3. April 2012, 21:30 Uhr

Prüfer entdecken Dioxin in Bio-Eiern

In den Produkten eines Bio-Erzeugers aus Nordrhein-Westfalen wurde kurz vor Ostern Dioxin nachgewiesen. Der Betrieb mit 25.000 Legehennen beliefert vor allem Supermärkte.

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Test: Becher mit Eigelb in einem Labor des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe©

Wieder Dioxin in Eiern: Mitten in der vorösterlichen Eiersaison haben Prüfer das gefährliche Gift in den Produkten eines Bio-Erzeugers aus Nordrhein-Westfalen entdeckt. Nach Angaben des NRW-Verbraucherschutzministeriums beliefert der Betrieb mit 25.000 Legehennen vor allem Supermärkte. Den genauen Ort des Hofes wollte ein Ministeriumssprecher am Dienstagabend nicht nennen. Der Betrieb sei gesperrt worden und darf vorerst keine Eier liefern.

Die Eier aus zwei der insgesamt vier Ställen dieses Betriebs hätten eine bis zu sechs Mal über dem Grenzwert liegende Konzentration des Dioxin-ähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) aufgewiesen. PCB könne im Prinzip mit Dioxin gleichgesetzt werden, sagte der Sprecher.

Woher die Verunreinigung stamme, sei noch unbekannt: "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.", erklärte das Ministerium. Es werde auch untersucht, ob der Erzeuger seinen Meldepflichten nachgekommen sei. Die Aufsichtsbehörde des Landkreises sei am 26. März informiert worden und habe eine amtliche Kontrolle eingeleitet. Bei Eigenkontrollen sei Dioxin jedoch schon "deutlich vorher" in den Eiern entdeckt worden. Das Ministerium wurde nach Angaben des Sprechers dann am Montag über die amtlichen Untersuchungsergebnisse informiert.

Ende 2010 kam es bereits zu einem Dioxinskandal

Erhöhte Dioxinwerte seien in Eiern aus allen Ställen des Betriebes gemessen worden, hieß es weiter, in zwei Ställen jedoch nur in geringem Ausmaß. Der Verzehr auch der höher belasteten Eier bedeute keine akute Gefährdung, betonte der Sprecher. Schädigungen seien aber bei häufigem und langfristigen Verzehr dioxinverseuchter Lebensmittel nicht auszuschließen.

Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Bereits geringe Konzentrationen können gefährlich sein. Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes festgestellt. In Tierversuchen wurden krebserregende Wirkungen nachgewiesen.

Zuletzt hatten überhöhte Dioxinwerte in Eiern und Fleisch Ende 2010 die Verbraucher verunsichert. Das Dioxin stammte damals aus Futtermitteln.

jar/DPA
 
 
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