Pflegeheim kostet Betroffene im Schnitt 31.000 Euro

27. November 2012, 13:15 Uhr

Pflege hat ihren Preis: Bedürftige müssen im Schnitt insgesamt 31.000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Laut Pflegereport 2012 der Krankenkasse Barmer GEK gibt es große Schwankungen beim Eigenanteil.

Gesundheit, Pflege, Pflegeheim, Betroffene, Schnitt, Euro, 4161

Wie steht es um die Altenpflege? Im Extremfall reichen die privaten Anteile bei stationärer Pflege bis zu 305.000 Euro.©

Im Pflegefall müssen die Menschen in Deutschland durchschnittlich 31.000 Euro privat aufbringen. Zu diesem Ergebnis kommt der am Dienstag in Berlin veröffentlichte Barmer GEK Pflegereport 2012. Dabei gibt es aber enorme Unterschiede. Während Männer zu ihren Pflegekosten durchschnittlich 21.000 Euro aus eigener Tasche beisteuern müssen, ist der Eigenanteil bei Frauen mit rund 45.000 Euro mehr als das doppelt so hoch. Die Studie legt demnach erstmals offen, welche Kosten in der gesetzlichen Pflegeversicherung, bei der Sozialhilfe und privat für die Pflege anfallen.

Insgesamt fallen für Frauen bei Pflegebedürftigkeit Kosten von durchschnittlich fast 84.000 Euro und für Männer 42.000 Euro an. Die soziale Pflegeversicherung übernimmt für einen Pflegeversicherten im Schnitt Leistungen in Höhe von rund 33.000 Euro, wobei die Anteile zwischen 13 und 262.000 Euro beträchtlich schwanken.

Derart hohe Beiträge sind aber nicht die Regel. Rund 28 Prozent der Pflegebedürftigen beanspruchen laut Studie von den Pflegekassen weniger als 5000 Euro, weitere 20 Prozent zwischen 5000 und 15.000 Euro.

Eigenanteil liegt bei 31.000 Euro

Ähnliche Spannen gibt es auch bei den privaten Anteilen, die die Pflegebedürftigen berappen müssen. Sie steigen bei stationärer Pflege im Extremfall auf bis zu 305.000 Euro, im Durchschnitt liegt der Eigenanteil aber bei 31.000 Euro. Frauen müssen vor allem wegen ihrer längeren Heimpflege privat deutlich mehr Geld beisteuern als Männer. Bei finanzieller Bedürftigkeit wird ein Teil der Kosten von der Sozialhilfe getragen. Die Zahlen belegten, "dass die Pflegeversicherung immer eine Teilkaskoversicherung war, ist und bleiben wird", erklärte Barmer-GEK-Vorstandschef Rolf-Ulrich Schlenker. Private Vorsorge mit dem sogenannten "Pflege-Bahr" wirke allenfalls wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch die von der Gewerkschaft Verdi vorgeschlagene Pflege-Vollversicherung hält Schlenker für finanziell nicht machbar.

Neu: die Pflege-Tagegeldversicherung

Die Bundesregierung will mehr Anreize für die private Pflegevorsorge geben. Wer neben der gesetzlichen Pflegeversicherung künftig auch noch eine Pflege-Tagegeldversicherung abschließt, bekommt ab 2013 vom Staat dafür jährlich 60 Euro Zuschuss. Eine staatliche Förderung von 60 Euro wirke fast lächerlich, kritisierte Schlenker. Auch könnten sich Menschen mit niedrigem Einkommen solche Zusatzversicherungen kaum leisten.

Für ihre Analyse haben Experten vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen die Kosten für rund 2000 Versicherte ab 60 Jahren analysiert, die im Jahr 2000 erstmalig pflegebedürftig wurden. Dazu wurden die Ausgaben der Pflegeversicherung bis 2011 summiert, erwartete Kosten bis 2024 haben die Autoren geschätzt.

Zum Thema
Wirtschaft
Ratgeber
Ratgeber Geldanlage: Legen Sie Ihr Geld richtig an Ratgeber Geldanlage Legen Sie Ihr Geld richtig an
Ratgeber Altersvorsorge: So sorgen Sie fürs Alter vor Ratgeber Altersvorsorge Den Ruhestand sorgenfrei genießen
Tools und Vergleichsrechner
Krankenkassen-Vergleich Krankenkassen-Vergleich Sie suchen eine neue Krankenversicherung? stern.de findet die passende für Sie! mehr... >
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von maily: Beschäftigung von Rentner

 

  von dorfdepp: Wird es in 20 Jahren noch LKW-Fahrer, Lokführer und Piloten geben?

 

  von bh_roth: Win 8.1 Energiesparen

 

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen