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20. September 2006, 06:00 Uhr

Frühaufsteher-Gen entschlüsselt

Es gibt Menschen, die sind um 18 Uhr müde und um vier Uhr morgens topfit. Ginge es nach ihnen, hätte der Tag auch nur 21 Stunden. Schuld daran ist das Gen "Period 2".

Die innere Uhr von Menschen mit dem "Frühaufsteher-Gen" geht permanent vor© Michael Gottschalk/DDP

Mit den Hühnern in die Federn, mit den Hühnern wieder raus: Berliner Forscher haben ein Frühaufsteher-Gen entschlüsselt, das für diese Störung der inneren Uhr verantwortlich ist. "Das ist das erste Beispiel, in dem die Regulation eines komplexen menschlichen Verhaltens wirklich auf eine einzige genetische Basis und einen molekularen Mechanismus festzunageln ist", sagte Achim Kramer vom Institut für Immunologie der Berliner Charité zu den Ergebnissen, die in der jüngsten Ausgabe des Journals "Genes & Development" veröffentlicht werden.

Innere Uhr geht ständig vor

Bei Menschen, die von FASPS (Familial Advanced Sleep Phase Syndrome) betroffen sind, geht die innere Uhr sozusagen ständig vor: Sie werden abends regelmäßig schon um 18.00 Uhr müde und sind dafür bereits gegen 4.00 Uhr am Morgen wieder fit. Die Störung ist erblich. Das dafür verantwortliche mutierte Gen, "Period2", wurde bereits 1999 entdeckt.

Kramer und seine Kollegen identifizierten nun darauf genau jene Stelle, die für die innere Zeitverschiebung sorgt. Auch andere veränderte Stellen konnten die Forscher in Zusammenhang mit der Verkürzung des üblichen 24-Stunden-Takts bringen. "Da arbeiten wir aber noch dran", erläuterte der Chronobiologe.

Insgesamt sei festzustellen, dass die innere Uhr bei den FASPS- Betroffenen schneller laufe. "Wenn diese Menschen nicht durch das Tag-Nacht-Regime in einen festen Rhythmus gezwungen wären, würde der Tag für sie nur 21 bis 22 Stunden dauern und sich somit ständig nach vorn verlagern", sagt Kramer.

Auch den umgekehrten Fall von typischen Nachteulen, die ihren Tag stets verlängern wollen, gebe es. "Ob jemand Frühaufsteher oder Nachteule ist, liegt in seinen Genen codiert. Wir haben nun substanzielle Fortschritte darin gemacht, die molekulare Basis dafür zu entziffern", sagt der Biochemiker.

DPA
 
 
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