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23. Februar 2009, 22:52 Uhr
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Spion unter der Motorhaube

Autoversicherer erproben ein neues Prämiensystem: Rücksichtsvolles Fahren soll belohnt werden. Wer dagegen riskant fährt, soll künftig mehr zahlen. Ein elektronisches Fahrtenbuch liefert die dafür nötigen Daten - der Fahrer wird somit komplett überwacht. Von Peter Weyer

Autoversicherung, Kfz, Prämien, Fahrtenbuch, Überwachung

© Illustration: Tim Moeller-Kaya

Eine plausible Idee: Wer riskant Auto fährt, soll auch höhere Prämien bei der Autoversicherung zahlen - und umgekehrt. Dabei sollen sich die Tarife nicht mehr wie bisher nach festen Größen richten, etwa Jahresfahrleistung, Wohnort, Lebensalter oder Beruf, sondern nach dem persönlichen Fahrstil. Ziel ist eine größere Prämiengerechtigkeit. Denn jetzt ist es grob gesagt so: Rücksichtsvolle zahlen für Rambos mit.

"Pay As You Drive" (PAYD = Bezahle, wie du fährst) heißt das neue System im Versicherungsdeutsch. Künftig könnte derjenige weniger für Haftpflicht und Kasko zahlen, der etwa Tempolimits wirklich einhält, sichere Autobahnen statt unfallträchtiger Landstraßen benutzt oder meist zu verkehrsarmen Zeiten am Lenkrad sitzt. Demnächst geht die Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) mit diesem Modell versuchsweise an den Start.

Allerdings gibt es einen Haken: Das System kann ohne die totale Überwachung des Autofahrers nicht funktionieren. In dessen Fahrzeug wird eine Art elektronischer Fahrtenschreiber, eine sogenannte Telematikbox, eingebaut. Die übermittelt alle Informationen via Satellit laufend an ein Rechenzentrum. Dort wird ein lückenloses Protokoll darüber angefertigt, wo, wann und wie der Versicherungskunde fährt. So könnte zum Beispiel leicht eine Temposünde in einer 30er-Zone rückwirkend auffliegen. Andererseits ist auch der Nachweis möglich, dass der Fahrer bekannte Unfallschwerpunkte oder den dichten Berufsverkehr meidet.

Pädagogische Wirkung

Thomas Daumer, PAYD-Vordenker bei der WGV, sieht vor allem die pädagogische Wirkung auf junge Fahrer: "Wir gewähren ihnen bis zu 30 Prozent Rabatt. Aber der wird sofort gestrichen, wenn die Daten sie als Rowdys enttarnen." Das Konzept der Stuttgarter stockte im vergangenen Herbst noch wegen technischer Schwierigkeiten bei der wechselseitigen Datenübermittlung. Jetzt sind die Probleme gelöst. "Im Frühjahr starten wir einen Modellversuch", sagt Daumer. Die Ergebnisse könnten das derzeitige Tarifsystem durcheinanderbringen. Das Fachblatt "ACE Lenkrad" zitiert Studien, wonach "gute" Vielfahrer etwa 40 Prozent an Prämien sparen könnten, risikoscheue Wenigfahrer bis zu 60 Prozent.

Vorerst ist die WGV mit ihrem Vorstoß allein. Konkurrenten warten ab, was der Test ergibt und ob sich PAYD tatsächlich rechnet. Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstand für Kfz-Versicherung beim Branchenschwergewicht HUK, ist skeptisch: "Der Datentransfer kostet sehr viel Geld."

Weit schwerer wiegt jedoch die Sorge, Autofahrer könnten das neue Prämienmodell wegen der erzeugten Bewegungsprotokolle grundsätzlich ablehnen. Schließlich geht es niemanden etwas an, wo man wie fährt oder parkt. Pikante Details könnten ans Tageslicht kommen, etwa, wenn sich jemand mit seinem Auto öfter in Rotlichtvierteln aufhält.

Für die Versicherung ausgewertet

Doch WGV-Mann Daumer sieht die Datensicherheit durch ein zweigeteiltes Abrechnungssystem garantiert. Im ersten Schritt werden alle Fahrten von einem Servicepartner oder Provider zentral gesammelt und ausgewertet. Diese Auswertungen werden in einem zweiten Schritt an die Versicherung weitergereicht. Die Assekuranz erfährt nur, ob, wie oft und wie lange ihr Kunde an Unfallschwerpunkten vorbeigekommen oder schneller gefahren ist als erlaubt. Genaue Uhrzeiten oder konkrete Streckenangaben werden nicht mitgeliefert.

Jörg Elsner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltsverein, sieht dennoch die Gefahr des gläsernen Autofahrers. Wenn die Polizei nach einem Unfall zur Beweissicherung die Telematikbox beschlagnahmt, kann sie die aktuellen Daten auslesen und auch alle zurückliegenden Aufzeichnungen filzen. Dagegen könnten sich weder Autofahrer noch Versicherer wehren. "Dann", so Elsner, "drohen Punkte und Fahrverbot."

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Ausgabe 08/2009

Von Peter Weyer
KOMMENTARE (10 von 39)
 
sportartmakler (25.02.2009, 16:30 Uhr)
mkkwohner
du gibst dir ja sichtlich mühe dein leben mit anonymen beleidigungen im internet aufzupeppen. von umgangsformen brauchst du mir nichts zu erzählen. du und sie ist ein abart der dt. sprache. wenn sich der kleine beamte mit einem sie besser fühlt, bitte sehr herr mkkwohner. ich diskutiere gern, aber nicht wenn von beginn an solche, entschuldigung, verblödetetn antworten kommen bzw. man sein gegenüber zu diskreditieren versucht ( groß- und kleinschreibung, rechtschreibfehler, die uhrzeit wann ich poste muß natürlich auskunft über meine tätigkeit geben, dutzerei als merkmal von plattenbau und trinkhallen...)
dafür respekt, in so nem kurzen posting wirklich sämtliche klischeès bedient.
was qualifiziert denn zur teilnahme an dieser diskussion, deine ehrenwerte meinung? spar dir die antwort
MKK-Wohner (25.02.2009, 15:35 Uhr)
@sportartmakler
Da sie ja offensichtlich vormittags viel Zeit haben, um alle möglichen Artikel zu kommentieren, muss ich davon ausgehen, dass sie keiner geregelten Tätigkeit nachgehen. Und da sie den Kommentar des "Mindsplitting" so bejubeln, gehe ich davon aus, dass sie - genau wie "Mindsplitting" die "BLÖD"-Zeitung täglich konsumieren und sich daraus ihre Weltanschauung zusammenbasteln. Und wenn ich dann noch die vielen Rechtschreibfehler zusammenrechne, dann frag ich sie ernsthaft: Warum diskutieren sie eigentlich bei (so vielen) Themen mit, von denen sie offensichtlich keine Ahnung haben?
Übrigens heißt es: ...einen Bärendienst erweisen...
Aber sowas steht natürlich nicht in ihrer Lektüre.
Vielleicht sollten sie einfach mal ganz von vorn anfangen, wie wäre es denn z.B. mit dem Erlernen von Umgangsformen. Dass sie jeden mit "du" anreden, mag ja in ihrem Plattenbau oder an der Trinkhalle in Mode sein. Aber in der großen weiten Welt kommt so etwas ganz schlecht an! (naja, hoffen wir, die große weite Welt wird sie nie zu Gesicht bekommen...)
sportartmakler (25.02.2009, 08:25 Uhr)
@mkkwohner - diskussion sinnlos
auf mindsplittings kommentar keine passende antwort? du weißt dass du im unrecht bist und mußt jetzt um dich treten wie en kleines kind.
deinen beamtenkollegen erweist du übrigens keinen dienst so wie du dich hier präsentierst. den leuten im rhein-main-gebiet auch nicht.
sportartmakler (25.02.2009, 08:17 Uhr)
@ralf
das hat nix mit gutem willen zu tun. die kfz-haftpflicht ist nunmal eine pflichtversicherung in der es den kontrahierungszwang (annahmezwang) gibt. ob die versicherer wollen oder nioht, sie müssen dich mind. haftpflichtversicheren, es sei denn bei der jeweiligen versicherung bist du wegen schaden oder mangels beitragszahlung gekündigt wurden. die reine kfz-sparte ist für alle versicherer durchweg ein rotes tuch.
MKK-Wohner (25.02.2009, 06:50 Uhr)
@sportartmakler
ja, sie haben vollkommen Recht! Leider hat es für einen Dienstwagen nicht gereicht (ich konnte mir meinen Reihensechszylinder aus eigener Kraft kaufen). Somit ist mein Lebenstraum - täglich wie eine Nutte auf Hausbesuch von einem Kunden zum nächsten zu fahren und um Abschlüsse zu betteln - leider nicht in Erfüllung gegangen. Stattdessen muss ich mich täglich mit Gleitzeit herumquälen, mich als Beamter selbst beschäftigen und, als wäre dies alles nicht schon schlimm genug - mit 55 Jahren wohl in Pension gehen müssen. Ja, das Leben kann grausam sein...
(Na wenigstens beherrsche ich die Groß- und Kleinschreibung)
(Ironie aus)
Und wenn Möchtegern-Rennfahrer wie sie nicht ständig der Meinung wären, die Autobahn gehöre ihnen allein, hätten wir den Vorschlag mit der Blackbox erst gar nicht!
Also - immer schön die Augen im Rhein-Main-Gebiet offen halten. Man sieht sich!
Ralf0204 (24.02.2009, 23:04 Uhr)
@sportartmakler

Also wird man nur noch Versichert weil die Unternehmen es so gut mit uns meinen?
Oder wie darf ich das Verstehen dann ist es ja nur ein Frage der Zeit bist diese Unternehmen Pleite gehen!
Euromeyer (24.02.2009, 18:47 Uhr)
Ueberwachungsgesellschaft
Ich haette nur eine Frage: Gibt es Studien ueber den Anteil Ueberwachter Lebenszeit in unserer Gesellschaft und zum Vergleich dasselbe fuer eine Diktatur? (DDR oder so)
Mauro (24.02.2009, 17:21 Uhr)
@susiwolf
Gerecht ist also, wenn mein Arbeitsweg täglich 70 km Landstraße beinhaltet & an 3 Unfallschwerpunkten vorbeiführt, ich aber, obwohl ich seit Jahren Unfallfrei und vernünftig fahre, mehr zahlen soll.
Das jetzige System ist schon ungerecht genug, weil es z.B. junge Männer extrem benachteiligt, auch wenn sie die "schwierige Zeit" 18- 25 unfallfrei ohne Raserei überstehen.
Und jetzt noch GPS Überwachung? Aufs km/h genau?
_______
Aber Sie können ja gerne Ihr komplettes Privat& Berufleben online zur Schau stellen, mit Ihrer Paybackkarte Ihrem Unternehmen mitteilen, welchen Kondomgeschmack sie bevorzugen und Ihre komplette Fahrtzeit irgenwelchen Fremden Menschen mitteilen!
Mindsplitting (24.02.2009, 17:07 Uhr)
@MKK-Wohner
Dann hast du: Vorfahrt missachtet, genötigt mit zu wenig überholgeschwindigkeit einen Fahrstreifen blockiert (Rechtsfahrgebot) und auch noch gefährlich in den Verkehr eingegriffen.
Ich hoffe die Polizei erwischt dich nie dabei, denn die MPU dürftest DU nicht bestehen.
Versteht mich nit falsch Leute, es hat jeder das Recht zu überholen und wenn jemand weit genug weg von mir rauszieht (Ja ich reise mit 180KmH) dann lasse ich mich ausrollen, halte abstand und gut ist.
Zieht aber jemand so raus das ich vollbremsen muss ist das nicht Drängeln meinerseits oder eines anderen. Dann ist das Nötigung und kostet EUCH den Lappen nicht uns die ihr so verteufelt.
Drängeln isset nur dann wenn man mit voller Absicht dicht auffährt und im besten Fall noch Lichthupe wie ein irrer macht. Zieht allerdings so einer wie MKK vor mir raus und nötigt mich zur Vollbremse und verursacht beinahe einen Unfall habe ich jedes Recht der Welt die Lichthupe rainzuhauhen wie ich lustig bin da es dann ein Gefahrenhinweis ist.
@die Mittespurfahrer, Kost übrigens jetzt 80€ und einen Punkt in Flensburg. 2 MAl auffallen innerhalt 12 Monaten kann euch 3 Monate FÜhrerscheinentzug kosten.
An ALLE noch normalen Menschen hier. Warum kapieren diese Verkerserzieher nit das en bissl mehr Sozialverhalten im Verkehr schon verdammt viel bringen würde? Grade die notorischen Verkehrserzieher sind doch die die Unfälle Provozieren, die Leute ohne Reue auffahren lassen um denen ma zu Zeigen wie teuer es werden kann und dabei nit mal im entferntesten daran denken wie krank sie doch sind.
Von mir aus solln se doch en Tempolimit von 130 einführen, dann ist das halt so, bis dahin müssen andere damit leben vor dem Spurwechsel halt mal in den Spiegel zu gucken und ne Hupe zu kassieren wenn sie jemandem die Vorfahrt nehmen.
Mir Rowdiehaftem Verhalten hat das übrigens nix zu tun. Man stellt sich ja auch in der Stadt nicht einfach mitten auf die Kreutzung damit andere an der Ampel nicht mehr durch kommen oder?
sportartmakler (24.02.2009, 14:18 Uhr)
@MKK-Wohner
hat wohl nicht für nen dienstwagen gereicht? dein kommentar und deine einstellung sind das letzte. ohne leute wie dich hätten wir keine raserdiskussion.
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