Neue Studien zeigen: Kaffee ist besser für die Gesundheit als sein Ruf. Röstung und Zubereitung bestimmen, wie nützlich und bekömmlich die Alltagsdroge ist - wir bringen Ihnen die guten Nachrichten im Überblick. Von Regina Naumann

Würzige, kraftvolle Kaffeebohnen: Der Kaffee, den wir daraus bereiten, gehört für viele Menschen zum Start in den Tag© Roland Magunia/DDP
Mehr Energie
Neben seinem Duft ist das die beste Wirkung des Kaffees: Er muntert auf, verhilft zu besserer Konzentration und scheint das Kurzzeitgedächtnis aktivieren zu können. Verantwortlich dafür ist das Koffein - es ist der Gegenspieler eines wichtigen körpereigenen Botenstoffes, des Adenosins, das überall dort entsteht, wo im Körper Energie verbraucht wird. Wenn sich Adenosin nach einiger Zeit im Überschuss ansammelt, bindet es sich an spezielle Rezeptoren auf der Zelle und signalisiert damit: Stopp! Jetzt reicht es! Koffein wirkt dem ent-gegen, indem es Adenosin von dessen Rezeptoren verdrängt und die Zelle zu weiteren Aktivitäten stimuliert.
Besonders erwünscht ist dieser Effekt im Gehirn. Dort spielt Adenosin die Rolle eines körpereigenen "Sandmännchens": Je mehr Adenosin sich im Laufe des Tages an den Nervenzellen ansammelt, desto langsamer werden deren Aktivitäten. Wir werden müde. Kaffee verdrängt das hemmende Adenosin von den Neuronen und lässt sie wieder munter feuern - etwa zwei Stunden lang, dann schwindet die Koffeinwirkung. Wer allerdings versucht, mit ständigem Kaffeetrinken den Alltag wacher bewältigen zu können, spürt auch die Grenzen des Getränks: Wird das Ruhebedürfnis dauernd blockiert, bildet der Körper mehr Adenosin-Rezepto-ren. Es tritt ein Gewöhnungseffekt ein.
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GesundLeben
Ausgabe 5/2006