16. September 2011, 10:51 Uhr

Ein Apfel für die Heimkehrer

Aufatmen nach der Pannenserie: Eine Sojus-Transportkapsel mit drei Astronauten der Internationalen Raumstation ISS ist ohne Zwischenfälle in Kasachstan gelandet. Auch die ISS wird wohl nicht menschenleer um die Erde kreisen müssen.

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Sojus hat sie sicher heimgebracht: NASA-Astronaut Ron Garan (l.) und die russischen Kosmonauten Alexander Samokutjajew (m.) und Andrej Borissenko (r.)©

Nach 164 Tagen im All sind drei Raumfahrer aus der Internationalen Raumstation ISS in der kasachischen Steppe gelandet. "Landung gelungen", war am Freitagmorgen um 09.59 Ortszeit (05.59 Uhr MESZ) auf einem Bildschirm im Kontrollzentrum in der Nähe von Moskau zu lesen, von wo der Sender Nasa-TV die Landung übertrug. An Bord der Kapsel befanden sich die beiden russischen Kosmonauten Andrej Borissenko und Alexander Samokutjajew sowie der US-Astronaut Ronald Garan.

Die Rückkehrer hatten gut drei Stunden zuvor von der ISS in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde abgedockt. Auf den letzten zehn Kilometern bremsten Spezialfallschirme die rund drei Tonnen schweren Kapsel. Rettungskräfte eilten in Helikoptern sofort zu der Landestelle etwa 149 Kilometer südöstlich der Stadt Dscheskasgan. Entsprechend russischer Tradition reichten sie den Raumfahrern nach der geglückten Ankunft einen frischen Apfel. Die drei Männer mussten die erste Zeit in Decken gehüllt auf Klappsesseln verbringen, da ihre Muskeln durch den fünfmonatigen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit deutlich geschwächt waren.

Eigentlich sollten die Raumfahrer bereits am 8. September zur Erde zurückkommen, der Termin wurde jedoch nach dem Absturz eines Progress-Versorgungsraumschiffs mit Nachschub für die ISS Ende August verschoben. Das Schiff war seinerzeit nach dem Start einer Sojus-Rakete nicht in die korrekte Umlaufbahn gelangt und abgestürzt. Daraufhin hatte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos alle geplanten Raketenstarts zunächst ausgesetzt.

ISS muss nicht evakuiert werden

Auf der ISS verblieben der US-Amerikaner Mike Fossum sowie der Russe Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa aus Japan. Mitte November sollen drei Raumfahrer vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur starten, um ihnen Verstärkung zu leisten.

Damit heißt es auch Aufatmen bei der Nasa: Trotz der Panne der Sojus-Rakete muss die Internationale Raumstation nun doch nicht evakuiert werden. Die bemannten Flüge zum Außenposten der Menschheit könnten fortgesetzt werden, teilte die US-Weltraumbehörde mit. Der russische Partner habe die Ursache für den Absturz eines "Progress"-Raumtransporters ermittelt und einen Plan für eine sichere Wiederaufnahme der bemannten Flüge entwickelt, erklärte der zuständige Nasa-Manager Michael Suffredini.

Die Sojus-Panne hatte international Sorge um die Zukunft der Raumstation ausgelöst. Eine Evakuierung schien wahrscheinlich. Denn nach dem Ende des amerikanischen Space-Shuttle-Programms kann etwa die Nasa ihre Astronauten derzeit nur in "Sojus"-Kapseln in den Orbit bringen. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos will ihre bemannten Flüge nun aber Mitte November wieder aufnehmen. Die nächste Sojus-Rakete soll nach Angaben von Roskosmos nun am 1. Oktober mit einem russischen Satelliten für das russische Navigationssystem Glonass an Bord starten.

jwi/DPA/AFP
 
 
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