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8. Januar 2009, 14:59 Uhr

Liebe verwirrt Frauennasen

Da kann ein Mann noch so gut duften - eine Frau, die sich bereits in einen anderen verliebt hat, ist offenbar unempfänglich für diesen Reiz. Das haben kanadische Forscher in einer Studie gezeigt. Sie vermuten, dass dies ein Mechanismus sei, um die eigene Partnerschaft zu stabilisieren.

Liebe, Verliebtsein, Nase, Geruchssinn, sexuelle Reize

Den eigenen Partner können verliebte Frauen offenbar am besten riechen© Colourbox

Die Liebe verändert so einiges, offenbar auch den Geruchssinn der Damen. Denn Frauen, die sehr verliebt sind, haben Schwierigkeiten, die Körpergerüche anderer Menschen auseinanderzuhalten - speziell derjenigen, die als potenzielle Partner infrage kommen. Dahinter steckt vermutlich eine Strategie, die sich im Lauf der menschlichen Evolution herausgebildet hat: Indem Verliebte unempfindlicher gegenüber den sexuellen Signalen anderer werden, seien es nun der Körpergeruch, das Aussehen oder andere Attribute, steigen die Chancen auf die Dauerhaftigkeit der eigenen Partnerschaft. Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben Johan Lundström und Marilyn Jones-Gotman von der McGill-Universität in Montreal im Fachjournal "Hormones and Behavior" veröffentlicht.

20 junge Frauen mit festen Partnern wurden von den beiden Forschern unter die Lupe genommen, berichtet die Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "New Scientist". Die Teilnehmerinnen füllten einen Fragebogen aus, in dem sie die Leidenschaft und die Stärke der romantischen Gefühle für ihren Partner bewerten sollten. Währenddessen ließen die Wissenschaftler die Lebensgefährten sowie einige männliche und weibliche Freunde der Probandinnen sieben Nächte lang in Baumwoll-T-Shirts schlafen. In den Kleidungsstücken waren jeweils Kompressen zum Aufsaugen des Achselschweißes eingenäht. Im eigentlichen Test mussten die Probandinnen schließlich aus drei T-Shirts - zwei von Fremden und eines von einem Freund oder dem eigenen Partner - jenes auswählen, dessen Duft sie kannten.

Keine der Frauen hatte Probleme damit, den eigenen Partner zu identifizieren, beobachteten die Forscher. Das galt auch für die Geruchsproben der entsprechenden Freundinnen. Anders sah es jedoch bei den männlichen Freunden aus: Je intensiver die Gefühle einer Probandin für ihren Partner waren, je höher also die Punktzahl im Fragebogen ausfiel, desto schlechter konnte sie den Geruch eines Freundes von dem eines Fremden unterscheiden.

Einen ähnlichen Effekte hatten Forscher in den vergangenen Jahren bereits in Bezug auf das Aussehen potenzieller Konkurrenten gefunden: Auch hier verringern starke romantische Gefühle die Attraktivität anderer Männer oder sie lassen zumindest den Eindruck, den diese Männer hinterlassen, schnell wieder verblassen. Johan Lundström interessiert nun vor allem, was im Gehirn der Verliebten passiert, um die Wahrnehmung derart zu verändern.

DDP
 
 
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