. .
Mensch - Hintergründe und Wissen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. Juli 2010, 10:24 Uhr

Forscher entzifferten Ötzis Erbgut

Wissenschaftler aus Italien und Deutschland haben das Erbgut von Ötzi entschlüsselt. Nun hoffen sie, mehr über die Krankheitsgeschichte der rätselhaften Mumie zu erfahren. Dabei soll auch die Frage geklärt werden, ob irgendwo noch Nachfahren des Gletschermannes leben.

Ötzi, Gletschermumie, Mann aus dem Eis, Erbgutanalyse

Das Erbgut der Gletschermumie Ötzi ist entschlüsselt, die Daten müssen allerdings noch interpretiert werden© DPA

Forscher aus Deutschland und Italien haben das Erbgut der Gletschermumie Ötzi entziffert. Dafür entnahmen sie dem etwa 5300 Jahre alten Eismann eine Knochenprobe und lösten die Erbsubstanz DNA heraus. Diese wurde dann mit einem schnellen Sequenzautomaten gelesen.

An dem Projekt haben Wissenschaftler vom Institut für Mumien der Europäischen Akademie Bozen (Eurac), vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen und vom Biotechnologie-Unternehmen Febit in Heidelberg mitgearbeitet. Das Auslesen des Genoms war allerdings nur der erste Schritt. Die Interpretation der genetischen Daten steht noch aus.

Erste Ergebnisse und Rückschlüsse aus den vielen Daten sollen zum 20. Jahrestag der Entdeckung der Mumie präsentiert werden - am 19. September 2011. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob irgendwo noch Nachfahren des Gletschermanns leben. 2008 hatten Wissenschaftler aus Italien bereits Ötzis Erbgut in den Mitochondrien - den "Energiekraftwerke" der Zellen - untersucht und daraus gefolgert, dass mit großer Wahrscheinlichkeit heute niemand mehr lebt, der von Ötzi abstammt. Die Untersuchung des Zellkern-Genoms muss diese Annahme allerdings erst noch bestätigen. Aber nicht nur das erhoffen sich die Forscher: "Diese Fülle an Daten birgt ein Universum an Möglichkeiten", erklärte Albert Zink, Leiter des Eurac.

Ötzis Krankheitsgeschichte auf der Spur

Auch die Krankheitsgeschichte von Ötzi wollen die Wissenschaftler untersuchen. Sollte Ötzi Spuren von Krankheiten tragen, die heute häufig vorkommen - wie etwa Diabetes, Krebs oder Alzheimer - könnten sie eventuell auf Genveränderungen als Auslöser dieser Übel stoßen. "Mit etwas Glück können wir so vielleicht auch dazu beitragen, etwas gegen diese Krankheiten zu unternehmen - das wäre für mich die Brücke zwischen Erforschung von Vergangenheit und Gegenwart", meinte Zink.

"Wir haben 95 Prozent der DNA gelesen", sagte Carsten Pusch vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen. Die übrigen fünf Prozent enthalten keine Gene und können mit der bestehenden Technik nur sehr schwer entziffert werden - ein Problem, das für menschliche DNA immer gilt. Pusch sprach mit Blick auf die Daten von einer ersten Fassung, die in den nächsten Monaten verbessert und ergänzt werden soll.

Der Gletschermann war im Alter von etwa 46 Jahren zu Tode gekommen. Er wurde von einem Pfeil getroffen und dann vermutlich mit einem Keulenschlag getötet. Seine Leiche wurde 1991 beim Tisenjoch in den Ötztaler Alpen nahe der österreichisch-italienischen Grenze gefunden. Ötzi wird seit 1998 im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt. Die bei ihm gefundenen Gegenstände und seine Kleidung geben einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen vor mehr als 5000 Jahren.

Von Katie Kahle und Thilo Resenhoeft, DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Ötzi im Netz Dem Eismann auf die Pelle rücken

Ein wenig steif war das Fotomodel schon, aber es ging ja auch nicht um "Germany's Next Topmodel": Nach einem 48-Stunden-Blitzlichtgewitter ist die Gletschermumie Ötzi im Internet zu betrachten - aus nächster Nähe und sogar in 3D. mehr...

Ötzi Eismann hat keine lebenden Verwandten

Mit großer Wahrscheinlichkeit lebt heutzutage niemand, der vom Steinzeitmenschen Ötzi abstammt. Das berichten Wissenschaftler, die das Erbgut des vor 5000 Jahren gestorbenen Mannes untersuchten. mehr...

Archäologie Neues Rätselraten um Ötzi

Kämpfte Steinzeitmann Ötzi in den Alpen gegen mehrere Jäger? Seit es Berichte über Menschenblut am Steindolch Ötzis gab, vermuteten einige, dass vor 5300 Jahren ein grausamer Todeskampf stattfand. Ötzi-Fachmann Albert Zink äußert sich zu der umstrittenen These. mehr...

Geschichte der Menschheit Zurück in die Steinzeit

Faustkeile, die Entdeckung des Feuers und natürlich Ötzi - die Steinzeit war eine spannende Epoche der Menschheitsgeschichte. Wissen sie was sonst noch geschah? Machen Sie den Steinzeit-Test! mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch