. .
News am 21.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
2. Januar 2009, 16:57 Uhr
Schriftgröße: A A A

Und sie rollen immer noch

90 Tage sollten die Roboterzwillinge "Spirit" und "Opportunity" auf dem Mars überstehen. Nun sind sie seit fünf Jahren im Einsatz. Die vierrädrigen Rover begeistern die Wissenschaftler weiterhin mit Fotos und Daten. Und sie sind zu einer der größten Erfolgsgeschichten der Nasa geworden.

Mars, Mars-Rover, Spirit, Oppurtunity, Nasa, Raumfahrt

Die Kamera von "Opportunity" zeigt die Spuren des Rovers im Sand© Nasa/JPL-Caltech

Für das zuständige Team von hunderten Forschern und Technikern auf der Erde sind die beiden so etwas wie Kinder geworden, mit denen sie hoffen und bangen, um die sie sich sorgen. Wie etwa im Sommer 2007, als "Opportunity" in einem anhalten Staubsturm ums Überleben kämpfte. Viele der Experten begleiten die Mission des Duos von Anfang an. Niemand von ihnen hätte sich träumen lassen, dass sie die kleinen Fahrzeuge auch heute noch operieren. Und bleiben die Rover fit genug, kommen in diesem Jahr neue große Aufgaben auf sie zu.

So ist "Opportunity" schon zu seinem neuen Ziel unterwegs: einem bislang unerforschten Krater. Ist er durch einen Einschlag entstanden oder durch eine vulkanische Explosion? Von "Opportunity" (übersetzt: Chance oder Gelegenheit) erhofft man sich die Antwort. "Spirit" am entgegengesetzten Marspol soll einen Hügel und eine Grube anrollen.

Zunächst war "Spirit", dessen Name für Entdeckergeist steht und der zur Gesteinsanalyse ein in Deutschland gebautes Spektrometer an Bord hat, am 3. Januar 2004 auf dem Marsboden gelandet, drei Wochen später folgte sein Zwillingsbruder. Die Hauptmission der Rover: die Suche nach Beweisen für die frühere Existenz von Wasser, die Voraussetzung für die Entstehung von Leben.

Sie überlebten Sandstürme und kletterten Berge hinauf

Sie fanden die Beweise, und nicht nur das. Sie entdeckten Quarz im Marsboden, was auf einstige heiße Quellen hindeuten könnte. Und sie lieferten 250.000 Bilder, darunter atemberaubende Panorama-Farbaufnahmen vom Victoria-Krater, einem etwa 800 Meter breiten und 60 Meter tiefen Schlund, den "Opportunity" in den vergangenen zwei Jahren erforscht hat. Die Rover legten der Nasa zufolge mittlerweile knapp 21 Kilometer auf dem Marsboden zurück, kletterten einen Berg hinauf, stiegen in Krater herab, schlugen sich mit Sand und alternder Hardware in ihrem Innern herum. Sie überlebten Staubstürme, die die Sonne derart verdunkelten, dass die Solarzellen der Roboter kaum noch genügend Energie erzeugen konnten, und sie übermittelten mit Hilfe des Mars-Odyssey-Orbiters mehr als 36 Gigabytes an Daten - ein wahrer Wissenschaftsschatz an Einblicken in die Geschichte des Roten Planeten.

So hofft die Nasa, dass ihre tapferen Lieblinge noch ein bisschen weitermachen. Sie haben inzwischen ihre Alterszipperlein, sind der Nasa zufolge aber noch gesund genug für die geplanten Expeditionen. "Diese Rover sind unglaublich widerstandsfähig, wenn man die extremen Umweltbedingungen in Betracht zieht, denen ihre Hardware jeden Tag ausgesetzt ist", sagt Projektmanager John Callas vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena, Kalifornien. Aber man sei sich natürlich darüber im Klaren, dass jederzeit eines der wichtigen Roboterkomponente versagen könne.

Auf dem Weg zum Endeavour-Krater

"Opportunity", vor vier Monaten aus dem Victoria-Krater herausgeklettert, hat bereits gut eineinhalb Kilometer auf dem Weg zu seinem nächsten Ziel, dem Endeavour-Krater, zurückgelegt und dabei einige lose Gesteinsbrocken inspiziert. Endavour ist 20 Mal größer als Victoria und per "Luftlinie" etwa elf Kilometer davon entfernt, aber der Rover muss wegen der Unwegsamkeit des Geländes einige Umwege machen: Dadurch wird die Strecke erheblich länger.

"Spirit" hat gerade einen harten Winter hinter sich, der auf der südlichen Mars-Hemisphäre im Dezember endet. Um ein Haar wäre ihm wegen verstaubter Sonnenpaneelen der Saft völlig ausgegangen. "Es war knapp", sagt Callas. Sobald "Spirit", der sich bisher hauptsächlich der Erkundung des Gusev-Kraters gewidmet und auf einem Plateau im Schlund überwintert hat, wieder zu Kräften gekommen ist, soll er sich auf den Weg zu seinen gut 180 Meter entfernten neuen Zielen machen - der nächste Schritt in der ersten Überland-Expedition der Menschheitsgeschichte auf einem anderen Planeten.

DPA
KOMMENTARE (10 von 20)
 
OnceKnown (04.01.2009, 19:38 Uhr)
@Luciano
IQ-Analyse per spukhafter Fernwirkung oder wie?
Luciano (04.01.2009, 14:53 Uhr)
@onceknown
Aber woher nimmst du denn die Kompetenz die dir ein Urteil erlauben könnte, was sinnvoll ist und was nicht? Auch ich bin gegen sinnlose Geldverschwendung. Nur würde ich mir niemals anmassen zu sagen dieses wissenschaftliche Projekt macht einen Sinn, jenes dagegen ist aber nur Zeit- und Geldverschwendung. Warum nicht? Weil ich einfach nicht in der Lage bin den vollen Umfang der Konsequenzen zu erfassen, die aus einzelnen, auf den ersten Blick für den Laien vielleicht unsinnige, wissenschaftlichen Projekten resultieren. Der Ottonormalverbraucher sieht eben immer erst: Was bringt mir das? Der Ottonormalverbraucher ist allerdings auch strohdumm. Die Wissenschaftler sind da anders. Die denken mehr wie: Was könnte dies irgendwann (vielleicht erst in 100 Jahren) bewirken? Die sind eben um einiges intelligenter - und um einiges weniger egoistisch.
OnceKnown (04.01.2009, 08:31 Uhr)
@Luciano
Hier geht es aber nicht um mich, was ich tue oder eben auch nicht. Denken Sie mal nach, wie oft und lange Sie schlafen. Mensch, Sie selbst könnten doch soviele Menschen in dieser Zeit retten und noch eine Niere verschenken. Es geht hier - in dieser Diskussion - darum, wie wissenschaftlicher Fortschritt am Besten zu erreichen ist und zum Wohl der Menschheit eingesetzt werden kann. Ich bin der nunmal der Meinung, dass wir nicht diese Summen verballern sollten nur um hier Arbeitsplätze zu erhalten und einem nebulösen und reichlich diffusion Fortschrittsglauben zu dienen.
Luciano (03.01.2009, 22:38 Uhr)
@onceknown
Also ich bin absolut FÜR Meingungsfreiheit. Was die realen Probleme dieser Welt angeht: Geh doch einfach mit gutem Beispiel voran und verkauf deinen Computer und spende das Geld einer Hilfsorganisation. Dürfte reichen um zwei drei Kindern in Not ein Jahr das Überleben zu sichern. Fährst du Auto? Dann verkauf das doch auch gleich, dürfte ausreichen einem ganzen Dorf für einer recht lange Zeit das Überleben zu sichern. Besitzt du einen Fernseher? Eine Stereoanlage? Eine Wohnung mit mehr als 10m2? Ein Handy? Denk mal drüber nach WIEVIELE Menschenleben du damit retten könntest. Und wenn du wirklich ALLE deine Habseligkeiten für gute Zwecke verscherbelt hast und kein Mensch auf der Welt mehr leiden muss, damit es dir im Verhältnis besser geht, kannst du diese Meinung ja immer noch äussern. Dann jedoch sogar OHNE ein Heuchler zu sein ;)
OnceKnown (03.01.2009, 22:00 Uhr)
@Luciano
Dank Meinungsfreiheit überhaupt kein Problem: Ich denke, wir sollten die Millionen die in diesen Wüstenbuggy gesteckt wurden lieber für reale Probleme auf der Erde verwenden. Aids, Malaria, Cholera, etc. oder vielleicht gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Mann, was ist die Meinungsfreiheit doch für eine tolle Sache.
Luciano (03.01.2009, 21:16 Uhr)
@onceKnown
Beschränk dich doch einfach auf das Verfassen eines dieser obligatorischen "Warum-verschwenden-die-Wissenschaftler-Geld-für-sowas-es-gibt-auf-der-Erde-genug-Probleme" Kommentare, die immer gepostet werden, sobald wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht werden. Darin bist du doch ganz gut (Außerdem ist mir aufgefallen, dass ein solcher Kommntar bisher noch fehlt, also wirds höchste Zeit Leute!)
interpolantics (03.01.2009, 01:27 Uhr)
@BrunoK
Löschen für die Demokratie? Zum Glück sind die von der Redaktion hier etwas besser drauf als du.
BrunoK (03.01.2009, 00:01 Uhr)
an die Redaktion
Um das Niveau im hier Forum zu heben wäre es angebracht, das sich die Schreiber identifizieren, sprich ihre "Theorien" unter
ihrer wahren Identidtät zum Besten geben.
.
Schliesslich kennt man die Artikelschreiber hier beim Stern und die Wissentschaftler (NASA) auch unter ihren Namen.
.
Ansonsten sind solche anonymen Möchtegernealleswisser, Verschwörungstheoretiker, nobelpreisverdächtigen Hobbywissentschaftler und Weltenretter eher dafür verantwortlich,
das das Niveau von SternOnline auf Bildzeitung sinkt.
.
Unqualifiziertes Geschwafel sollte viel öfters gelöscht werden.
Das hat nix mit Zensur zu tun. Sondern etwas mit Demokratie. Da steht man öffentlich mit seinem Namen zu etwas oder lässt es sein.
facilidad_de_ser (02.01.2009, 23:43 Uhr)
@OnceKnown
Wir entnehmen...? Also wenn jemand im Plural redet, stellen sich bei mir immer die Nackenhaare hoch. Du redest bestimmt von Dir und Deinen Kollegen...
Auf Deine Frage, wieso denn die Bilder gefälscht sein könnten, antworte ich:
Gute Frage, wer könnte denn Interesse daran haben, dass die Menschheit glaubt (und hofft), die Erhaltung der Gattung Mensch wäre durch eine Besiedelung fremder Planeten zu sichern?
Vielleicht jemand der jetzt schon weiss, dass wir hier in relativ kurzer Zeit ziemlich deftige Probleme bekommen werden (Überbevölkerung, Rohstoffknappheit, Umweltverschmutzung, soziale Probleme, usw)
OnceKnown (02.01.2009, 22:56 Uhr)
@facilidad_de_ser
Wir entnehmen Ihren Ausführungen, dass Sie nicht so recht glauben wollen, dass dies authentische Bilder vom Mars sind. Womit sich natürlich die Frage stellt zu welchem Zweck diese Bilder denn hätten gefälscht werden sollen. Informieren Sie sich bitte besser über die Verhältnisse auf dem Mars zu bestimmten Jahreszeiten und an verschiedenen Orten.
.
@RAK-GC: Pressefreiheit hat aber nichts damit zu tun, dass Leser Artikel kommentieren dürfen oder nicht.
MEHR ZUM ARTIKEL
Raumsonde Phoenix Es schneit auf dem Mars

Auf dem Roten Planeten rieseln weiße Flocken aus den Wolken. Zeuge des Treibens wurde jetzt die Nasa-Marssonde Phoenix, als sie die Atmosphäre mit einem Laser untersuchte. Bevor der Schnee jedoch den Boden berührte, verdampfte er. mehr...

Planeten Kennen Sie den Mars?

Kleine grüne Männchen und von Außerirdischen angelegte Kanäle - der Mars regt die Fantasie der Menschen seit Urzeiten an. Wie gut wissen Sie über unseren Nachbarplaneten Bescheid? mehr...

 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...