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7. Dezember 2006, 09:42 Uhr

Nasa fotografiert Wasser auf dem Mars

Ein Foto-Vergleich stürzt Marsforscher in Verzückung: Erstmals hat die Nasa Beweise präsentiert, dass es auch heute noch flüssiges Wasser auf dem Mars gibt - und damit die Voraussetzung für Leben auf dem Roten Planeten.

Foto-Vergleich: Zwischen 1999 und 2006 entstand diese Rinne, die Marsforscher in Verzückung stürzt© Nasa/JPL/Getty Images

Nach jahrelanger Suche hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa deutliche Hinweise auf die Existenz von Wasser auf dem Mars gefunden. Bilder der Sonde Mars "Global Surveyor" zeigen in zwei abschüssigen Erdrinnen Ablagerungen, die vermutlich von Wasserflüssen binnen der vergangenen sieben Jahre dorthin transportiert worden seien, teilte die Nasa mit. Die Experten hatten Bilder, die im Abstand von sieben Jahren aufgenommenen wurden, miteinander verglichen und die Änderungen der Marsoberfläche festgestellt.

Bislang habe es nur Beweise auf das Vorhandensein von Wasser vor Milliarden von Jahren gegeben, sagte Forscher Ken Edgett. "Heute reden wir von flüssigem Wasser, das jetzt da ist."

Gibt es auch Leben im Wasser?

"Diese Beobachtungen sind der bislang stärkste Beweis, dass immer noch gelegentlich Wasser auf der Oberfläche des Mars dahinfließt", sagte der Chefwissenschaftler des Nasa-Programms zur Untersuchung des Roten Planeten, Michael Meyer. Die Frage sei, ob dies auch auf Leben hindeute, erläuterte er auf einer Pressekonferenz in Washington.

Die Nasa sucht seit Mitte der 90er Jahre nach Wasser auf dem Mars. Bislang hatten Wissenschaftler nur Wasser in Form von Eis und Wasserdampf nachweisen können. Wasser in flüssiger Form dagegen gilt als notwendig für die Entstehung kleinster lebender Organismen.

Die Form der Ablagerungen in den beiden etwas mehr als einen Kilometer langen Rinnen auf der Südhälfte des Roten Planeten sähen aus, als wären sie von Wasser dorthin gelangt, sagte Forscher Michael Malin. "Sie haben fingerartige Verzweigungen am unteren Ende, die sich leicht um kleine Objekte herumwinden", erklärte er.

Der "Reconnaissance Orbiter" übernimmt

Das Team um Malin errechnete, dass möglicherweise jeweils eine Wassermenge durch die beiden Rinnen floss, die fünf bis zehn Schwimmbeckenfüllungen entspricht. Wegen der dünnen Marsatmosphäre habe das Wasser beim Austritt an die Oberfläche vermutlich gebrodelt und gesiedet, ohne heiß zu sein. Auf dem Mars verflüchtigt oder friert flüssiges Wasser schnell. Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass es nach dem Austritt aus dem Marsinneren noch lange genug flüssig bleibt, um über eine bestimmte Strecke Gestein mit sich zu reißen, bevor es friert.

Manche Forscher sind noch skeptisch und fordern weitere Erkenntnisse, um andere Erklärungen auszuschließen, zu denen körniges Material oder gefrorenes Kohlendioxid zählen könnte. "Die Hinweise sind sehr dramatisch. Sie sind aber in erster Linie als Hinweise dafür zu sehen, dass man neuere Messdaten nehmen sollte", sagte Michael Khan, Missionsanalytiker beim Kontrollzentrum (ESOC) der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt. Der Esa-Satellit "Mars-Express" solle nun voraussichtlich seine Sensoren auf die Fundstellen richten

Um Zweifel auszuräumen, setzen die Forscher ihre Hoffnungen auch auf eine weitere Marssonde, den "Mars Reconnaissance Orbiter", der erst vorigen Monat seine Arbeit aufnahm. Er hat eine hochauflösende Spezialkamera an Bord, die aus der Ferne die chemische Zusammensetzung der Ablagerungen zu untersuchen vermag. Für den "Mars Global Surveyor" indes zählten die spektakulären Fotos zu den letzten Aufgaben für die Wissenschaft. Seit 1997 kreist die Sonde um den Roten Planeten. Im November verlor die Nasa den Kontakt.

DPA/Reuters
 
 
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