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Police mit Tücken

Die Unfallversicherung kann eine Alternative für diejenigen sein, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Doch die Police hat ihre Tücken und lohnt sich nicht immer.

  Nicht jeder bekommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier kann eine Unfallversicherung helfen.

Nicht jeder bekommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier kann eine Unfallversicherung helfen.

Aus der Absicherung von Berufsunfähigkeitsrisiken hat sich der Staat weitgehend zurückgezogen. Die Angebote der Versicherer sind daher für die meisten Bürger zu einem Muss geworden. Das Problem: Viele wissen dies nicht. Nur wer vor 1961 geboren ist, bekommt überhaupt noch eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Jüngere erhalten vom Staat nur die sogenannte Erwerbsminderungsrente, wenn sie weniger als sechs Stunden pro Tag einer Tätigkeit - unabhängig von der Qualifikation - nachgehen können. Die Höhe dieser Zahlung hängt von den bis dahin geleisteten Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung ab. In keinem der Fälle reicht die staatliche Versorgung zum Leben aus.

Wer schon Vorerkrankungen hat oder einem besonders riskanten Beruf nachgeht, wird allerdings Schwierigkeiten haben, eine bezahlbare private Berufsunfähigkeits-Versicherung abzuschließen. Eine Unfallversicherung kann helfen, die schlimmsten finanziellen Folgen zu mindern.

Unsere stern.de-Versicherungsvergleiche sind unabhängig, sorgfältig ausgewählt und stehen für eine faire Auswahl von Anbietern und Angeboten.

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Grundproblem der Unfallversicherung

90 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle werden durch eine Krankheit ausgelöst. Deshalb ist eine Berufsunfähigkeits-Versicherung einer Unfallversicherung vorzuziehen. Denn sie zahlt sowohl bei Krankeit als auch bei Unfällen. Eine Unfallversicherung springt hingegen nur bei Invalidität infolge eines Unfalls ein, nicht aber wenn Sie durch eine Krankheit invalide werden.

Aber: Wenn Sie aufgrund ihrer Krankengeschichte keine Berufsunfähigkeits-Versicherung bekommen, sollten Sie eine Unfallversicherung in Betracht ziehen. Es gibt allerdings auch noch andere Alternativen zur Berufsunfähigkeits-Versicherung wie private Erwerbsunfähigkeitspolicen oder Verträge zur Absicherung von Grundfähigkeiten. Wenn Sie planen, mit einer Unfallversicherung Ihre Familie für den Todesfall abzusichern, greifen Sie lieber zu einer Risiko-Lebensversicherung, weil diese bei Tod durch Krankheit und bei einem Unfalltod zahlt.

Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, für Kinder besser eine Kinderinvaliditätsversicherung abzuschließen. Denn diese Versicherung zahlt auch nach einer Invalidität durch Krankheit - tatsächlich in den meisten Fällen der Grund für eine Behinderung bei Kindern.

Zahlung nach Grad der Invalidität

Grundsätzlich soll die Unfallpolice die finanziellen Folgen eines Unfalls mildern. Auch der Todesfall wird mitversichert. In der Regel bekommen Versicherte einmalig eine bestimmte Summe ausbezahlt, die anhand des Grades der Invalidität nach einem Unfall berechnet wird. Für den Verlust eines Arms zahlt die Assekuranz beispielsweise 70 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme, bei einer Hand sind es 55 Prozent.

Immer mehr Unfallversicherer bieten ihren Kunden auch an, sie bei der Organisation der medizinischen Behandlungen und der anschließenden Rehabilitation zu unterstützen. Verunglückte können diese Leistungen oft schon in Anspruch nehmen, wenn noch gar nicht feststeht, ob sie einen bleibenden gesundheitlichen Schaden haben werden. Die Versicherer hoffen, durch die intensive Betreuung eine Invalidität von vornherein zu verhindern. Für Betroffene kann das Reha-Management der Versicherer durchaus hilfreich sein. Sie sollten sich aber von den Gesellschaften nicht zu Therapien oder riskanten Operationen drängen lassen, die sie gar nicht wollen.

Unfallversicherer leisten allerdings nicht bei jedem Unglück. Die Versicherung zahlt nicht, wenn sich ein Unfall aufgrund von Alkoholeinfluss ereignet hat. Gefährliche Sportarten (Fallschirmspringen, Paragliding und so weiter) müssen separat abgesichert werden.

Besonders für Kinder, Studenten und Auszubildende ist eine private Unfallversicherung empfehlenswert - schließlich müssen sie möglicherweise noch ihr ganzes Leben mit einer Behinderung leben. Gleiches gilt für Hausfrauen und -männer sowie für Freiberufler und Unternehmer, die keine gesetzliche oder berufsständische Absicherung haben.

So hoch sind die Kosten

Für Unfallversicherungen müssen Sie jährlich mit einem Beitrag von mindestens 90 Euro bei niedrigen Berufsrisiken und einem Beitrag von mindestens 150 Euro bei hohen Berufsrisiken rechnen.

Die Kosten für eine Unfallversicherung hängen aber nicht nur vom Beruf, sondern auch von der Höhe der gewählten Versicherungssumme ab. Grundsätzlich sollten Sie einen möglichst hohen Betrag vereinbaren, (mindestens 200.000 Euro) weil die Auszahlung prozentual von dieser Summe abhängt. Beispiel: Bei dem Verlust eines Auges zahlt der Versicherer 50 Prozent von 200.000 Euro, also 100.000 Euro. Erhöhen Sie die Gesamtsumme auf 300.000, so würden Sie 150.000 Euro bekommen. Es lässt sich aber auch eine sogenannte Progression über mehr als 100 Prozent verabreden. Damit erhält man im Falle einer Teilinvalidität - absolut gesehen - mehr Geld. Gängig sind neben einer Progression von 100 auch 225 oder 350 Prozent.

Generell gilt: Finger weg von Unfall-Policen mit Prämienrückzahlung. Sie versprechen bei Vertragsende ohne Unfall Geld zurück. Die Verzinsung ist jedoch äußerst mager. Daher lieber gleich möglichst günstig versichern und das gesparte Geld anderweitig anlegen.

Beratung tut Not

Unfallversicherungen sind sehr komplizierte Policen - mit reichlich Tücken im Detail. Es gibt viele Unternehmen, die lausige Konditionen anbieten, aber auch solche mit fairen Bedingungen. Ein vorschneller Abschluss ohne vorherige persönliche Beratung #link;www.stern.de/panorama/21000-dollar-in-muenzen-ausgezahlt-die-miesesten-versicherungsmakler-der-welt-2129182.html;ist nicht ratsam# - zumindest für weniger versierte Verbraucher. Vergleichsweise vertrauenswürdige Beratung bieten erfahrene Versicherungsmakler oder gerichtlich zugelassene Versicherungsberater.

Für einen ersten Vergleich lohnt sich ein Blick auf die Gliedertaxe des Versicherers. Sie besagt, wie viel Prozent Invalidität beispielsweise der Verlust eines Beines ausmacht. Unterschiedlich handhaben die Anbieter auch solche Fälle, bei denen der Versicherte bereits gesundheitlich vorgeschädigt war. Ein weiteres Kriterium können die Meldefristen sein, zu denen der Versicherer über die Invalidität in Kenntnis gesetzt werden muss. In der Regel sind Familientarife etwas günstiger. Auch wer jährlich anstatt monatlich seine Beiträge zahlt, kann sparen.

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