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24. Mai 2008, 13:15 Uhr

Auf der Suche nach Leben

Nach knapp zehn Monaten und rund 680 Millionen Kilometern im All soll die Marssonde "Phoenix" am frühen Montagmorgen das riskante Landemanöver auf dem Roten Planeten wagen. Ein wichtiger Auftrag der Sonde: Sie soll auf dem Mars nach Spuren von Leben suchen.

Zoom

So könnte es aussehen, wenn Phoenix auf dem Mars landet© Picture-Alliance/DPA

Um 1.53 Uhr deutscher Zeit soll es endlich soweit sein: Die Landekapsel der Raumsonde Phoenix wird auf dem kleinen Nachbarplaneten der Erde aufsetzen. Auftrag der Expedition: Erstmals nach Lebensspuren am vereisten Nordpol des Mars suchen. Doch bevor es überhaupt dazu kommt, sind die Nerven zum Zerreißen gespannt. "Das wird kein Spaziergang", sagt Nasa-Manager Ed Weiler. "Eine Sonde sicher auf dem Mars aufsetzen zu lassen, ist kompliziert und risikoreich." Das Landegebiet ist extrem ruppig. Mehr als die Hälfte der 14 Mars-Missionen sind bisher gescheitert.

Im Kontrollzentrum auf der Erde ist beim Landeanflug daher Fingerspitzengefühl gefragt: Das 410 Kilogramm schwere Landemodul tritt mit einem Tempo von 20.000 Kilometern pro Stunde in die Atmosphäre des Roten Planeten ein und wird dann mit einer Reihe von komplizierten Manövern und mit Hilfe eines Fallschirms auf weniger als 10 Kilometer pro Stunde abgebremst. Mit seinen drei Beinen, die den Aufprall abfedern sollen, wird die Sonde dann hoffentlich sanft im "Green Valley" - so heißt das Landegebiet - aufsetzen. Grüne, saftige Gegenden gibt es auf dem Mars natürlich nicht. Aber grün ist die Farbe, die das Wissenschaftsteam benutzt hat, um zu zeigen, im welchem Gebiet der Ladekapsel möglicht wenig Felsen und Berge im Weg stehen.

Genaue Vorraussagen können die Wissenschaftler über die Oberflächengegebenheiten des Mars allerdings nicht treffen: Es wird weiterhin spannend bleiben, ob die anderthalb Meter breite Landekapsel genug Platz hat, ihre runden Solarflügel auszufahren. In der Nacht zu Montag wird dann die europäische Sonde "Mars Express" das heikle Landemanöver aus 300 Kilometern Höhe beobachten. "Wenn etwas schiefgeht, wollen wir zumindest daraus lernen", erläutert der Leiter für interplanetare Missionen beim Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation, Paolo Ferri. Und Gewissheit werden die Forscher schon schnell haben. "Innerhalb von zwei Stunden werden wir sehen, ob die Landung komplett geglückt ist", sagt Raymond Arvidson, einer der führenden Wissenschaftler der Mars-Mission."Die Sonde wird landen, die Sonnenflügel ausbreiten, ein paar Aufnahmen machen und dann zu Bett gehen."

Am nächsten Tag geht es dann richtig los: "Wir werden die Instrumente überprüfen, und die ersten Experimente mit dem Roboterarm starten", so Arvidson. Wenn alles gut geht, wird Phoenix in den drei folgenden Monaten während des Mars-Frühlings und -Sommers mit ihrem 2,4 Meter langen Roboterarm im Boden graben. Dabei spielt auch eine deutsche Präzisionskamera eine wichtige Rolle: Das gemeinsam mit US-Forschern entwickelte Spezialinstrument ist auf dem Roboterarm montiert. Wenn die Schaufel des Gelenkarms sich bis zu einen Meter tief in den Marsboden gräbt, soll die Kamera sowohl Makroaufnahmen von Bodenproben mit einer Auflösung von 50 Mikrometern - dem Viertel der Dicke eines menschlichen Haares - machen sowie Bilder von der Umgebung.

Gibt es Leben auf dem Mars?

So können die Experten untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Denn Schmelzwasser würde Mikroorganismen einen Lebensraum bieten. Die Sonde ist aber nicht nur auf der Suche von Spuren möglichen Lebens. Die Wissenschaftler erhoffen sich auch weitere Erkenntnisse über den Klimawandel - zum Beispiel, warum aus dem einst feuchten und warmen Mars ein kalter Planet mit vereisten Polarkappen wurde.

Ursprünglich sollte die Sonde schon 2001 im Rahmen des Mars-Surveyor-Programms zum Einsatz kommen. Die Reise wurde dann aber gestrichen, nachdem 1999 der "Mars Polar Lander" in der Nähe des Südpols verloren gegangen war. Seitdem war "Phoenix" in einem Raum des Rüstungs- und Technologiekonzerns Lockheed Martin aufbewahrt und technisch weiter "aufgemöbelt" worden. Nun ist es endlich soweit: "Es ist extrem aufregend, denn das ist ein vollkommen neues Gebiet das wir da auf diesem faszinierenden Planeten erkunden", sagt Averson, "und wir sind unglaublich gespannt, was wir dort sehen werden."

nis/DPA
KOMMENTARE (1 von 1)
 
ganzbaf (25.05.2008, 12:58 Uhr)
Perverse Geldverschwendung
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