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Wer wechselt, wird durchleuchtet

Wer zu einer privaten Krankenversicherung wechseln will, muss sich einer umfassenden Gesundheitsprüfung unterziehen. Falsche Angaben können selbst Jahre später noch schwerwiegende Konsequenzen haben.

  Vor dem Eintritt in eine private Krankenkasse steht ein Gesundheitscheck

Vor dem Eintritt in eine private Krankenkasse steht ein Gesundheitscheck

Wer die Vorteile der privaten Krankenversicherung (PKV) nutzen möchte, muss sich zunächst einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Denn anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürfen private Versicherer in den regulären Tarifen prüfen, ob oder unter welchen Voraussetzungen Antragsteller aufgenommen werden. Bei Vorerkrankungen oder besonderen Risikofaktoren kann in seltenen Fällen eine Ablehnung erfolgen - meistens erheben die Versicherer jedoch einen Risikozuschlag.

Ein Antragsteller muss im ambulanten Bereich Auskunft geben, wo es meist um die ärztlichen Untersuchungen der letzten drei bis fünf Jahre geht. Auch wenn Bagatellerkrankungen in der Regel ohne Bedeutung sind - letztendlich entscheidet der Versicherer und nicht der Antragsteller, was eine Bagatelle ist und was nicht. Niemand sollte im Antrag Arztbesuche unterschlagen, weil er sie selbst für irrelevant hält. Auch stationäre Behandlungen müssen angegeben werden, oft sogar für die letzten zehn Jahre.

Bei Vorerkrankungen kann der Vertrag scheitern

Eine weitere Frage bezieht sich auf Operationen, wobei damit die stationären wie auch die ambulanten gemeint sind. Ebenfalls gefragt wird nach psychischen Behandlungen in den letzten fünf bis zehn Jahren, denn dies ist in der Regel ein Ausschlusskriterium.

Ein weiteres Thema sind die Zähne. Hier geht es weniger um Routine-Behandlungen, sondern vor allem um den Zustand des Gebisses. Entscheidend ist, ob Zähne fehlen, ob gerade eine Behandlung läuft oder ob kieferorthopädische Eingriffe geplant sind. Einige Versicherer wollen es ganz genau wissen, um ihr Risiko einzugrenzen und fragen nach bereits erfolgten Behandlungen und deren Datum. Denn erfahrungsgemäß werden zehn Jahre alte Brücken und Kronen irgendwann ersetzt werden müssen.

Falsche Angaben haben Konsequenzen

Bei Vorerkrankungen besteht immer die Gefahr, dass der private Krankenversicherer einen Risiko-Zuschlag verlangt oder der Vertrag gar nicht erst zustande kommt. Risikozuschläge werden gezielt auf den jeweiligen Tarif erhoben, in dem das Risiko angesiedelt ist - die Prämie steigt also nicht insgesamt, sondern nur im "Problem-Bereich". Zudem werden Risikozuschläge nicht für immer und ewig festgesetzt. Denn entfällt das höhere Risiko, zum Beispiel durch das Ausheilen einer Krankheit, kann auch der Zuschlag entfallen.

Falsche Angaben zum Gesundheitszustand haben auch bei der privaten Krankenversicherung schwerwiegende Konsequenzen. Denn werden falsche Angaben - beispielsweise durch Arztbefunde - nachträglich entdeckt, kann der Versicherer den Vertrag kündigen. Haben Versicherte die Vorerkrankungen absichtlich verschwiegen, ist eine Kündigung auch noch Jahre nach Abschluss des Vertrages möglich. Ehrlichkeit ist also Trumpf. Ansonsten hat die private Krankenversicherung allerdings kein reguläres Kündigungsrecht. Bei nach Vertragsschluss aufgetretenen Gesundheitsproblemen kann die PKV Versicherte nicht hinauswerfen.

be/DDP/DDP

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