Kleine Verletzungen holen wir uns immer mal wieder - ein Schnitt in den Finger hier, eine Abschürfung am Knie dort. Dann gilt es, eine Infektion zu vermeiden und ein zügiges Abheilen zu erleichtern.

Bei Schnittwunden, die halbwegs sauber und nicht zu tief sind, sollte man möglichst wenig unternehmen© Felix Reidenbach
Messer, Schere, Feuer, Licht - für Kinder sind sie unpassend, aber auch Erwachsene haben mit scharfen Gegenständen Probleme: Die Gemüseschnibbelei beim Kochen etwa endet schmerzlich, weil irgendwie der Daumen zwischen Klinge und Zwiebel gerutscht ist. Auf dem Spielplatz, im Haushalt, in der Freizeit - hinfallen oder sich ritzen kann man immer und überall.
Für unseren Körper ist ein Loch in der Haut ein kleines Drama. Denn sie ist unser Schutzschild. Schlägt die Barriere leck, haben Bakterien und andere Krankheitserreger freie Bahn. Um das zu verhindern, läuft die körpereigene Wundheilung schnell und nach festem Plan ab: Sind Blutgefäße verletzt, schwemmt das ausströmende Blut unerwünschte Eindringlinge mit hinaus. Blutplättchen formen dann einen Pfropf, der das Leck abdichtet. Was nach simplem Eintrocknen aussieht, ist ein Vorgang, bei dem sich an der Oberfläche Wundschorf bildet. Darunter muss dann das zerstörte Gewebe abtransportiert werden, dann wird der Blutpfropf wieder aufgelöst. Diesen Job übernehmen Fresszellen des Immunsystems - auch ohne eingedrungene Keime gibt es immer eine begrenzte Entzündungsreaktion.
Bei Schnittwunden, die halbwegs sauber und nicht zu tief sind, sollte man möglichst wenig unternehmen. Also: erst mal bluten lassen und überschüssiges Blut mit einem sauberen Tuch vorsichtig aufsaugen. Nie drücken oder mit den Fingern daran herumfummeln! Kommt die Blutung zum Stillstand, sprüht oder tupft man Jodlösung oder ein anderes Desinfektionsmittel, zum Beispiel eines mit Octenidin, auf die Wunde und das umliegende Areal.
Die keimfreie, trockene Wunde lässt man jetzt möglichst an der frischen Luft heilen - also kein Pflaster drauf, es sei denn, die Wunde muss unbedingt vor äußeren Einflüssen wie Nässe oder Reibung geschützt werden. Dann ist ein luftdurchlässiges oder auch wasserabweisendes Pflaster angebracht. Besser ist es jedoch immer, die Wunde nicht abzudecken, sonst weicht der mühsam fabrizierte Schorf auf. Dank der Körperwärme bietet solch ein feuchtes Pflaster Keimen dann erst recht ein angenehmes Klima.