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9. Januar 2007, 16:17 Uhr

Im Kreißsaal der Sterne

Ein Bild wie ein Gemälde gelang dem Weltraumteleskop "Hubble" von der Kleinen Magellanschen Wolke. Das Foto ist jedoch nicht nur hübsch anzusehen: Es soll Forschern helfen zu begreifen, wie frühere Sternengenerationen entstanden sind.

"Hubble"-Bild der Kleinen Magellanschen Wolke: Aufschluss über die Entstehung früher Sternengenerationen© Nasa & Esa & Hubble Heritage Team/DPA

Mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop haben Astronomen einen Blick in eine urtümliche Geburtsstätte von Sternen geworfen. In der Region N90 in der Kleinen Magellanschen Wolke herrschten noch weitgehend Verhältnisse wie im jungen Universum, teilte das europäische "Hubble"-Zentrum in Garching bei München mit. Die Forscher erhoffen sich aus solchen Beobachtungen Aufschluss über die Entstehung früher Sternengenerationen im Kosmos.

Die Kleine Magellansche Wolke ist eine Zwerggalaxie im Sternbild Tukan am Südhimmel, die unsere Milchstraße begleitet. Kleine Galaxien entwickeln sich sehr viel langsamer als große. So besitzen sie beispielsweise noch keinen großen Anteil schwerer chemischer Elemente, weil diese erst durch die Kernfusion in mehreren aufeinander folgenden Sterngenerationen geschmiedet werden. Zwerggalaxien gelten als die Bausteine großer Galaxien.

Unglaublich naher und detaillierter Einblick

Im Herzen der Region N90 liegt der rund 200.000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen NGC 602, in dem laufend neue Sterne entstehen. Das "Hubble"-Teleskop bietet den Wissenschaftlern einen detaillierten Blick in diese Kinderstube urtümlicher Sterne. Normalerweise müssen Astronomen für solche Beobachtungen viel weiter ins All schauen, wobei viele Details verloren gehen.

Forscher um Antonella Nota vom Space Telescope Science Institute in Baltimore im US-Staat Maryland fanden in den "Hubble"-Beobachtungen eine verstreute Gruppe junger Sterne, die noch in der Entstehung begriffen sind. Diese künftigen Sonnen sammeln durch ihre Schwerkraft Gas aus der Umgebung und sind im Zentrum noch nicht heiß und dicht genug, um das Fusionsfeuer zu zünden. Notas Gruppe stellte ihre Analysen auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Seattle vor.

DPA
 
 
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