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16. November 2007, 15:21 Uhr

Hinein ins Herz des Kometen

Einen Tag lang strahlte der Komet 17P/Holmes mehr als 500.000-fach heller als normal. Mit dem Weltraumteleskop Hubble suchen Astronomen jetzt nach der Ursache - und blicken dafür in das Herz des Kometen.

Komet Holmes strahlt deutlich heller als gewöhnlich© Doug Murray/Reuters / Video:Fuji,Dyer,NASA,ESA,Weaver

Für gewöhnlich ist der Komet Holmes mit bloßem Auge nicht zu erspähen. Er zieht seine Bahn zwischen Jupiter und Mars, der Erde kommt er auf seiner sieben Jahre dauernden Reise also niemals nahe. Am 23. Oktober allerdings konnte man den fernen Kometen deutlich am Himmel erkennen. Als erstes erkannte ein Beobachter auf Teneriffa die ungewöhnliche Lichtquelle: Holmes leuchtete so klar im Sternbild Perseus, dass er mit bloßem Auge zu erkennen war. Auch jetzt strahlt der Komet noch deutlich heller als gewöhnlich und ist als nebelartiger Fleck erkennbar.

Staub als Leuchtfeuer

Der Grund dafür: Eine riesige Wolke aus Gas und Staub, die sich um den Kometenkern herum ausgebreitet hat. Indem der Staub das Sonnenlicht reflektiert, verleiht er dem sonst glanzlosen Schweifstern sein Strahlen. Das passiert im Prinzip immer, wenn sich Kometen der Sonne nähern. Denn ihr Kern besteht vor allem aus Wasser, Methan, Kohlendioxid, Staub- und Mineralteilchen - alles komplett gefroren, weshalb man Kometenkerne auch als „dreckige Schneebälle“ bezeichnet. Im Gegensatz zum Schneeball reflektiert ein Kometenkern aber kaum Sonnenlicht.

Erst wenn ein Komet der Sonne dichter ist als der Planet Jupiter, bildet sich um den dunklen Kern herum eine leuchtende Gas- und Staubwolke, weil Teile der Kernoberfläche zu Gas verdampfen. Die Wolke, die Holmes umgibt, ist allerdings so groß, dass Astronomen annehmen, dass ein größerer Teil aus dem Kometenkern herausgebrochen ist und sich nach und nach zu Staub zersetzt hat.

Ein 3,4 Kilometer großer Schneeball

Mit dem Weltraumteleskop Hubble haben Wissenschaftler nun den Kometen und die umgebende Staubwolke aufgenommen und einen Blick in den Schweifstern hinein geworfen. Als Hubble im Jahr 1999 seinen Blick auf Holmes richtete, war der Kern ca. 3,4 Kilometer groß. Um den Kern herum fand sich damals fast gar kein Staub. Anhand der neuen Aufnahmen wollen die Astronomen jetzt berechnen, wie stark der Kern geschrumpft ist.

Holmes überraschte übrigens nicht das erste Mal durch plötzliche Helligkeit: Der Hobbyastronom Edwin Holmes entdeckte den Kometen im Jahr 1892, weil er ebenfalls heller als sonst strahlte.

bub
 
 
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