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Richtig versichern

Im November ist wieder Jagdsaison. Die Kfz-Versicherer unterbieten sich, um an die Kunden der Konkurrenz zu kommen. Preis und Leistung im Überblick.

Von Elke Schulze

Kaum wird es Herbst, schon gehen die Autoversicherer auf Kundenfang: Der 30. November ist der jährliche Kündigungstermin für Haftpflicht- und Kasko-Policen. Und mit rund 100 Millionen Verträgen ist die Kraftfahrzeugsparte die größte im Assekuranzgeschäft. Deswegen überschütten die Versicherungen ihre Kunden in diesen Tagen mit Werbung. Immerhin jeder zweite Autobesitzer hat in den vergangenen fünf Jahren den Anbieter gewechselt. Die Autoversicherung gilt als klassische "Türöffnerpolice", um neue Kunden zu gewinnen: Hat erst mal einer unterschrieben, kann man ihn mit weiteren Angeboten beglücken. Deswegen liefern sich die Versicherungskonzerne seit Jahren einen gnadenlosen Preiskrieg. Allein 2006 sanken die Beiträge im Schnitt um 3,6 Prozent. Die Kunden kann das freuen: Nie konnten sie ihr Auto günstiger versichern als heute. Und nie lohnte der Preisvergleich mehr. 50 Prozent Kostenvorteil sind beim Wechsel vom teuren zum billigen Anbieter drin.

Für einen vier Jahre alten Golf Variant weisen bereits die günstigsten acht Angebote für eine Vollkasko-Versicherung eine Differenz von rund 70 Euro pro Jahr auf (siehe Tabelle). Doch der Wettbewerb findet nicht nur über den Preis statt: Weil der Tarifkampf langsam ruinös wurde, suchen viele Konzerne ihr Heil in individuelleren Tarifen. So wird künftig unter anderem nach Alter, Fahrleistung, Fahrzeugalter und Fahrverhalten unterschieden. Der Trend: Für junge Fahrer von alten Autos wird es teurer, der ältere, unfallfreie Wenigfahrer mit Neuwagen bekommt Rabatt. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, sind die Versicherungen außerdem kreativ geworden: Die Axa wirbt beispielsweise mit umfassenderem Schutz und bietet für unseren Beispiel-Golf eine verbesserte Vollkasko mit „Allgefahrendeckung“. Die befreit den Fahrer von fast jeglichem Risiko und zahlt sogar für zerstochene Reifen oder selbst verschuldete Schäden durch ein falsch montiertes Fahrrad auf dem Gepäckträger. Und sie kommt für sämtliche Tierunfälle auf.

Sparen mit dem Werkstatttarif

Bislang waren bei den meisten Versicherern nur Wildunfälle durch die Vollkasko-Versicherung abgedeckt. Schäden durch Unfälle mit einem ntlaufenen Hund waren Privatsache. Der Online-Anbieter Deutsche Internetversicherung, der zum Continentale-Konzern gehört, entschädigt sogar Motorschlauchgeknabber von Mardern mit bis zu 1.000 Euro. Auch der Großanbieter Allianz mit knapp neun Millionen versicherten Fahrzeugen zeigt sich einfallsreich: Prämiennachlass soll Versicherte animieren, ältere Fahrzeuge länger im teureren Vollkaskotarif zu belassen. Diese "Gebrauchtwagenkasko" liegt zwischen Voll- und Teilkasko, stellt im Schadensfall einen Mietwagen und ersetzt den Nutzungsausfall. Darüber hinaus verlängerte die Allianz die Neuwertentschädigung bei Totalschäden von marktüblichen 12 auf 18 Monate. Im Kleingedruckten vieler Angebote finden sich häufig weitere Leistungen, mit denen sich die Tarife aufstocken lassen - natürlich gegen Gebühr. "Rabattretter" heißen neue Konstrukte, die künftig zum Verkaufsrenner werden sollen.

Sie verhindern beim selbst verschuldeten Unfall die Rückstufung in eine teurere Klasse. Der von den Deutschen geliebte Schadenfreiheitsrabatt bleibt so erhalten. Die Axa bietet das jedoch erst Autofahrern an, die höchstens noch 60 Prozent des Normaltarifs zahlen, also schon länger unfallfrei sind. Die Allianz räumt den Kunden mit ihrem Rabattschutztarif in der Vollkasko einen Unfall pro Kalenderjahr ein. Beide Gesellschaften lassen sich das ordentlich bezahlen: Zwischen 7,5 und 20 Prozent Prämienaufschlag werden fällig. Der zunächst günstige Basistarif schraubt sich so in empfindliche Höhen. Versicherungstarife nach dem Baukastenprinzip machen das Vergleichen schwerer und sind mitunter deutlich teurer. Besser sparen lässt sich mit einem sogenannten Werkstatttarif. Der Kunde verpflichtet sich, Schäden nur in einer der Partnerwerkstätten reparieren zu lassen. Das brächte für unseren Golf bei der Debeka- Versicherung zum Beispiel einen Prämiennachlass von 15 Prozent. Auch Axa, Huk-Coburg oder die ADAC-Versicherung bieten solche Tarife an. Wichtig dabei: prüfen, wo die nächstgelegene Vertragswerkstatt ist und wie viele es davon gibt.

Nicht schummeln bei der korrekten Kilometerleistung

Ob Vollkasko oder bloß simple Haftpflichtpolice: Das persönliche Risikoempfinden bestimmt die Wahl der Versicherung und damit den Preis. Daneben gibt es aber noch eine Reihe von Merkmalen, die Prämien bei einigen Anbietern erheblich beeinflussen können, auf die der Versicherte selbst aber nur wenig Einfluss hat. Hier gilt es, den Überblick zu behalten und für die eigenen Lebensumstände den besten Anbieter zu finden: Da werden beispielsweise Fahrern von Neuwagen, Garagenparkern und Wenigfahrern (bis 15. 000 Kilometer Jahresleistung) Rabatte von rund fünf Prozent eingeräumt. Aber auch Immobilienbesitzer und bestimmte Berufsgruppen wie öffentlich Bedienstete verursachen - rein statistisch - weniger Unfälle als der Rest der Bevölkerung und werden deshalb teilweise mit Prämiennachlässen belohnt. Fahrer, die in der Verkehrssünderkartei von Flensburg ohne Punkte sind, erhalten etwa bei Axa einen "Begrüßungsrabatt". Wichtig bei all diesen Klauseln ist es allerdings, bei den Angaben, wie zum Beispiel der korrekten Kilometerleistung, nicht zu schummeln. Ist der Tachostand höher als angegeben, droht dem Kunden eine saftige Vertragsstrafe. Deren Höhe liegt meist im Ermessen der Versicherung.

Einige Gesellschaften verlangen nur die entgangene Prämie, andere wie die Rheinland-Versicherungen schlagen auf den korrekten Beitrag noch 100 Prozent auf. Seit Oktober sind außerdem alle Autos nach ihrer Unfallträchtigkeit in neue Typklassen eingeteilt. Davon gibt es nur noch 24 statt bisher 39, was das Vergleichen für Kunden schwieriger macht. Doch viele Fahrzeugtypen sinken deutlich in der Einstufung: Am stärksten verbessern sich bei der Vollkasko-Versicherung der BMW Z8- Roadster um vier Klassen und der Golf GTI um drei. Auch die Geländewagen der Marke Landrover liegen vorn. Teurer wird es künftig für Besitzer von Hyundai Tuscon und Audi A6, die offenbar im Schnitt häufiger in Unfälle verwickelt sind. Für unseren Beispiel-Golf mit 90-PS-Motorisierung ändert sich in der Vollkasko wenig: Er sinkt von Klasse 13 in Klasse 12. Doch in der gerade bei älteren und weniger teuren Modellen häufig abgeschlossenen Teilkasko sinkt der Wagen von der hohen Typklasse 24 auf Klasse 16 ab. Das dürfte ihn quer durch alle Tarife günstiger werden lassen. Am billigsten fahren Verbraucher meist mit den Tarifen sogenannter Direktversicherer. Sie verzichten auf einen Außendienst und viel Beratung. Abgeschlossen wird der Vertrag online oder per Telefon.

Kundenbindung funktioniert am besten über den Preis

In Sachen Versicherungsleistungen machen die neuen Billigheimer aber keine Abstriche. Momentan schließen etwa fünf Prozent der Autofahrer ihren Vertrag so ab, Tendenz steigend. Marktführer sind die DA Direkt (gehört zur Zurich-Gruppe), Cosmos Direkt (Generali) und Direct Line (Royal Bank of Scotland). Neu im Markt sind ein Direktableger der VHV/ Hannoversche-Gruppe sowie die britische Admiral. Sie sorgen für Wettbewerb, der auch künftig die Prämien im Zaum halten dürfte. Aber auch wer die Anonymität des Internets scheut und eigentlich mit seiner Versicherung bisher ganz zufrieden war, kann vom aktuellen Wettbewerbswirbel profitieren: Oft genügt es schon, bei der angestammten Versicherung um eine Überprüfung der Tarifbedingungen zu bitten oder ein neues, günstigeres Angebot anzufordern. Schon die Frage nach Rabatt kann Ihre bisherige Versicherung zum Nachlass bewegen. Denn nach Jahren der Preisschlacht haben alle Versicherer begriffen, dass es besser ist, einen alten Kunden zu halten, als sich auf die immer teurere Jagd nach einem neuen zu begeben. Das Thema Kundenbindung steht inzwischen wieder ganz oben auf der Agenda der Konzerne. Und Kundenbindung funktioniert am besten über den Preis.

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