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3. Juni 2008, 16:17 Uhr

Zurück ins Reich der Gasriesen

Während die Sonde Phoenix auf dem Mars die ersten Gesteinsproben entnimmt, wollen die Experten von Nasa und Esa noch weiter hinaus: Sie beraten in Kalifornien über neue Missionen ins äußere Sonnensystem, die Erkenntnisse über Jupiter, Saturn und ihre Monde bringen sollen. Von Guido Meyer

Der Europa Explorer soll auf dem Jupitermond nach Wasser suchen© Nasa

Die letzte Mission zum Jupiter endete, als die US-Raumsonde Galileo in der Atmosphäre des Gasriesen verglühte. Die Nasa hatte die Sonde gezielt abstürzen lassen. Denn man wollte verhindern, dass Galileo auf einen der Jupitermonde stürzt und diesen mit irdischen Mikroben verunreinigt.

Nun planen die US-Raumfahrtbehörde Nasa und die europäische Esa weitere Missionen zum Jupiter, in spätestens in zehn Jahren wollen die Amerikaner einen neuen Anlauf wagen. "Wir wollen das ganze Jupiter-System erforschen, nicht nur einen einzelnen Mond", so Thomas Spilker vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena, Kalifornien. Die vier größten Begleiter Jupiters seien dabei am interessantesten. Es sind die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto. "Wir möchten aber auch die Ringe des Planeten untersuchen und die Wechselwirkung seiner Magnetosphäre mit den Monden Jupiters."

Flüssiges Wasser unterm Eispanzer?

Das JPL hat dazu den Jupiter Systems Observer entworfen, eine Raumsonde, die sechs Jahre unterwegs wäre, auf ihrer Reise bei der Venus und der Erde Schwung holen würde und 2023 endlich im Jupiter-System ankäme. Nach ihrer Ankunft träte die Sonde zunächst in eine Umlaufbahn um den Gasplaneten ein, von wo aus sie dann drei Jahre lang das gesamte System durchflöge. Diese Sonde müsste sehr viele Korrekturmanöver durchführen und deswegen eine Unmenge an Treibstoff mit sich führen. Der zylinderförmige Tank muss daher länger und dicker als ein Mensch sein. Auch das Teleskop des Observers wird fast doppelt so groß sein wie die auf den Vorgängermissionen Voyager und Galileo und damit wesentlich stärker.

Mit einem Radar wollen die Astronomen unter die Oberfläche der Monde blicken und so die Geologie der tieferen Schichten untersuchen. Alle vier Galileischen Monde haben einen Eispanzer, werden aber durch die Anziehungskraft des nahen Jupiters ständig durchgeknetet. Diese Energiezufuhr von außen könnte dafür sorgen, dass sich unter den Eisschichten flüssiges Wasser befindet. Nach ihrer dreijährigen Lebenszeit soll die Sonde in einen Orbit um Ganymed eintreten und dort bis zum Missionsende bleiben.

Ist Europa bewohnbar?

Neben dem Jupiter Systems Observer entwirft das JPL derzeit eine zweite Sonde ins Jupiter-System, die sich ausschließlich um den Mond Europa kümmern würde: den Europa Explorer. Auch auf dieser Mission soll ein Radar unterirdische Wasservorkommen nachweisen. "Wir wollen herausfinden, ob Europa bewohnbar ist", sagt Robert Pappalardos, Chef-Wissenschaftler am JPL. "Wir glauben, dass dies ein Ort ist, an dem organische Moleküle überleben könnten." Dazu jedoch müssten die Wissenschaftler zunächst Klarheit darüber gewinnen, welche Art von Meer es dort gibt, wo genau sich das Wasser befindet und wie dick das Eis darüber ist. Weitere Fragen sind, wie sich die Oberflächenchemie zusammensetzt und welche geologischen Phänomene die bizarre Kruste Europas entstehen lassen.

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