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Löchriger Schutz bei Zahnlücken

Zusatzversicherungen für Zahnersatz bieten laut Stiftung Warentest oft nur geringe Leistungen. Bemängelt wurde außerdem, dass die Verträge und Tarife meist undurchsichtig und kompliziert seien. Mit "sehr gut" wurden die Zahnersatzleistungen nur bei drei Tarifen bewertet - von 140 getesteten Angeboten.

Die bei Kassenpatienten inzwischen sehr verbreiteten Zahn-Zusatzversicherungen bieten laut Stiftung Warentest oft nur geringe Leistungen. Wie die Stiftung am Dienstag in Berlin berichtete, sind zudem viele Verträge und Tarife undurchsichtig und kompliziert. Die Note "sehr gut" erhielten nur die Zahnersatzleistungen in drei von 140 getesteten Tarifen. Auch die Preise klaffen auseinander - von drei Euro bis weit über 20 Euro im Monat.

Zahl der Zusatzversicherung steigt ständig

Seit die gesetzlichen Krankenkassen ihre Leistungen für Zahnersatz 2005 noch einmal eingeschränkt haben, ist die Zahl der Zusatzversicherungen nach Angaben der Stiftung gestiegen. Elf Millionen Policen gab es Ende 2007, mehr als doppelt so viele wie vier Jahre zuvor. Allerdings merkten viele Kunden im Leistungsfall, dass ihre Versicherung weniger zahle als gedacht, hieß es. So schlössen einige Versicherer gängige Behandlungsvarianten wie Inlays von der Erstattung aus.

Wenn gezahlt wird, unterscheiden sich die Leistungen zum Teil dramatisch, wie die Stiftung weiter darlegte. So decken einige Policen zum Beispiel den Eigenanteil für eine Kassenkrone vollständig ab, während andere nur einen kleinen Prozentsatz zuschießen. Für eine teure Behandlung auf Basis eines Implantats für 2300 Euro mit 1937 Euro Eigenanteil gibt es dem Test zufolge bei einigen Zahnzusatztarifen überhaupt keinen Zuschuss, bei anderen dagegen bis zu 1707 Euro.

Tarife unterschiedlich kalkuliert

Die Stiftung hatte 140 Zahnzusatztarife in unterschiedlichen Kategorien getestet. 80 davon sind allen gesetzlich Versicherten zugänglich, 60 werden nur Versicherten bestimmter Kassen angeboten. Auch rechtlich unterscheiden sich die Tarife - mit Folgen für die Versicherten. Einige Tarife sind nach Art einer Lebensversicherung kalkuliert, so dass der Einstandspreis auf Dauer stabil bleibt. Andere sind eine "Schadenversicherung", bei der die Prämie steigen kann. Auf diesen Unterschied sollten Kunden nach Rat der Stiftung achten.

Sie vergab für zwei Tarife mit dauerhaft stabilen Beiträgen die Note "sehr gut": die Tarife "central.prodent" der Central und "ZG" der Barmenia. 23 weitere Tarife in der Kategorie bekamen "gut". Bei Tarifen nach Art der Schadenversicherung bekam der "flexiZETop+ZB" des Schweizer Versicherers CSS die Bestnote; 13 weitere erhielten "gut". Die Preise für die "sehr guten" Tarife bewegen sich für einen 43-Jährigen, den die Stiftung als Interessenten annahm, bei etwa 20 Euro im Monat. Frauen zahlen jeweils einige Euro mehr.

Zahnersatz braucht jeder

Unterm Strich kommt die Stiftung zu dem Urteil, dass sich Zusatzversicherungen trotz allem lohnen. "Zahnersatz braucht jeder irgendwann", hieß es. Schon im Alter von 35 bis 44 Jahren fehlen dem Durchschnittsbürger demnach 2,7 Zähne. Die Stiftung rät aber, bei der Auswahl der Tarife auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Legt man Wert auf teure Zahnversorgung und edle Materialien, dann sollte man eine Zusatzversicherung mit umfangreichen Leistungen wählen.

Soll es billig sein, gibt es immerhin mit "gut" bewertete Tarife für die 43-jährige Testperson bereits für 13 (Mann) bis 16 (Frau) Euro im Monat. Geht es nur darum, den Eigenanteil bei der Regelversorgung zu begleichen, tut es auch eine preisgünstige Variante ab zehn Euro. Versicherte sollten sich nach Darstellung der Stiftung übrigens nicht unbedingt auf die Policen verlassen, die ihre eigene gesetzliche Krankenkasse ihnen anbietet: "Viele Kassenangebote vermitteln ihren Versicherten Policen, deren Zahnersatzleistungen nur 'befriedigend' oder 'ausreichend' sind."

#Link;http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/zusatzversicherung-der-weg-zur-besten-krankenzusatzversicherung-1503498.html;Vergleichen Sie Krankenzusatzversicherungen auf stern.de#

Verena Schmitt-Roschmann/AP/AP

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