Ratgeber Versicherung

Das leisten private Pflegeversicherungen

Um für den Pflegefall finanziell gut gerüstet zu sein, sollte man so früh wie möglich vorsorgen. Eine private Pflegeversicherung kann da sinnvoll sein. stern.de erläutert Vor- und Nachteile.

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Mit einer privaten Pflegeversicherung lässt sich die Lücke zur staatlichen Versorgung schließen©

Im Alter auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, das macht den meisten Menschen Angst. Doch die Wahrheit ist: Um Pflege im Alter kommen immer mehr Deutsche nicht herum. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts könnten bis 2030 in Deutschland 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig sein - aktuell sind es mehr als 2,5 Millionen. Die Mehrheit davon wird zu Hause betreut. Noch. Weil die Gesellschaft immer mobiler wird und Alt und Jung immer seltener beieinander leben, lässt sich auf eine Betreuung durch Angehörige kaum bauen. Ambulante Pflegedienste müssen einspringen, möglicherweise wird sogar die Unterbringung in einem Heim nötig.

Dabei hat es sich längst herumgesprochen: Die gesetzliche Pflegeversicherung in der Bundesrepublik reicht nicht aus, die Kosten für eine angemessene Betreuung durch den Pflegedienst oder in einem Pflegeheim zu decken. Eigenvorsorge ist deshalb wichtig. Wer im Ruhestand rundum abgesichert sein will, muss so früh wie möglich Geld zurücklegen - auch für die Pflege.

Angst vor dem Pflegefall

Laut einer aktuellen Umfrage hat jeder zweite erwachsene Deutsche Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden. Die große Mehrheit geht davon aus, dass die staatlichen Pflegeleistungen dann nicht ausreichen. Dennoch hat derzeit nur rund jeder siebte eine private Zusatzversicherung für diesen Fall abgeschlossen.

Dabei sind einige Modelle durchaus zu empfehlen. Interessenten haben die Wahl zwischen vier unterschiedlichen Versicherungsformen: Die Lebensversicherer bieten eine Pflegerentenversicherung an, und bei den Krankenversicherern kann der Kunde die Pflegetagegeldversicherung oder die Pflegekostenversicherung abschließen. Seit Januar gibt es zudem eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung, den so genannten Pflege-Bahr. Diese Policen werden ebenfalls von privaten Krankenversicherern angeboten.

Gemeinsam ist allen Versicherungsvarianten: Wer spät einsteigt, zahlt deutlich mehr. Wegen der Kosten und des längeren Vermögensaufbaus kann es also sinnvoll sein, schon früh eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Männer und Frauen zahlen seit der Einführung der Unisex-Tarife Ende 2012 die gleichen Prämien. Für Männer ist der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung damit teurer geworden, als noch vor einem Jahr. Bei der Auswahl des richtigen Produkts sollten Sie aber nicht nur auf den Preis schauen, sondern vielmehr auf die künftigen Leistungen. Schließlich soll die Police in Kombination mit der gesetzlichen Pflegeversicherung eine gute Versorgung sichern.

Allen Produkten mit Ausnahme der Pflege-Bahr-Angebote ist gemein, dass der Antragssteller vorher Gesundheitsfragen beantworten muss. Denn im Normalfall wird nur ein gesunder Kunde versichert oder es drohen heftige Zuschläge. Also Achtung: Wer bei den Antworten schummelt, riskiert seinen Versicherungsschutz. Stiftung Warentest warnt aber vor Angeboten mit "vereinfachten Gesundheitsprüfungen" – denn diese seien meist mit geringeren Leistungen verbunden.

Auf den nächsten Seiten stellen wir Ihnen die vier Varianten der Pflegezusatzversicherung im Detail vor.

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Seite 1: Das leisten private Pflegeversicherungen
Seite 2: Die Pflegetagegeldversicherung
Seite 3: Die Pflegerentenversicherung
Seite 4: Die Pflegekostenversicherung
Seite 5: Der Pflege-Bahr
 
 
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