UN fordert besseren Schutz vor Gefahren aus dem All

20. Februar 2013, 14:56 Uhr

Die Vereinten Nationen wollen ein Expertennnetzwerk schaffen, um Menschen weltweit auf Bedrohungen aus den Galaxien vorzubereiten. Dazu gehören auch Tipps, wie man einen nahenden Meteoriten erkennt.

Meteorit, Meteoriteneinschlag, Prävention, Nasa, UN, Vereinte Nationen, Maßnahmen, Bevölkerung, Schutz

Ein riesiges Loch im Chebarkul See zeugt von dem Meteoritenhagel, der die russische Region Tscheljabinsk Mitte Februar heimsuchte©

Angesichts des Meteoriten-Einschlags in Russland haben die Vereinten Nationen (UN) eine bessere internationale Zusammenarbeit und Vorbereitung auf solche Ereignisse gefordert. Man brauche ein internationales Netzwerk zur Warnung vor Gefahren aus dem All und zwei Gruppen, die sich mit der Erforschung und Abwehr auseinandersetzten, sagten Raumfahrtexperten am Mittwoch in Wien. Momentan arbeite eine Expertengruppe des UN-Büros für Weltraumfragen (UNOOSA) entsprechende Vorschläge aus, die im kommenden Jahr von der UN-Vollversammlung in New York abgesegnet werden sollen.

Der Meteoriten-Einschlag habe sicherlich das Bewusstsein dafür geschärft, dass solche Dinge passieren können, sagte der Chef des Nasa-Programms für die Beobachtung von erdnahen Objekten, Lindley Johnson: "Wir müssen uns besser auf so etwas vorbereiten." Idealerweise wisse man über Meteoriten-Einschläge schon sehr früh Bescheid, so dass man sehr viel Zeit habe, herauszufinden, was am Besten zu tun sei. Auch die Bevölkerung müsse besser informiert werden.

Meteoriten ab einem Kilometer Durchmesser

Mit ihren Empfehlungen beziehen sich die Experten überwiegend auf die Erde bedrohende Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer. Dies sei die grobe Grenze, ab der man im Falle eines Einschlags mit weltweiten Konsequenzen rechne. Bisher gibt es so gut wie keine globalen Strukturen für solch ein Szenario.

Die Wissenschaftler wollen nun ein allgemeines Netzwerk und verschiedene internationale Expertengruppen etablieren, die im Falle verschiedener Szenarios aktiv werden können. "Wenn es dann eine Bedrohung gibt, muss man nur die Schublade öffnen und hat die richtige Mission parat", sagte der Vorsitzende des UN-Aktionsteams für erdnahe Objekte, Sergio Camacho. Das neue Netzwerk informiere die Staaten über die Gefahr und die Einschätzung der Experten. Die Entscheidung zur Abwehr müsse dann auf politischer Ebene fallen.

Keine akute Bedrohung für die kommenden 100 Jahre

Im Falle eines Meteoriten-Einschlags mit weltweiten Folgen diskutieren die Experten verschiedene Abwehrtechniken - von einer Änderung der Flugbahn durch einen Raketeneinschlag bis hin zur Atombombe als letztes Mittel. Eine akute Bedrohung gibt es die nächsten hundert Jahre allen Erkenntnissen nach aber nicht: "Sie können ruhig schlafen, da es da draußen kein Objekt gibt, dessen Einschlag globale Konsequenzen hätte" sagte Johnson. Man würde die Bedrohung auch Jahre zuvor entdecken.

Der Einschlag in Russland hätte auch bei der Umsetzung ihrer Empfehlungen nicht verhindert werden können, sagten die Experten. Doch die Menschen hätten besser informiert und darauf vorbereitet werden können. "Es ist dasselbe, wie Leuten beizubringen, dass es keine gute Zeit zum Muschelsammeln ist, wenn sich das Wasser am Strand ins Meer zurückzieht - weil ein Tsunami kommt", sagte Johnson. Wenn sie einen weißen Blitz und einen großen Kondensstreifen am Himmel sehen, müssten die Menschen lernen, dass sie sich vor der kommenden Druckwelle schützen und beispielsweise nicht am Fenster stehen.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Russland Tipp UN-Vollversammlung Vereinte Nationen Wien
Wissen
Wissenstests
Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Kniffliges für Ihr Hirn: Quizzen Sie sich zum Allgemeinwissens-Champion! Mit diesen Fragen und Antworten sammeln Sie zudem genug Stoff für jeden Party-Smalltalk. Zu den Wissenstests
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen

 

  von Gast 98659: palmen in irland

 

  von Gast 98655: Kosten im Pflegefall

 

  von Amos: Maut: jetzt für Autobahnen und Bundesstraßen. Da die Bundesstraßen B 1, B 236 und B 54 mitten durch...