Startseite

Stern Logo Ratgeber Krankenkasse

Vorsicht vor den Billigheimern

Wer über den Wechsel zu einem vermeintlich günstigen privaten Krankenversicherer nachdenkt, sollte vorsichtig sein. Bei Billigtarifen drohen Kostenfallen oder lediglich abgespeckter Schutz.

  Vorsicht vor den privaten Billigheimern: Wer umfassenden Gesundheitsschutz will, muss auch bei den Privatkassen tief in die Tasche greifen

Vorsicht vor den privaten Billigheimern: Wer umfassenden Gesundheitsschutz will, muss auch bei den Privatkassen tief in die Tasche greifen

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird immer teurer. Da ist es kein Wunder, dass diejenigen, die die Beitrittsvoraussetzungen erfüllen, über einen Wechsel zu den privaten Krankenversicherern (PKV) nachdenken, um sich dort günstiger zu versichern.

Aber Achtung: Dieser Schritt ist nicht immer optimal - vor allem bei Billigtarifen, teilweise unterhalb der 100 Euro, ist Vorsicht geboten. Derartige Tarife umfassen meist nur einen stark reduzierten Leistungsumfang. So werden manche Leistungen wie beispielsweise die Psychotherapie gar nicht gezahlt, andere sind stark eingeschränkt, wie etwa stationäre Behandlungen oder Zahnersatz. Wegen der negativen Erfahrungen mit solchen Tarifen haben sich einige Anbieter bereits wieder aus diesem Segment zurückgezogen.

Hilfsmittel nicht voll erstattet

Auch Patienten, die auf Hilfsmittel (z.B. Brillen, Hörgeräte) angewiesen sind, erleben bei manchen Billiganbietern böse Überraschungen. Hier bleiben Versicherte auf 20 bis 25 Prozent der Kosten sitzen. Und auch die Gebührensätze der Ärzte sind - anders als sonst in der privaten Versicherung üblich - stark gedeckelt. Eine weitere Krux der privaten Billiganbieter: Viele Tarife sehen vor, dass der Versicherte erst einmal zum Hausarzt muss, bevor er sich vom Facharzt untersuchen lassen darf. Dabei ist es ansonsten gerade die freie Arztwahl, die bei den Privaten als besonders vorteilhaft ist.

Alles in allem gilt: Wer sich nur einen solchen Billigtarif leisten kann, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung besser aufgehoben. Zumal die Billigtarife in der Regel nach kurzer Zeit ohnehin in "normale" Tarife überführt und dann auch teurer werden.

Teure Selbstbeteiligung

Ein anderer Weg, sich günstig zu versichern, sind die Tarife mit Selbstbeteiligung. Das Prinzip ähnelt dem der Autoversicherung - wer Kosten verursacht, muss erst einmal einen Teil davon selbst tragen, bevor die Versicherung einspringt. Allerdings sehen manche Tarife Selbstbeteiligungen von bis zu mehreren Tausend Euro vor. Derjenige, der tatsächlich krank wird, zahlt da mitunter einen hohen Preis für seinen vermeintlich günstigen Versicherungsschutz.

Für Selbstständige gibt es oft keine andere Möglichkeit, wenn eine private Versicherung gewünscht wird - aber mehr als 1000 Euro Selbstbeteiligung sollte niemand vereinbaren.

Nur nicht krank werden

Und selbst dann ist der Schutz vielleicht zu teuer. Wer zum Beispiel als Arbeitnehmer eine Selbstbeteiligung vereinbart, um monatlich Prämie zu sparen, darf die Rechnung nicht ohne den Chef machen. Denn während der zum monatlichen Beitrag einen Anteil von 50 Prozent zusteuern muss, steht der Arbeitnehmer allein da, wenn er denn wirklich krank wird und mit seiner Selbstbeteiligung zur Kasse gebeten wird.

Viele Versicherungsvermittler weisen beim ersten Gespräch auch gerne darauf hin, dass die fällige Selbstbeteiligung als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzbar ist. Tatsächlich sind Krankheitskosten aber erst absetzbar, wenn die sogenannte Grenze der zumutbaren Belastbarkeit überschritten ist. Und die kann - je nach Familienstand - bis zu sieben Prozent des Einkommens ausmachen. Erst wenn diese Summe überschritten ist, wirkt sich eine gezahlte Selbstbeteiligung steuerlich aus.

Der sicherere Weg: Prämienrückerstattung

Interessanter als das Modell einer von Anfang an vereinbarten Selbstbeteiligung kann übrigens das Angebot der privaten Krankenversicherer sein, nachträglich Prämien zu erstatten. Viele Gesellschaften bieten eine Prämienrückerstattung von ein bis zwei Monatsbeiträgen an, wenn ein oder mehrere Jahre lang keine Rechnungen eingereicht wurden.

Die Versicherten haben es bei den Tarifen mit Rückerstattung dann selbst in der Hand, am Jahresende nachzurechnen, ob sie eine kleinere Rechnung einreichen oder aber stattdessen eine Prämienerstattung wählen. Anders als bei der Selbstbeteiligung muss der Versicherte nicht auf seine Gesundheit "wetten", sondern entscheidet selbst, ob er den privaten Verischerer in Anspruch nimmt oder nicht.

be/DDP/DDP

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools