30. Januar 2007, 09:02 Uhr

"Hobbits" waren Menschenart

Vor drei Jahren fanden Wissenschaftler auf der indonesischen Insel Flores die Überreste eines "Zwergenmenschen". Seitdem stritten die Forscher, ob der "Hobbit" wirklich eine eigene Menschenart war. Jetzt gibt es neue Hinweise.

Der Schädel der "Hobbit"-Frau - es ähnelt einem gesunden Schädel mehr als einem entwicklungsgestörten©

Neuen Erkenntnissen zufolge war der auf der indonesischen Insel Flores entedeckte "Hobbit" doch eine neue Menschenart. Das Hirn des etwa einen Meter großen "Hobbits" habe mehr Ähnlichkeit mit dem gesunder Menschen als dem entwicklungsgestörter, berichten die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) vom Dienstag. Zuvor hatten Anthropologen den Fund als Menschen mit deformiertem Körper und Schädel eingeordnet.

Mehr Ähnlichkeit mit gesundem Menschenschädel

Die Forscher um Dean Falk von der Staatlichen Universität Floridas hatten dreidimensionale Computermodelle von der Hirnstruktur gesunder Menschen und dem wesentlich kleineren Hirn von Patienten mit der neurologischen Fehlentwicklung Mikrozephalie erstellt. Diese Aufnahmen verglichen sie mit denen des "Hobbits". Das Strukturmodell des Zwergenmenschen zeigte größere Ähnlichkeit mit dem gesunder Menschen.

Der "Hobbit" lebte bis vor 18 000 Jahren auf der Pazifikinsel Flores im Gebiet des heutigen Indonesiens. Er hatte wahrscheinlich das Meer überquert und sich auf der winzigen Insel niedergelassen. Der Kopf des Hominiden war gerade so groß wie eine Pampelmuse und besaß nur ein Drittel der Hirnmasse des modernen Menschen. Dennoch war der kleine Mensch nach bisherigen Erkenntnissen schon überraschend schlau und nutzte verschiedene Werkzeuge. Seine Überreste waren 2003 von Australiern entdeckt und der neuen Art Homo floresiensis zugeordnet worden.

Einer Theorie nach hatten sich Vorfahren des modernen Menschen (Homo erectus) vor etwa 840.000 Jahren auf Flores niedergelassen und sich dort isoliert zu der eigenen Art entwickelt. Im vergangenen Jahr hatten Forscher dieser Annahme widersprochen. Die Insel sei zu klein, um die Entwicklung einer eigenen isolierten Hominidenart zu ermöglichen, hieß es. (Fachartikel-Identifikationsnummer: DOI/10.1073/pnas.0609185104)

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Pixelschubser (30.01.2007, 14:39 Uhr)
Orks II
Hast Recht. Hobbits hatten Haare auf den Füßen. Die kleinen Gehirne hatten die Orks.
Ich entschuldige mich bei allen Hobbits, denen ich jetzt Unrecht getan habe.
Schorsch68 (30.01.2007, 14:34 Uhr)
Orks
Dann ist's ja nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die Orks finden. Angesichts der bescheinigten Intelligenz der Hobbits würde ich die heute regierenden Überseemenschen eher nicht mit den Hobbits vergleichen. Untersuchungen würden sicher eher Ähnlichkeiten mit den Orks feststellen :-)
Pixelschubser (30.01.2007, 10:15 Uhr)
Sensation
Eines dieser Wesen hat sich bis in unsere heutige Zeit hinüber gerettet. Sein Körperwachstum hat sich zwar aufgrund der guten ernährung weitestgehend angepasst, aber geistig ist es auf dem gleichen Stand geblieben.
Es heißt George W. Bush und tut so, als würde es die Vereinigten Staaten regieren.
Evolution ist eben doch nicht alles.
MEHR ZUM ARTIKEL
Hominidenfund Der "Hobbit" war auch nur ein Mensch

Vor zwei Jahren sorgten Knochenfunde eines kleinen Hominiden auf der Insel Flores für Furore. In dem "Hobbit" glaubte man eine eigene Menschenart entdeckt zu haben. Wahrscheinlich zu Unrecht, wie neue Erkenntnisse belegen.

Urmenschen Die "Hobbits" sind eine eigene Menschenart

Er war einen Meter groß, sein Kopf hatte die Größe einer Pampelmuse, er lebte vor 95.000 Jahren: der Homo floresiensis. Lange debattierten Forscher, ob er eine eigene Menschenart darstellt. Dieser Streit ist nun beendet.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (21/2013)
Geht's jetzt an mein Geld?