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Am 25. September 2001 wurde der in München lebende Ägypter Abdel Halim Khafagy von Amerikanern verschleppt. Bis heute weiß er nicht, warum. Nun diskutiert der BND-Untersuchungsausschuss den Fall. stern.de hat mit Khafagy und seiner Tochter Ahlam gesprochen.
Er will erst Ende 2004 Hinweise auf die US-Entführungspraxis bekommen haben. Doch jetzt häufen sich die Indizien, dass der Außenminister und Ex-Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier (SPD) frühzeitig über die Verschleppung des in München lebenden Ägypters Abdel Halim Khafagy informiert war.
Der BND-Untersuchungsausschuss soll den vom stern aufgedeckten Entführungsfall um den Münchner Ägypter Abdel Halim Khafagy behandeln. So will es die Opposition. Droht Außenminister Frank-Walter Steinmeier ein zweiter Fall "Kurnaz"?
Unter Wissenschaftlern ist umstritten, von wem Pharao Tutanchamun abstammte. Jetzt soll ein DNA-Test die Vaterschaft klären. Am Mittwoch wird das Ergebnis veröffentlicht. Doch einige Archäologen zweifeln schon jetzt an der Glaubwürdigkeit des Tests.
In Brakelsiek, seinem Heimatort, nennen sie ihn "Prickel", dort spielte er in seiner Jugend Fußball im defensiven Mittelfeld. Nun steht sein Aufstieg fest: Frank-Walter Steinmeier rückt in die Sturmspitze vor - als Kanzlerkandidat der SPD. Kann er das? Steinmeiers Lebensgeschichte macht skeptisch.
Vierter Auftritt vor dem BND-Untersuchungsausschuss: Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Vorwürfe, Deutschland sei für die Verschleppung Terrorverdächtiger durch die USA mit verantwortlich, als "groben Unfug".
Im Entführungsfall Khafagy häufen sich die Widersprüche. Womöglich wussten die deutschen Geheimdienste und das Kanzleramt mehr, als sie heute zugeben. Frank-Walter Steinmeier muss am Donnerstag im Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen.
Mir sind sie ein ziemliches Rätsel, die Ermittlungen gegen Journalisten, die Bundestagspräsident Norbert Lammert angestoßen hat. Aber sie schlagen Wellen, die Strafverfahren gegen Journalisten, die aus Dokumenten des BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages zitiert haben sollen. Sogar die ehrwürdige Bundespressekonferenz - sonst macht sie eher mit dem Abhalten von Journalistenbällen von sich reden - hat öffentlich protestiert. Nur, leider hat die öffentliche Aufregung bisher wenig zur Erklärung der Affäre beigetragen. Ein bisschen Erhellung bringen jetzt immerhin taz und Kölner Stadt-Anzeiger . Sie beschäftigen sich mit der Frage, was eigentlich aus den Ermittlungen wurde, die Lammert wegen BND-Ausschussunterlagenzitierverdacht (offiziell: Beihilfe zum Geheimnisverrat) bereits im vergangenen November ausgelöst hatte und die seit Januar die zwei stern-Kollegen Uli Rauss und Oliver Schröm sowie mich betreffen - wegen eines Artikels zu dem von der CIA entführten Neu-Ulmer Khaled el-Masri vom September 2006. Zeitgleich mit Ermittlungen, zu denen Lammert damals der Staatsanwaltschaft wegen eines Artikels der "Financial Times Deutschland" seine "Ermächtigung" erteilt hatte. Ja, der Terminus ist "Ermächtigung". Taz und Kölner Stadt-Anzeiger schreiben nun, die Hamburger Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen gegen uns stern-Redakteure bereits im Februar wieder einstellen wollen und deshalb Lammert angeschrieben. Aber der Untersuchungsausschuss unter dem Vorsitzenden Siegried Kauder und mit den Stimmen von Union und SPD habe im März auf den Ermittlungen bestanden. Aber warum tun dann einige in SPD und CDU so, als seien sie heute schwer schockiert, dass auch Journalisten von Strafermittlungen betroffen sind? Und eine andere Frage, für die mir die Antwort fehlt: Warum kümmerten sich Kauder, Lammert und Co nicht darum, als wir (wie damals ein paar wenige andere Kollegen) im März 2006 breit aus dem eindeutig geheimen Regierungsbericht zu den mutmaßlichen CIA-Entführungen berichteten, den das Parlamentarische Kontrollgremium im Februar bekommen hatte? Warum scherten sie sich nicht, als wir im April 2006 erneut aus diesem Papier zitierten? Warum ermächtigte Lammert auch nicht, als wir im Oktober 2006 über ein bis dato unbekanntes US-Geheimgefängnis im bosnischen Tuzla und den Fall des Münchner Ägypters Abdel Halim Khafagy berichteten, gestützt eindeutig auf Papiere, die bis dato unbekannt und zweifelsfrei geheim waren? (Jetzt kann man es ja sagen. Diese potentiellen Straftaten sind verjährt...) Wenn es dem BND-Ausschuss und Norbert Lammert um die Verfolgung des Geheimnisverrats geht: Warum lassen sie nur in einigen Fällen ermitteln, in anderen aber nicht? Geht es also gar nicht um den Geheimnisverrat? Gewiss, der Autor dieses Blogs hat schon gefährlichere Attacken auf den Schutz seiner Quellen erfahren als diese. Dank des Ende Februar ergangenen "Cicero"-Urteils sind in Deutschland auch keine leichtfertigen Razzien in Redaktionsräumen mehr zu befürchten. Dass es weniger Proteste als heute gab, als im Januar die vom Bundestag angestoßenen Ermittlungen gegen uns und den FTD-Kollegen bekannt wurden wahrscheinlich normal. Der Redakteur denkt an sich selbst zuerst. Auch wenn es etwas kurios war, wie etwa das "Handelsblatt" im Februar den stern sogar dafür bekrittelte, dass er diese Ermittlungen gegen die eigenen Redakteure publik gemacht habe. Die es - so behauptete es ein "Handelsblatt"-Regierungskorrespondent - wegen eines im "Faksimile" abgedruckten Geheimdokumentes gegeben habe. Wer immer das dem Kollegen erzählt haben mag, er hätte die Info besser vor Veröffentlichung nachgeprüft. Zum Beispiel via stern-Lektüre. Wir hatten nämlich gar kein Faksimile im Blatt. Jetzt sind viele Blätter von Ermittlungen betroffen und die Aufregung ist etwas größer. Wenn sie dazu führt, dass nun auch die CDU (und wer weiß, vielleicht bald sogar die SPD?) für eine überfällige Reform eintritt, und der Quellenschutz besser verankert wird - umso besser. Auch für die Kollegen, die ihn bisher überhaupt nicht vermisst haben.
Wer hat sie verraten? Wie wurde sie entführt? Woher kannte sie den Mann, der ihr zum Verhängnis wurde? Die Vorgeschichte von Susanne Osthoffs Entführung ist eine schillernde Kombination von verratenen Verrätern, aufrechten Idealisten, deutschen Verbindungen und irakischen Knastfreundschaften, von Wohnungsnot und Geldgier.
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