11. September 2012, 18:47 Uhr

"Curiosity" könnte Wasser auf dem Mars verunreinigen

Der Mars-Rover "Curiosity" funktioniert zur Freude der Nasa wie am Schnürchen. Doch jetzt gibt es Bedenken: Ein Teil des Forschungsroboters könnte mit irdischen Keimen kontaminiert sein.

Curiosity, Rover, Wasser, Verunreinigen, Mars

Könnte der Mars-Rover Curiosity Keime von der Erde mit auf den Mars gebracht haben?©

Der Marsroboter "Curiosity" könnte einem Medienbericht zufolge Wasser auf dem Roten Planeten verunreinigen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa habe vor dem Start des Forschungsroboters nicht alle Geräte sterilisiert, wie die Zeitung "Los Angeles Times" am Montag (Ortszeit) berichtete.

Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory nahe Los Angeles hatten eine Bohrerspitze am Arm der "Curiosity" befestigt, für den Fall, dass der Roboter diese nach der Landung nicht automatisch einsetzen könne. Nun wird befürchtet, dass die einst sterile Bohrerspitze Keimen ausgesetzt gewesen und damit kontaminiert sein könnte.

Zwar sei es sehr unwahrscheinlich, dass Keime die Reise zum Mars und die Landung dort überleben könnten, hieß es. Eine Verunreinigung sei dennoch möglich, falls der Forschungsroboter Wasser auf dem Planeten entdecke. In feuchten Umgebungen haben Keime gute Überlebenschancen. "Curiosity" könne aber auch mit Hilfe eines Lasers oder eines Spektrometers Wasser aus der Ferne analysieren.

Nasa-Mitarbeiter sprechen von einem kalkulierten Risiko

Ein Nasa-Mitarbeiter verteidigte das Vorgehen. Es sei eher unwahrscheinlich, Wasser oder Eis nahe der Oberfläche im Gale-Krater, in dem "Curiosity" gelandet war, zu finden, sagte David Lavery vom Nasa-Hauptquartier dem Blatt. "Wir haben das gegen das Risiko abgewägt, vor dem Start keine Bohrerspitze einzusetzen und damit überhaupt keine Löcher auf dem Mars bohren zu können."

Andere Nasa-Mitarbeiter sprachen dem Bericht zufolge ebenfalls von einem kalkulierten Risiko. Eine Expertin der Weltraumbehörde kritisierte aber, dass sie nicht rechtzeitig davon erfahren habe. "Sie hätten das nicht tun sollen, ohne mich zu informieren", so Catharine Conley, die für den Schutz von Planeten zuständig ist.

Die Regeln der Nasa schreiben vor, dass alle Instrumente, die mit der Oberfläche des Mars in Berührung kommen, vorher sterilisiert werden müssen. Damit soll eine Verunreinigung des Planeten mit Mikroben vermieden werden.

"Curiosity" war am 6. August gelandet. Er soll über einen Zeitraum von zwei Jahren den Roten Planeten untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, ob Voraussetzungen für Leben auf dem Mars gegeben sind.

amt/DPA
 
 
Jetzt bewerten
1 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
"Curiosity" seit vier Wochen auf dem Mars Wie ein kleiner Roboter die Nasa wieder cool machte

Mit riesigem Jubel feierten Nasa-Forscher vor einem Monat die Landung von "Curiosity" auf dem Mars. Viele Erkenntnisse hat der Rover noch nicht geliefert - aber dafür das Image der Nasa aufpoliert.

Bodenproben vom Mars Jetzt wird es ernst für "Curiosity"

Seit knapp einem Monat ist der Marsrover auf dem Roten Planeten unterwegs. Die ersten Tests bewältigte er ohne Probleme. Nun hat der Roboter ein neues Projekt: Steinchen sammeln.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?