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24. Februar 2007, 07:00 Uhr

Mars macht mobil

Auf ihrer knapp sieben Milliarden Kilometer langen Reise durch das All steht der europäischen Kometenjäger-Sonde "Rosetta" ein heikles Manöver bevor: Sie muss sich Schwung vom Mars holen.

Im Jahr 2014 wird sie am Ziel ihrer langen Reise sein - dann trifft die Raumsonde "Rosetta" auf den Kometen Wirtanen© C.Carreau/ESA/DDP

Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 30.000 Kilometern pro Stunde nähert sich die Sonde dem Mars bis auf 250 Kilometer. Dabei soll die Schwerkraft des Roten Planeten genutzt werden, damit die Sonde an Fahrt gewinnt. "Rosetta" soll 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreichen und ihn danach mehr als ein Jahr lang im Parallelflug auf seinem Weg um die Sonne begleiten. Erstmals in der Raumfahrtgeschichte wird außerdem ein Landegerät auf einem Kometen ausgesetzt. Die drei Tonnen schwere Sonde der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) hatte ihre zehnjährige Reise am 2. März 2004 begonnen.

"Die Mission ist extrem kritisch"

"Die Sonde ist mehr als 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, aber wir brauchen bei dem Vorbeiflug eine Genauigkeit von wenigen Kilometern", sagte Flugleiter Paolo Ferri von der Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt. Das sei eine große Herausforderung, weil die Genauigkeit der Messungen mit der Entfernung nachlasse. "Die Mission ist extrem kritisch."

Kopfschmerzen bereitet den Wissenschaftlern aber auch, dass "Rosetta" am Sonntag in den Schatten des Mars fliegt. Auch der Kontakt zum Kontrollzentrum wird rund 15 Minuten lang unterbrochen. Eigentlich müsse der Satellit wegen des Solarantriebs permanent im Licht der Sonne bleiben, sagte Ferri. In den vergangenen Tagen sei eigens die Software umgeschrieben worden, damit "Rosetta" 24 Minuten im Schatten bleiben kann, bevor sie automatisch nach Sonnenlicht sucht. Üblicherweise geschehe dies sofort.

Noch zwei Schwungmanöver müssen danach gemeistert werden

"Wir müssen vermeiden, dass der Satellit Angst kriegt", sagte Ferri. Im schlimmsten Fall könne die Sonde auf Nimmerwiedersehen im All verschwinden. Dann wäre die eine Milliarde Euro teure Mission gescheitert. Das sei jedoch unwahrscheinlich. Aber auch eine mögliche mehrtägige Suche bezeichnet Ferri bereits als "Horrorszenario".

Auf ihrem Weg durchs All soll die Sonde auch noch zwei Mal an der Erde Schwung holen. Von der ambitionierten Expedition erhoffen sich Wissenschaftler Erkenntnisse über die Anfänge des Planetensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Außerdem untersuchen sie, welche Rolle Kometeneinschläge bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben. Kometen gelten als "Urgesteine" unseres Sonnensystems, an denen sich die ursprüngliche Verteilung der chemischen Elemente ablesen lässt. Das Wissen über ihre Zusammensetzung ist nach Ansicht von Wissenschaftlern allerdings nicht nur für die Forschung von Interesse. Da Kometen der Erde immer wieder gefährlich nahe kommen, ist es nach Ferris Worten gut, ihren Aufbau zu kennen, um gegebenenfalls Abwehrmaßnahmen ergreifen zu können.

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DPA
 
 
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