Die Nasa hat einen neuen Satelliten. In nie gekannter Schärfe zeigt er, was nachts auf der Erde passiert - sogar ein einzelnes Schiff auf dem Ozean ist zu erkennen.
"Die Nacht ist nirgends ganz dunkel", sagt Nasa-Wissenschaftler Steve Miller. Was sich alles auf unserem Planeten abspielt, wenn wir schlafen, enthüllt ein neuer Satellit der US-Weltraumbehörde. Der "Suomi National Polar-orbiting Partnership"-Satellit der US-Weltraumbehörde und der US-Wetterbehörde NOAA beobachtet seit etwa einem Jahr die Erde aus dem All. Auf der Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union in San Francisco hat die Nasa nun faszinierende Aufnahmen des Spähers veröffentlicht.
Das hell erleuchtete Nildelta, die Dunkelheit nach dem Hurrikan "Sandy" oder tanzende Polarlichter - die Bilder ermöglichen einen völlig neuen Blick auf die Nachtseite unserer Erde, schwärmt die Nasa. Das Superauge des Satelliten, der "Visible Infrared Imaging Radiometer Suite" (VIIRS), nimmt selbst ein schwächliches Leuchten noch wahr - etwa das Glimmen einer Straßenleuchte oder ein einzelnes Fischerboot auf dem weiten Ozean.
"Es funktioniert so, als ob drei lichtempfindliche Kameras zugleich Richtung Erde blicken", erklärt Nasa-Forscher Miller. Anders als eine Kamera scannt das Instrument die aufzunehmende Szene immer wieder und verstärkt bei Bedarf selbst kleinste Lichtpixel.
Durch diese Aufnahmen werde nicht nur der Fußabdruck sichtbar, den der Mensch auf dem Planeten hinterlässt, schreibt die Nasa. Auch weit weg von menschlichen Siedlungen ist die Erde in der Nacht erhellt - etwa wenn Vulkane aktiv werden, Polarlichter ein faszinierendes Naturschauspiel bieten oder sich das Licht des Mondes und der Sterne im Ozean widerspiegelt.