Karriere eines Unglücksdatums

13. Juli 2007, 06:07 Uhr

Freitag, der 13. - das heutige Datum jagt vielen Menschen Angst und Schrecken ein. Ein Aberglaube aus Omas Zeiten? Von wegen! Vielmehr ist der vermeintliche Unglückstag eine modische Erfindung der jüngeren Vergangenheit, sagt ein Volkskundler.

Freitag, der 13. - die Vorstellung vom vermeintlichen Unglückstag existiert erst seit den 50ern©

Wenn der Freitag wie diese Woche mal wieder auf den 13. fällt, fürchten sich viele Menschen in Deutschland vor einem Unglück - völlig zu Unrecht, sagt der Augsburger Volkskundler Stephan Bachter. "Der vermeintliche Unglückstag ist eine modische Erfindung des 20. Jahrhunderts und gründet mitnichten auf uralten Überlieferungen und Erfahrungswissen", sagt Bachter, Mitglied im Wissenschaftsrat der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Er habe herausgefunden, dass "Freitag, der 13." erstmals 1950 in dem Zauberbuch "6. und 7. Buch Mosis" erwähnt wurde. "Vor dem Zweiten Weltkrieg kannte man diese Vorstellung überhaupt nicht."

Medien schrieben Unglücksdatum hoch

Zwar wird die Zahl 13 seit langem als Unglücksbote gedeutet, im Volksmund hieß sie früher "Dutzend des Teufels". Von einem direkten Zusammenhang zwischen der 13 und dem Freitag sei nach bisherigen Erkenntnissen aber erstmals 1957 in einer Zeitungsglosse die Rede gewesen, schreibt Bachter in der Mitte August erscheinenden Ausgabe der GWUP-Zeitschrift "Skeptiker".

Der Volkskundler fand nun eine frühere Erwähnung im "6. und 7. Buch Mosis", das von 1950 bis in die 70er Jahre hinein in hoher Auflagenzahl verbreitet worden sei: "Auf keinen Fall unternehme man etwas Wichtiges an einem Freitag, der auf den 13. Tag eines Monats fällt, das wird fast immer Unglück bringen", zitiert er aus der angeblich magischen Schrift.

Für den fragwürdigen Erfolg des angeblichen Unglücksdatums macht die GWUP nicht zuletzt die Medien verantwortlich. Findige Journalisten hätten "Freitag, den 13." mit dem Börsencrash vom Mai 1927 und der beinnahe gescheiterten Apollo-13-Mission von 1970 in Verbindung gebracht.

Keine Häufung von Unfällen feststellbar

Bachter betonte, dass "Freitag, der 13." niemandem Unglück bringe: Bisher belege keine Untersuchung, dass es an solchen Tagen eine besondere Häufung von Unfällen gebe. "Unsere Aufmerksamkeit wird lediglich von den Medien auf dieses Datum als besonderen Unglückstag gelenkt. Unsere Wahrnehmung für Missgeschicke ist dann sensibler. Wenn uns dann doch etwas passiert, reden wir mit Nachbarn, Freunden und Kollegen eher darüber als sonst. Das wiederum stärkt den Mythos", sagte Bachter.

Die gemeinnützige Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. wurde 1987 gegründet. Europaweit engagieren sich fast 800 Mitglieder in der Skeptiker-Organisation ehrenamtlich für die Förderung der Wissenschaften und des kritischen Denkens, um "Verbraucher vor pseudowissenschaftlichen und esoterischen Angeboten zu schützen".

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KOMMENTARE (3 von 3)
 
atimkov (13.07.2007, 09:37 Uhr)
Eine andere Theorie...
zur Entstehung des Aberglaubens um Freitag den 13. kann man hier nachlesen:
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1304806.html
sportartmakler (13.07.2007, 08:39 Uhr)
Templerorden
basiert nicht freitag der 13. auf den feigen hinterhalt alle templer auf einen streich auszumerzem, an einem freitag dem 13.??
iovialis (13.07.2007, 07:18 Uhr)
Mindfuck
R.A.Wilson, ein US-amerikanischer Schriftsteller, verwendete die gleiche Methode, wie sie im Artikel beschrieben ist, um der Zahl "23" eine besondere Bedeutung zuzumessen. Das ganze wurde in seiner "Illuminaten!-Triologie" veröffentlicht und von ihm als "Mindfuck" bezeichnet.
Ähnliche Auswirkungen hatte das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" von D.Adams, der die Antwort auf alle Fragen durch die Zahl "42" symbolisierte.
Manche glauben auch, daß "Freitag der 13." auf die Illuminaten zurück geht, die an einem Freitag, den 13. verboten wurden.
Wissen und Glauben sind eben zwei verschiedene Dinge...
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