Im vergangenen Sommer wog sie mehr als 90 Kilo. Dann nahm die Journalistin ab, nach verblüffend einfachen Regeln, und schrieb darüber ein Buch. Kein anderes Diät-Buch liest sich vergnüglicher.

Anlass zum Fröhlich-Sein: erfolgreich abnehmen - und damit Geld verdienen© Gaby Gerster
Ein Erfolgserlebnis: Susanne Fröhlich kommt aus dem Potsdamer Fernsehstudio und steigt in ein Taxi. Der Fahrer erkennt sie, möchte ein Foto machen. Sie steigt wieder aus, posiert nicht ohne Stolz. "Jetzt müssen Se aber keen Gramm mehr abnehmen. An einer Frau muss wat dran sein", sagt der Mann. "Sie sind mein Freund fürs Leben", sagt die Autorin begeistert. Wieder einer, der es begriffen hat.
Susanne Fröhlich ist die Frau, die derzeit Deutschlands Frauen zum Abnehmen bringt. Sie trägt gern Pink, redet viel, mag es mondän und vor allem: Sie ist lustig. Keine belehrende Hausfrau, keine patente Supermutti. Wenn ihr Handy klingelt, und es klingelt die ganze Zeit, freut sie sich. Schon allein wegen der hübschen Melodie: die Titelmusik von "Sex and the City". "Fröhlich!", meldet sie sich. Und das meint mehr als nur ihren Namen. Sie ist schlank, alle Welt macht ihr Komplimente, und ihr Buch verkauft sich "Bombe", wie sie sagt.
Fünfmal hintereinander in der "Bild", Kerner ruft beinahe täglich an, sämtliche Morgenmagazine und Klatschsendungen reißen sich um sie - um die Frau, die zur Abnehm-Heldin wurde. Alle wollen wissen, wie sie es geschafft hat. Ihr Buch "Moppel-Ich" schon nach drei Wochen mehr als 60.000-mal verkauft, ist Autobiografie, Tagebuch und Ratgeber in einem - mit vielen Diäten, Anekdoten und einer einfachen Lösung: Klare Regeln, aber ein bisschen Spaß muss sein.
Susanne Fröhlich bestellt Milchkaffee, ordert Süßstoff und erzählt von ihrem Waterloo. Mehr als 90 Kilo bei einer Größe von 174 Zentimetern, so viel hat sie voriges Jahr gewogen. Hinterher gibt man alles zu. Das macht den Triumph umso größer. Aus der unbeliebtesten aller Fragen ist für sie die schönste geworden: Wie viel wiegen Sie? Wunderbar, dieses leicht erhabene Gefühl beim Antworten: "Zwischen 67 und 71". Wenn man böse wäre, würde man sagen: Also mindestens 72.
Aber wer könnte mit dieser Frau böse sein? Sie ist eine von uns. Sie lacht laut, hat eine eigene Meinung, gesunden Appetit und einen ebensolchen Verstand. Eine Frauenfrau, keine Tussi. Sie hat immer noch eine akzeptable Kleidergröße - 40, das ist deutscher Durchschnitt. Ganz normal. Und Normalität ist ihr Zaubermittel. Denn eigentlich steht in dem Buch nichts wirklich Neues. Trotzdem ist es anders als andere Diätbücher.