Tücken: Wird im Schadensfall vom Versicherer auch nur ein Quentchen "Unterversicherung" gefunden, etwa weil die Bücher im Regal zwar zerfleddert, aber neu einige Tausend Euro wert sind, zahlt er nicht die volle Schadenssumme.
Der Prämien berechnen sich nach Versicherungssumme und Wohnort. Wenn Sie in einer ruhigen Gegend wohnen, müssen Sie weniger zahlen, als in einer, in der es häufig zu Wohnungseinbrüchen kommt. Ihre Lage wird anhand der Postleitzahl berechnet. Dazu gibt es diverse Möglichkeiten, bestimmte Leistungen mitzuversichern: vom Diebstahl von Gartenmöbeln über die Datenrettung von verbrannten Computern bis hin zu "Schlossänderungskosten". All diese Faktoren beeinflussen die Höhe der Beiträge. Eine "Standard"-Hausratversicherung für eine durchschnittliche Wohnung und Lage beginnt bei etwa 65 Euro im Jahr.
Wer seine Wohnung verlässt und dabei die Fenster offen oder die Waschmaschine laufen lässt und so einen Schaden verursacht, geht in der Regel leer aus oder kürzt seine Entschädigungen, weil die Versicherungen dem Versicherten dann "grobe Fahrlässigkeit" vorwerfen. Mittlerweile bieten einige Unternehmen an, auf diesen Einwand zu verzichten. Prüfen Sie also vor Abschluss, ob der Versicherer diese Option anbietet.
Für einen Aufpreis kann das Rad in die Hausratversicherung aufgenommen werden. Diese Versicherungen haben ihre Tücken, denn hochwertige Räder sind meist nicht mitversichert. Auch Ort und Zeit eines Diebstahls können schnell zur Ablehnung des Schadens führen. Grundsätzlich gilt: Die Prämie kostet bis zu zehn Prozent des Fahrradneuwerts - zum Vergleich: Wenn eine Kfz-Versicherung den gleichen Maßstab ansetzen würde, müssten Sie für ein Neuwagen im Wert von 30.000 Euro eine Prämie in Höhe von 3000 Euro jährlich zahlen. Fahrradversicherungen sind teuer.
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