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4. Januar 2010, 16:09 Uhr

Der würde sogar in Milch schwimmen

Innerhalb von sechs Wochen hat das Weltraumteleskop "Kepler" auf der Suche nach fernen Planeten 156.000 Sterne untersucht - und fünf Planeten entdeckt. Einer davon erscheint kurios: Er hat eine ebenso geringe Dichte wie Kork, ist also extrem leicht.

Astronomie, Kepler, Exoplanet,

Kepler untersucht bestimmte Bereiche der Milchstraße, in denen Astronomen ferne Planeten vermuten© JPL Caltech/Nasa/AP

Der neu entdeckte Planet mit der Bezeichnung Kepler-7b hat eine Dichte von 0,17 Gramm pro Kubikzentimeter. Diese ist nur unwesentlich größer als diejenige von Kork (0,15 Gramm pro Kubikzentimeter). Ein US-Astronomenteam stellte die Entdeckung des Exoplaneten, der um einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Leier kreist, am Montag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft AAS in Washington vor.

"Kepler-7b ist einer der leichtesten Planeten, die bislang entdeckt wurden", schreiben die Forscher um William Borucki von der US-Weltraumbehörde Nasa im Fachjournal "Science" (online vorab). Neben Kepler-7b hat der im März 2009 gestartete Planetenjäger in den ersten Beobachtungswochen vier weitere sogenannte Exoplaneten entdeckt, von denen drei ebenfalls extrem leicht für ihre Größe sind. Damit bestätige sich die Existenz von Planeten mit einer erheblich geringeren Dichte als bislang vorausgesagt, betonen die Astronomen.

Der fünfte von Kepler entdeckte Exoplanet ähnelt dem Gasriesen Neptun aus unserem Sonnensystem in seiner Größe (rund 50.000 Kilometer Durchmesser) und Dichte (1,91 Gramm pro Kubikzentimeter) - würde also nicht in Milch schwimmen. Die übrigen vier sind allesamt wesentlich leichter und deutlich größer als der Jupiter, der größte Planet unseres Systems. Die meisten der bislang entdeckten rund 400 Exoplaneten sind vom Kaliber des Jupiter, umkreisen ihre Sterne aber oft sehr viel enger.

Das Weltraumteleskop "Kepler" soll erdähnliche Planeten in der bewohnbaren Zone anderer Sterne in unserer Galaxie aufspüren. Als bewohnbare Zone bezeichnen Astronomen denjenigen Bereich um einen Stern, in dem es flüssiges Wasser geben kann. Flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Das Team um Borucki stellte in Washington die "Kepler"-Beobachtungen der ersten sechs Wochen vor. In dieser Zeit hatte das Weltraumteleskop 156.000 Sterne auf Begleiter ausgespäht.

DPA
 
 
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