Roboter-Zwillinge sollen auf dem Mond zerschellen

14. Dezember 2012, 19:16 Uhr

Fast ein Jahr lang erforschten die waschmaschinengroßen Sonden "Ebb" und "Flow" den Mond. Jetzt geht die Mission zu Ende: Die Satelliten sollen mit voller Wucht auf dem Erdtrabanten zerschellen.

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Raumfahrt, USA, Nasa, Zwillingssonden, Grail, Mond

Das undatierte Handout der Nasa zeigt eine künstlerische Darstellung der "Grail"-Mission mit den Zwillingssonden "Ebb" und "Flow"©

Ein Jahr lang erkundeten sie den Mond, nun werden die Zwillingssonden "Ebb" und "Flow" an diesem Montag auf dem Erdtrabanten zerschellen. Die waschmaschinengroßen Satelliten hätten nur noch sehr wenig Treibstoff übrig, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag (Ortszeit) mit. Zum Ende der "Grail"-Mission sollen sie deshalb wie von Anfang an geplant im Abstand von nur wenigen Sekunden und mit einer Geschwindigkeit von rund 1,7 Kilometern pro Sekunde auf dem Mond auftreffen.

"Es wird sehr schwer werden, sich zu verabschieden", sagte die leitende Forscherin der Mission, Maria Zuber. Die Wissenschaft sei enorm vorangekommen mit Hilfe der kleinen Roboter-Zwillinge. Sie sollen auf einem kleinen Berg des Mondes nahe dem Goldschmidt-Krater zerschellen - zuerst "Ebb" und 20 Sekunden später "Flow". Gefilmt werden könne der Einschlag auf der Mondoberfläche nicht, erklärte Projektmanager David Lehman, weil die Absturzregion dann gerade im Dunkeln liegen werde.

Ein letztes Mal Vollgas

Für ein letztes Experiment sollen die beiden Satelliten nochmals auf Vollgas schalten, um allen restlichen Treibstoff in ihren Tanks zu verbrennen. So können die Wissenschaftler, die zurzeit nicht genau wissen, wie viel die Sonden noch im Tank haben, Informationen über effizienteren Treibstoffeinsatz bei künftigen Missionen sammeln.

"Ebb" und "Flow" umkreisen seit Anfang des Jahres den Erdtrabanten und sammeln Daten über dessen innere Struktur und Zusammensetzung. Unter anderem haben sie unterirdische Kanäle entdeckt, die mit erstarrtem Magma gefüllt sind. Dank ihnen wissen Forscher nun auch, dass die Mondkruste etwa so dick ist wie die kontinentale Erdkruste. Zudem haben die Zwillingssonden der "Grail"-Mission eine hochauflösende Karte des Schwerefeldes des Mondes erstellt.

kave/DPA/AFP
 
 
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