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8. Februar 2005, 12:37 Uhr

Todesurteil für Weltraumteleskop

Das Weltraumteleskop Hubble hat spektakuläre Einsichten in die Tiefen des Universums geliefert. Warum die Nasa ihr wartungsbedürftiges Kronjuwel nicht retten will, hat einen ganz profanen Grund.

2008 ist nun endgültig Schluss für Hubble. Das Teleskop soll dann "kontrolliert zur Erde stürzen"© DPA

Die US-Weltraumbehörde Nasa wird ihr alterndes Weltraumteleskop Hubble trotz aller Proteste nicht retten. Zwar wird der am Montag in Washington vorgelegte Haushalt der Nasa für das Jahr 2006 um 2,4 Prozent auf rund 16,6 Milliarden Dollar (12,92 Milliarden Euro) erhöht, aber die auf eine Milliarde Dollar geschätzten Ausgaben für eine Rettungsmission sind darin nicht enthalten.

Die Nasa rechnet damit, dass das fast 15 Jahre alte "Kronjuwel der Astronomie" noch bis zum Jahr 2008 arbeiten kann; vielleicht auch noch länger. Danach soll es mit Hilfe eines Roboters aus der Umlaufbahn gebracht und kontrolliert auf der Erde abstürzen.

Bereits Nachfolgerteleskop in Planung

Experten hatten dagegen vorgeschlagen, die defekten Bauteile entweder mit Hilfe eines Roboters oder der Besatzung eines Shuttle zu reparieren. Ursprünglich war für dieses Jahr ein Wartungsflug mit einer Raumfähre zu dem Observatorium vorgesehen. Dabei sollten die Batterien gewechselt und die Gyroskope ausgetauscht werden. Mit diesen Kreiselkompassen kann Hubble in einer Höhe von 600 Kilometern über der Erde ausgerichtet und gesteuert werden.

Die Nasa hat nach den Angaben von Direktor Sean O’Keefe mit knapp einer halben Milliarde Dollar mehr für das Haushaltsjahr gerechnet. Die Schwerpunkte sollen nach seinen Worten auf die Umsetzung der Weltraumvision von US-Präsident George W. Bush gelegt werden. Danach sollen bis spätestens 2014 wieder Astronauten auf den Mond geschickt werden, um dort eine ständige Station einzurichten. Diese soll ab 2020 auch als Zwischenstation für später geplante bemannte Missionen zum Mars und darüber hinaus dienen. Bis 2008 soll außerdem eine neue Generation von Raumfahrzeugen entwickelt werden.

Im Haushalt sind Mittel für den Bau eines Nachfolgers von Hubble vorgesehen. Das geplante neue "James Webb Space Telescope" (JWST) soll 2006 begonnen werden. Der Start des leistungsfähigen Infrator-Observatorium ist für 2011 vorgesehen.

DPA

 
 
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