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So schützen Sie sich vor Navi-Diebstahl im Auto

Diebe haben es immer häufiger auf fest eingebaute Navigationsgeräte abgesehen. Kfz-Versicherer erstatten meist nicht den gesamten Wert. So schützen Sie sich.

Von Friederike Krieger

Manchmal wird der Versicherer selbst zum Opfer: Hier rupften Diebe ein Navi aus einem Firmenauto von Direct Line

Manchmal wird der Versicherer selbst zum Opfer: Hier rupften Diebe ein Navi aus einem Firmenauto von Direct Line

Das Seitenfenster ist zerschlagen, der Innenraum mit Glassplittern übersät. In der Mittelkonsole, wo sich zuvor das integrierte Navigationsgerät befand, klafft ein Loch, aus dem Kabel hervorschauen. Immer mehr Autofahrer finden ihren Wagen so vor. "Der Diebstahl fest eingebauter hat sich bundesweit zu einem Delikt mit extrem hohen Fallzahlen und Millionenschäden entwickelt", sagt Rüdiger Thust von der Kripogewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK).

Ein besonderer Brennpunkt ist Nordrhein-Westfalen. Überwiegend osteuropäische Diebesbanden durchkämmen Großstädte wie Köln oder Düsseldorf und Ballungsräume wie das Ruhrgebiet nach den teuren Geräten und entwenden gezielt die Navis, die momentan auf dem Schwarzmarkt besonders gefragt sind. Im vergangenen Jahr wurden allein in diesem Bundesland 6800 fest eingebaute Navis gestohlen, vorzugsweise aus BMW-, Mercedes-, VW- und Audi-Fahrzeugen. Der volkswirtschaftliche Schaden: 34 Millionen Euro. 2014 werden es wohl ähnlich viele Geräte sein. "Von Entspannung also keine Spur", sagt Thust. Berlin und die östlichen Bundesländer werden ebenfalls regelmäßig von Diebesbanden heimgesucht.

Versicherer wird selbst zum Opfer

Auch Kfz-Versicherer, die meist für die Diebstahl-Schäden aufkommen, sind nicht vor dem Navi-Klau gefeit. So wurde Anfang Oktober 2014 ein Dienstfahrzeug des Direktversicherers Direct Line, ein VW Touran, der gerade auf Promotion-Tour in der Hauptstadt unterwegs war, aufgebrochen und ausgeräumt. Die Diebe nahmen die 3000 Euro teure Multimedia-Anlage mit Navi, Radio und CD-Player mit. Hinzu kamen Kosten von rund 1400 Euro für die zerstörte Scheibe.

Damit ist Direct Line noch vergleichsweise günstig weggekommen. Der durchschnittliche Diebstahl- und Sachschaden liegt laut Kripo-Mann Thust bei rund 5000 Euro, kann aber auch deutlich mehr betragen. So besteht das Navigationsgerät bei nicht aus einer Einheit, sondern aus mehreren Komponenten. "Die Diebe rupfen dann meist die gesamte Mittelkonsole auseinander, um an alle Teile heranzukommen", sagt Thust. Teurer wird der Schaden auch dann, wenn sich die Einbrecher an der Tür zu schaffen machen, statt einfach nur das Fenster einzuschlagen.

Das zahlt die Versicherung

Geld vom Versicherer gibt es nur, wenn der Kunde zumindest eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat. Wer nur über eine Haftpflichtversicherung verfügt, geht leer aus. Aber auch die Teilkaskoversicherung übernimmt oft nicht den gesamten Schaden - zum einen, weil hier ein Selbstbehalt zwischen 150 und 300 Euro üblich ist, zum anderen, weil die Police nur den Zeitwert des ersetzt. Wie bei Handys oder Computern verlieren auch diese Geräte rasend schnell an Wert. So besteht die Gefahr, dass die Auszahlung des Versicherers nicht ausreicht, um ein neues Gerät zu kaufen.

Einige Versicherer bieten ihren Kunden inzwischen statt einer Geldleistung eine Sachentschädigung an. "Die Gesellschaft stellt dann ein gebrauchtes Gerät und kümmert sich auch um den Einbau", erklärt Direct-Line-Pressesprecher Robert Burkhardt. Solch ein Angebot hat auch der Versicherer bei seinem beschädigten Dienstwagen in Anspruch genommen, der beim Konkurrenten Axa versichert war.

Nicht über die Teilkaskoversicherung abgedeckt sind mobile Navigationsgeräte oder sonstige Gegenstände, die Diebe aus dem Auto mitgehen lassen. "Die Teilkaskoversicherung leistet nur beim fest eingebauter Bestandteile und von Zubehör wie dem Warndreieck", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

  • Friederike Krieger