. .
Kosmos und Astronomie
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. September 2008, 12:06 Uhr

Sonde entdeckt Riesenkrater auf Asteroiden

Rendezvous im Weltall: Die europäische Raumsonde Rosetta hat sich dem Asteroiden "Steins" bis auf 800 Kilometer genähert und detaillierte Bilder des diamantenförmigen Gesteinsbrockens zur Erde gesendet. Auffällig dabei ein großer Einschlagskrater, der fast halb so groß ist wie der Asteroid selbst.

Das Diagramm zeigt die Annäherung der Raumsonde Rosetta an den Asteroiden Steins© ESA/DDP

Die erste Begegnung einer europäischen Raumsonde mit einem Asteroiden ist erfolgreich verlaufen. Wenige Stunden nach dem Rendezvous der Kometensonde "Rosetta" mit dem Asteroiden Steins präsentierte die Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt die von der Sonde aufgenommenen Bilder des diamantenförmigen Gesteinsbrockens, die insgesamt 23 Krater auf dessen Oberfläche zeigen. Darunter befinden sich ein bemerkenswert großer Einschlagskrater und eine Kette von sieben kleineren, wie Uwe Keller vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im Darmstädter Esa-Kontrollzentrum Esoc mitteilte.

"Rosetta" war am Freitagabend mitteleuropäischer Zeit planmäßig mit einer Geschwindigkeit von 31.000 Stundenkilometern an Steins vorbeigeflogen und dabei dem Asteroiden bis auf 800 Kilometer nahe gekommen. Das Rendezvous fand rund 360 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im Asteroiden-Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter statt. Die Bilder von Steins nahm die "Osiris"-Kamera an Bord von "Rosetta" auf.

Keller erklärte laut Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nach einer ersten Analyse der Fotos, was sofort auffalle, sei der anderthalb bis zwei Kilometer große Einschlagskrater. Der Krater sei fast halb so groß wie der Durchmesser des Asteroiden, den die Forscher nach ersten Datenanalysen mit rund fünf Kilometer angaben. Keller nannte es "erstaunlich, dass dieser kleine Körper den Einschlag damals überstanden hat". Vermutlich sei der Asteroid durch und durch von Bruchstrukturen durchzogen. Bemerkenswert sei auch die Reihe von kleinen Einschlagskratern in einer Linie: "So etwas haben wir noch auf keinem anderen Asteroiden gesehen."

Eine Montage der ersten Aufnahmen Rosettas vom Asteroiden Steins© ESA/DPA

"Rosetta" hatte sich Steins am Freitag in einem minutiös geplanten Ablauf genähert. Kurz vor der Begegnung vollzog die Sonde eine Drehung, um in eine günstige Position für die Untersuchung des Asteroiden zu kommen. Dabei fiel die Verbindung mit der Kontrollstation auf der Erde für mehr als eine Stunde aus.

Der unregelmäßig geformte Steins, der 1969 von einem russischen Forscher entdeckt und nach dem lettischen Astronomen Karlis Steins benannt wurde, zählt laut Esa zur seltenen Kategorie der sogenannten E-Typ-Asteroiden, die noch nie direkt von einem interplanetaren Raumfahrzeug beobachtet wurden. Diese Asteroiden weisen demnach eine relativ geringe Größe und enge Umlaufbahn auf und sind meist im inneren Teil des Asteroiden-Hauptgürtels anzutreffen. Sie stammen vermutlich aus dem Mantel größerer Asteroiden, die in der Frühgeschichte des Sonnensystems zerstört wurden und wahrscheinlich größtenteils aus Silikatmineralen mit wenig oder keinem Eisenanteil bestehen.

Der Esa-Direktor für Wissenschaft und Robotische Exploration, David Southwood, betonte, je mehr die Forscher über die unterschiedlichen Asteroidentypen wüssten, "desto besser werden wir unsere eigenen Ursprünge verstehen". "Brechen solche Wanderer des Sonnensystems aus dem Asteroidengürtel aus, könnten sie zudem zu einer Gefahr für die Erde werden. Je besser wir sie kennen, desto besser werden wir in der Lage sein, die Risiken einzudämmen, die einige von ihnen in Zukunft darstellen könnten."

Die Erkundung von Steins war das erste wissenschaftliche Ziel von "Rosetta", die 2004 ins All gestartet war. Im Mai 2014 soll die Sonde ihr eigentliches Zielobjekt, den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, erreichen. Zuvor soll "Rosetta" im Frühjahr 2010 dem Asteroiden Lutetia begegnen, der mit rund 100 Kilometern deutlich größer ist als Steins.

AFP

 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Raumsonde "Rosetta" passiert den Mars

Große Freude im Raumfahrtkontrollzentrum: Auf ihrer Reise durch die Weiten des Weltalls ist die Raumsonde "Rosetta" jetzt mit einer Geschwindigkeit von 30.000 Kilometern pro Stunde am roten Planeten vorbeigerast. Das Manöver barg viele Risiken. mehr...

Raumsonde "Rosetta" Rendezvous im Sonnensystem

Europas Raumfahrt steht vor einem einzigartigen Abenteuer, das an die utopischen Visionen des Jules Verne erinnert. Mit der Raumsonde "Rosetta", die auf einem Kometen landen soll, betritt die europäische Raumfahrt Neuland. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch